Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen

 

Bianca Patricia Pick

Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg
Gebäude A3, Raum A3 1-105
Tel.: +49 441 798-2363
bianca.pick(at)uni-oldenburg.de

Promotionsprojekt

Distanznahme als Strategie in der Literatur von Überlebenden der Shoah

Abstract

Über die Erfahrung von Distanz zur es umgebenden Welt bildet sich das Subjekt selbst. Von dieser Hypothese ausgehend erfasst das Dissertationsprojekt Distanzierungen als eine Strategie literarischen Schreibens. Ziel der Arbeit ist es, eine über die Praktik der Distanznahme verlaufende Wiedergewinnung und Behauptung von Subjektivität in den literarischen Texten von Überlebenden der Shoah sichtbar zu machen.

Das Promotionsprojekt versucht eine Antwort auf die Frage zu finden, ob ein Mensch, der zum Opfer gemacht worden ist und in den ‚Abgrund‘ schaute, sich als Subjekt im literarischen Schreiben konstituieren kann. Die Ausgangsfrage lautet daher: Wie gehen Überlebende der Shoah schreibend mit ihren Erinnerungen um? An diese Frage schließt sich eine weitere an: Distanz, wovon und wozu? mehr...

Kurzbiografie

seit 10/2013Promotionsstipendiatin des Graduiertenkollegs „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
10/2004–09/2013   Magisterstudium Germanistische Literaturwissenschaft, Philosophie, Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Praktika

01/2006-03/2006   Christian-Wolff-Museum und Stadtarchiv Halle (Saale)
03/2006-04/2006Ostsee-Zeitung (Veröffentlichung diverser Artikel)

weitere wissenschaftliche Tätigkeiten

05/2017Erinnern Ӏ Leben Ӏ Exil. Fluchtpunkte und Grenzgänge
Interdisziplinärer Thementag konzipiert und organisiert bestehend aus wissenschaftlichem Workshop, szenischer Lesung und musikalischer Interpretation.
Workshop „Transgenerationelles Erinnern“ unter der Leitung  von Dr. Ulrike Jureit (Historikerin, Hamburg) und  Dr. Christian Schneider (Soziologe u. Forschungsanalytiker, Frankfurt a.M.) im Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", Lesung Es gibt Zeiten, in denen man welkt – Ein „Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933" von und mit Bianca Pick und Julia Raab (Figurenspielerin, Halle), Konzert der Band "Die Grenzgänger" im Theater der Kulturetage Oldenburg, gefördert vom DFG-Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen" und von der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO)
01/2015„Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“
Workshop organisiert mit Prof. Johann Kreuzer (Philosophie, Carl von Ossietzky Univierstät Oldenburg), unter der Leitung von Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung) und PD. Dr. Christian Schneider (Universität Kassel, Institut für Psychoanalyse), 25. November 2015, Universität Oldenburg
07/2015„Schuld in der Geschichte. Die ‚Funktion‘ von Verzeihung im Spannungsfeld von Erinnern, Verdrängen, Vergessen“
Workshop organisiert, unter der Leitung von Prof. em. Dr. Klaus-Michael Kodalle (Philosophie, Friedrich-Schiller-Universität Jena), 14. Juli 2016, Universität Oldenburg
07/2015„Verletzt und zersetzt: ein Gespräch über Praktiken der Aussöhnung“
Podiumsdiskussion organisiert, mit Prof. em. Dr. Klaus-Michael Kodalle (Philosoph, Jena), Dr. Martin Morgner (Schriftsteller und Historiker, Halle) und Prof. Dr. Dagmar Freist (Historikerin, Oldenburg), 14.07.2016, Schlaues Haus Oldenburg
06/2007–08/2013   Wissenschaftliche Hilfskraft am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, IZEA (z.B. für die DFG-Forschergruppe Die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik, redaktionelle Betreuung verschiedener Publikationsreihen); zudem hilfswissenschaftliche Tätigkeiten am Philosophischen Seminar der MLU (z.B. Tutor)
01/2007–01/2009Mitglied der Berufungskommission „Theoretische Philosophie“
2008–2010Verschiedene Tätigkeiten für das Kant-Lexikon hrsg. v. Georg Mohr, Jürgen Stolzenberg u. Marcus Willaschek (erscheint 2014/2015 im Verlag Walter de Gruyter)
2009Internationale Kant-Konferenz in Kaliningrad

Lehre

SoSe 2015: 

Weiter leben, aber wie?

Antwortversuche nach der Shoah von Ruth Klüger und Jean Améry

Interkulturelle Jüdische Studien, Institut für Geschichte, Universität Oldenburg

WiSe 2015/16

Literatur jüdischer Autoren nach der Shoah: Albert Drach und Edgar Hilsenrath

Interkulturelle Jüdische Studien, Institut für Geschichte, Universität Oldenburg

Vorträge

12/2015

Unterwerfung durch Wissen. Eigensinn und Einpassung durch Distanznahme im Medizinsystem
zus. mit Dr. Silja Samerski
Ringvorlesung des Instituts für Philosophie WS 2015/16 "Unterwerfung durch Freiheit. Leben im Neoliberalismus", 14. Dezember 2015, Universität Oldenburg

11/2015

Erscheinungsformen von Distanz in der Shoah-Literatur
Vierte Nachwuchstagung Judaistik/Jüdische Studien,
Vereinigung für Jüdische Studien in Kooperation mit der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie (Goethe-Universität Frankfurt a.M.), 15.-17. November 2015, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

09/2015

Distanz als literarische Strategie. Re-Subjektivierung durch Distanzierung in der deutschsprachigen Shoah-Literatur
Interdisziplinäres Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt, 16.-18. September 2015, Frankfurt a.M.

