Hochschulinformationsbüro

Die Sozialpolitik neu-rechter Parteien

Die Sozialpolitik neu-rechter Parteien
Vortrag und Diskussion mit Stefan Dietl und Aktivist*innen des Offenenen antifaschistischen Treffs Oldenburg

Oldenburg , Carl von Ossietzki-Universität, Raum A06 0-001, Uhlhornsweg 82, 26129 Oldenburg 
Dienstag, 15. August 2017, 18.00 Uhr

Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in zwölf Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 möchte sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der Bundesrepublik werden. Zu ihrem Programm gehört – neben der Hetze gegen Mirgant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender – außerdem die Ausgrenzung von sozial Schwachen. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjenigen erfolgreich, die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Stefan Dietl analysiert die Entstehungsgeschichte der AfD, wirft einen genaueren Blick darauf, welche Forderungen die sie eigentlich vertritt und welche verheerenden Auswirkungen deren Umsetzung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätte.

Aktivist*innen des Offenen antifaschistischen Treffs Oldenburg werden darüber hinaus über die Strukturen der Oldenburger AfD berichten.



Eine Veranstaltungsreihe von:

- DGB Stadtverband Delmenhorst
- Koordinationsstelle gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit Oldenburg
- Verdi-Jugend Weser-Ems
- Hochschulinformationsbüro der Gewerkschaften Oldenburg
- Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie Niedersachsen
- AStA der Universität Oldenburg
- Offenes antifaschistisches Treffen Oldenburg
- Föderation Demokratischer Arbeitervereine DIDF Delmenhorst
- Breites Bündnis gegen Rechts Delmenhorst

 

 

 

Deutscher Nationalismus im Rap

Referentin: Anna Groß (ticktickboom Crew)
Ort: A07 Hörsaal G
Zeit: 09. November um 18 Uhr

In den 2000ern nahm etwas seinen Anfang, das noch in den 1990er Jahren unvorstellbar war: Deutsch-patriotischer Rap. Heute ist der Rap mit dem Adler auf der Motorhaube ein fester Bestandteil der einflussreichsten Jugendkultur in Deutschland. Von seiner krassesten Ausprägung, dem NS-Rap, lässt sich der patriotische Rap nicht trennen. Dabei ist Rap grundsätzlich weder besser noch schlechter als die Gesellschaft, in der er stattfindet. Egal, ob Fußballpatriotismus, nationalistische Verdrängung der NS-Verbrechen oder Neonazi-Ideologie – alle diese Phänomene gibt es auch ohne Rap. Jedoch haben sie inzwischen eben auch in jener Jugendkultur einen Platz gefunden, die eigentlich als selbstbewusste Reaktion auf Rassismus und gegen die Zuordnung nach Herkunft entstanden ist.




Die ras­sis­ti­schen An­ti-​Asyl­pro­tes­te & die Stra­te­gie der ex­tre­men Rech­ten
Debatten und eine aktuelle Bestandsaufnahme.


Referent: Felix M. Steiner
Ort: Vortragssaal PFL Oldenburg
Zeit: 19. August um 18 Uhr


In den letz­ten Jah­ren kam es zu einem An­stieg der Asyl­an­trä­ge in Deutsch­land. Gleich­zei­tig ur­teil­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, dass die Leis­tun­gen für Flücht­lin­ge mit dem „Grund­recht auf Ge­währ­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums […] un­ver­ein­bar“ sind. Damit bekam das Thema Asyl in Deutsch­land wie­der mehr Auf­merk­sam­keit, auch von ex­trem rech­ter Seite. Die Hetze gegen Flücht­lin­ge hat in den letz­ten bei­den Jah­ren immer mehr zu­ge­nom­men und damit ein­her­ge­hend auch die An­grif­fe auf Flücht­lings­un­ter­künf­te. Doch mit wel­cher Stra­te­gie will die ex­tre­me Rech­te mit dem Thema Asyl in der „Mitte der Ge­sell­schaft“ an­kom­men? Wie ver­su­chen die Ak­teu­re Pro­test zu mo­bi­li­sie­ren? Und ist die Si­tua­ti­on mit den 1990er Jah­ren ver­gleich­bar? Der Vortrag ist zweierlei: Ein Rückblick auf vorangegangene

