Turbulenz, Windenergie und Stochastik

Niedersachsen macht Kohle - Innovationsverbund zur Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) 

Die HTC – Hydrothermale Karbonisierung – ist ein thermochemisches Verfahren, das innerhalb weniger Stunden aus nahezu jeder Biomasse Biokohle entstehen lässt. Bei Temperaturen um 200 °C und einem Druck von etwa 20 bar entstehen in dem exothermen Prozess bei kurzen Reaktionszeiten humus- oder torfähnliche Produkte, bei längeren Zeiten (bis zu 12 Stunden) Produkte, die Braunkohle sehr ähnlich sind.

Biokohle aus Flatterbinsen

Aus Biomasse-Rest- und Abfallstoffen (hier: Landschaftspflegematerial) wird Biokohle. Fotos: M. Röhrdanz, T. Müller

Für Niedersachsen ist die HTC ein zukunftsweisendes Verfahren, da es ein Schulterschluss zwischen der landwirtschaftlichen und schwerindustriellen Ausrichtung des Landes darstellt. So können landwirtschaftliche Reststoffe und Nebenprodukte in fruchtbare (kohlenstoffangereicherte) Böden, Biokohle oder metallurgische Kohle umgewandelt werden und der Landwirtschaft, dem Gartenbau oder aber der (Stahl)Industrie wieder verfügbar gemacht werden.

 

Unter der Beteiligung von fünf niedersächsischen Hochschulen, sowie zahlreichen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft ist das Ziel des Projektes, eine kontinuierlich arbeitende Pilotanlage zu entwickeln. Durch Grundlagenforschung der Hochschulen soll so die HTC-Technologie aus dem Versuchsstatus mit Hilfe der Kooperationspartner in die Praxisreife überführt werden. Gefördert wird der Innovationsverbund  “HTC in Niedersachsen“  durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

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