09/2015

Delimitation through Sarcasm as a practice of selfhood
Internationaler Workshop: Notions and practices of selfhood in early modern Europe, 6.-8. September 2015, University of Sheffield

08/2015

„Von der Krankheit des Menschenhasses gepackt?“
Käthe Vordtriede: Autobiografie und Briefe

XIII. Weltkongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik, 23.-30. August 2015, Tongji-Universität Shanghai

01/2015

„Verzeihen ist zum Kotzen“. Zur Kritik der Versöhnung
zus. mit David Adler
Fachschaft Philosophie, Kongress „Kritik und Versöhnung“, 15.-17. Januar 2015, Universität Oldenburg

11/2014

Producing Distance in German Shoah Literature
Workshop des Graduiertenkollegs „Selbst-Bildungen“ (Oldenburg) mit dem „Laboratoire du changement social  et politique (Paris): „Becoming self, becoming subject. Perspectives and theories about subjectivation“, 6.-8. Nov. 2014, Universität Paris

06/2014  

Ressentiments? Über Distanz als Erzählhaltung in der deutschsprachigen Shoah-Literatur
Gastvortragsreihe „Identität und Erinnerung“ im Rahmen des Jahresprogramms 2014 des Leo Trepp-Lehrhauses und der Interkulturellen Jüdischen Studien der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Synagoge Oldenburg

05/2014

„Revolte gegen das Wirkliche“. Das Ressentiment als Bestandteil autobiografischen Erzählens
Internationaler Workshop zum Thema: „Storylines and Blackboxes. Konstellationen auto/biografischer Erzählungen über Gewalterfahrungen im Kontext des Zweiten Weltkrieges“ (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, Institut für Europäische Ethnologie/Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, in Kooperation mit der Wienbibliothek, Wien)

10/2013   Autobiografischer Sarkasmus: Selbstzeugnisse des ‚Über‘-Lebens
Internationaler Kongress zum Thema: „Autobiographisches Schreiben von Frauen 1900–1950. Theoretische Ansätze und Praxis“ (Universidad de Alcalá, Alcalá de Henares, Madrid)

Publikationen

 

Aufsätze

„Von der Krankheit des Menschenhasses gepackt?“ Sarkasmus in der Autobiografie und in den Briefen Käthe Vordtriedes. In: Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015. Germanistik zwischen Tradition und Innovation.  [angenommen]

Das Ressentiment als Bestandteil literarischer Distanzierung. In: Storylines and Blackboxes. Autobiografie und Zeugenschaft in der Nachgeschichte von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Hg. v. Johanna Gehmacher u. Klara Löffler. (Beiträge des Wiener Wiesenthal Instituts zur Holocaustforschung Bd. 4). Wien: New academic press, 2017, S. 175-195.

Selbstzeugnisse des ‚Über’-Lebens. Spott trotz Verzweiflung. In: Autobiographische Diskurse von Frauen (1900-1950). Hg. v. Lorena Silos u. Montserrat Bascoy. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2017, S. 227-236.

Lexikonartikel

Personenartikel im Kant-Lexikon. 3 Bde. Hg. v. Marcus Willaschek, Jürgen Stolzenberg, Georg Mohr u. Stefano Bacin. Berlin [u.a.]: De Gruyter 2015:

Bd. 1:

  • Aepinus, Franz Ulrich Theodor (S. 25-26)
  • Baumeister, Friedrich Christian (S. 213)
  • Biester, Johann Erich (S. 292-293)
  • Bock, Friedrich Samuel (S. 300)
  • Borowski, Ludwig Ernst von (S. 303-304)
  • Crichton, Wilhelm (S. 335-336)
  • Dorn, Martin Eberhard (S. 439)
  • Driest, Johann Friedrich (S. 440)
  • Eberhard, Johann Peter (S. 447)
  • Engel, Johann Jacob (S. 507-508)
  • Funk, Johann Friedrich (S. 654)
  • Göschen, Johann Julius (S. 887)
  • Green, Joseph (S. 992)

Bd. 2:

  • Hartung, Johann Heinrich und Gottlieb Leberecht Hartung (S. 1006-1007)
  • Hasse, Johann Gottfried (S. 1007-1008)
  • Hippel, Theodor Gottlieb von (S. 1034-1035)
  • Jachmann, Reinhold Bernhard (S. 1195)
  • Jäsche, Gottlob Benjamin (S. 1199-1200)
  • Lagarde (de la Garde, Francois Théodore) (S. 1366-1367)
  • Mellin, Georg Samuel Albert (S. 1504)
  • Metzger, Johann Daniel Heinrich (S. 1578)
  • Mortzfeld, Johann Christoph (S. 1612)
  • Möser, Justus (S. 1613-1614)
  • Motherby, Robert (S. 1614)
  • Petersen, Johann Friedrich (S. 1747-1748)
  • Plessing, Friedrich Victor Leberecht (S. 1803)
  • Reuss, Maternus (S. 1966)
  • Richardson, John (S. 1982-1983)
  • Rink, Friedrich Theodor (S. 1987-1988)

Bd. 3:

  • Scheffner, Johann George (S. 2007-2008)
  • Silberschlag, Johann Esaias (S. 2095)
  • Spener, Johann Carl Philipp (S. 2145)
  • Süßmilch, Johann Peter (S. 2220)
  • Wasianski, Ehregott Andreas Christoph (S. 2606-2607)