Sozialpsychologie des Rechtspopulismus

Referent: Harald Werner
Ort: A01 0-007
Zeit: 04. Juli um 18 Uhr

Es lässt sich kaum etwas über den geistig-emotionalen Zustand der Anhänger von Pegida oder den Sympathisanten der AfD sagen, wenn man nur auf ihr aktuelles Thema, nämlich die Flüchtlingskrise schaut. Wahrscheinlich ist die Flüchtlingsproblematik nicht mehr als der zentrale Anlass des europaweit zunehmenden Rechtspopulismus, nicht aber seine Ursache. Deshalb wäre als erstes zu fragen, welche Umbrüche in der materiellen Lebenspraxis stattgefunden haben und zweitens welche psychischen Dispositionen dem Rechtspopulismus zugrunde liegen. Zum einen führt deshalb kein Weg daran vorbei, die historischen Vorläufer dieser Bewegungen zu untersuchen und zum anderen wäre zu fragen, welche sozialen Milieus mit welchen Bewusstseinstypen zum Rechtspopulismus neigen.


Antifeminismus und frauenpolitische Positionen der AfD

Referent: Harald Werner
Ort: A01 0-007
Zeit: 04. Juli um 18 Uhr

Vom wahnwitzigen "Gender Mainstreaming" und dem schwul-lesbisch- queer-intersexuellen Terror - Eine Auseinandersetzung mit dem Antifeminismus von AfD, Pegida und Co. In weiten Teilen Europas erleben wir einen feministischen Rollback. Vielerorts organisieren sich Konservative und Rechte um gegen die Gleichstellung von Geschlechtern, sexueller Orientierung und unterschiedlichen Lebensmodellen zu kämpfen. In Deutschland haben solche Kreise mit der AfD ein parlamentarisches Sprachrohr gefunden. Und auch auf Pegida-Kundgebungen ist zum Beispiel "Genderisierung" Thema. Wir wollen uns zusammen mit Andreas Kemper auseinandersetzen mit den geschlechter- und familienpolitischen Zielen der AfD und von Pegida als deren außerparlamentarischen Arm.

AfD - Vom Biedermann zum Brandstifter?

AfD – Vom Biedermann zum Brandstifter?!

Mit Dr. Gerd Wiegel

 

Zeit: 8. Februar 2016, 19 Uhr

Ort: Raum A01 0-004, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Kaum ist der Lucke weg, tanzen die Mäuse ganz ungeniert auf dem rechtspopulistischen Tisch. So oder so ähnlich lässt sich wohl die Entwicklung der AfD beschreiben.

Als die AfD 2013 mit 4,7 Prozent zur Bundestagswahl ein sehr beachtliches Ergebnis für eine neu gegründete Partei erreichte, war die Bezeichnung als rechte Partei noch umstritten. Man fand häufig die Zuordnung zum Rechtspopulismus, da ihre thematische Ausrichtung auf Kritik an der EU-Rettungspolitik und Ablehnung des Euros national-chauvinistisch und neoliberal geprägt war. Eine neofaschistische Ausrichtung, NS-Verherrlichung , völkischer Nationalismus oder völkischer Rassismus zeigte sich dagegen nicht.

Aber wo steht die AfD heute? Nach dem Weggang von Parteigründer Bernd Lucke schien die Partei an Relevanz zu verlieren, um jetzt im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik umso präsenter zurückzukehren und als drittstärkste Partei die Umfragen anzuführen. Dabei streitet die Partei noch immer um ihre Ausrichtung.

Die Entwicklung der AfD wollen wir uns genauer anschauen: Welche Positionen hat die Partei, wer prägt sie, welche Perspektiven zeichnen sich ab? Dabei wollen wir auch die Wirkung der AfD auf den öffentlichen Diskurs zur Flüchtlingspolitik schauen und Gegenstrategien diskutieren.

 

Referent: Dr. Gerd Wiegel, Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Bundestag