Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen

Meldungen aus dem Graduiertenkolleg

18.05.2017 – DFG Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen"

ERINNERN Ӏ LEBEN Ӏ EXIL – Fluchtpunkte und Grenzgänge

Thementag ERINNERN Ӏ LEBEN Ӏ EXIL – Fluchtpunkte und Grenzgänge

Im Zentrum der für den 31. Mai 2017 geplanten Veranstaltung steht das transgenerationelle Erinnern als Praxis in unterschiedlichen historischen Kontexten. Besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit dem Holocaust in Deutschland nach 1945.

Der Thementag ERINNERN Ӏ LEBEN Ӏ EXIL – Fluchtpunkte und Grenzgänge setzt sich zusammen aus einem Workshop sowie einer szenischen Lesung, die durch ein Konzert der Bremer Folk-Band "Grenzgänger" begleitet wird.

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Interdisziplinärer Workshop „Transgenerationelles Erinnern“

31. Mai 2017, 10:00-13:00 Uhr

Ort: A3-1-109 (Seminarraum des Graduiertenkollegs)

 

Unter dem Titel „Transgenerationelles Erinnern“ findet am 31. Mai 2017 ein interdisziplinärer Workshop mit den ReferentInnen Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung) und Dr. Christian Schneider (Universität Kassel, Institut für Psychoanalyse) statt.

Im Mittelpunkt steht das Konzept des „transgenerationellen Erinnerns“. Erinnern wird als eine Problemstellung, Praxis und Denkfigur verstanden, die sich in unterschiedlichen historischen Kontexten wie etwa dem der Shoah, des Genozids in Ruanda, aber auch der religiösen Verfolgung in der frühen Neuzeit zeigen.

Mit Hilfe von vier thematischen Schwerpunktsetzungen 

·       Vergessen und Erinnern,

·       Zeugenschaft und Zeugnis,

·       Opferidentifizierung und Erinnerungskultur sowie

·       Schuld und Versöhnung

werden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Graduiertenkolleges der Frage annähern, was genau unter transgenerationellem und generationsspezifischem Erinnern zu verstehen ist. Zusätzlich konnte Dr. Katharina Peetz (Theologie, DFG-Projekt „Gelebte Theologie im Friedens- und Versöhnungsprozess Ruandas“, Universität Saarland) als Disputantin gewonnen werden.

Bei dem Workshop handelt es sich um die Fortsetzung einer erfolgreichen Veranstaltung mit dem Titel „Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“ im Jahre 2015. Die Veranstaltung wurde von Prof. Johann Kreuzer und Bianca Pick in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen“ und dem Wissenschaftlichen Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) organisiert und unter der Leitung von Dr. Ulrike Jureit und Dr. Christian Schneider realisiert.

Der Workshop ist öffentlich. Anmeldung: bianca.pick(at)uni-oldenburg.de

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Szenische Lesung & Konzert der Band "Grenzgänger"

31. Mai 2017, 18.00-20.30 Uhr

Ort: Kulturetage, Bahnhofstraße 11, 26122 Oldenburg

- Eintritt frei -

Unter dem Titel Es gibt Zeiten, in denen man welkt – Ein „Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933“ werden die Autobiographie und Briefe der jüdischen Emigrantin Käthe Vordtriede (1891-1964) durch Bianca Pick (Germanistin) und Julia Raab (Figurenspielerin und Theaterpädagogin) gelesen und kommentiert.

Käthe Vordtriede flüchtete 1939 aus Deutschland. Im schweizerischen Exil schrieb sie über ihre Erfahrungen. Zeitgleich forderte ein Preisausschreiben mit dem Titel „Mein Leben in Deutschland“ Emigranten weltweit dazu auf, über ihr Leben in Deutschland zu berichten. Unter den Einsendungen befand sich die Autobiographie Käthe Vordtriedes, der nur knapp die Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gelang.

Nachdem ihr Manuskript jahrzehntelang unauffindbar war, werden die Beteiligten aus der erst 1999 entdeckten Autobiographie Es gibt Zeiten, in denen man welkt lesen.

Für die Lesung konnte erstmalig die Folk-Band „Grenzgänger“ aus Bremen, bestehend aus Michael Zachcial (Gesang, Gitarre), Frederic Drobnjak (Gitarre, Gesang), Felix Kroll (Akkordeon, Gesang) und Annette Rettich (Cello, Gesang) gewonnen werden. Die „Grenzgänger“ werden die Lesung mit den Liedern aus ihrem Album „Und weil der Mensch ein Mensch ist. Lager – Lieder – Widerstand“ (2015) abrunden. Fünf CDs der „Grenzgänger“ wurden bisher mit dem deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet.

Im Zusammenspiel von szenischer Lesung und Live-Konzert entsteht ein besonderes Arrangement von Text und Musik.

Organisationsteam: Bianca Pick, Knut Wormstädt, Marta Mazur

Der Thementag ERINNERN Ӏ LEBEN Ӏ EXIL – Fluchtpunkte und Grenzgänge wird realisiert in Kooperation mit Dr. Anna Langenburuch (Institut für Musik) und mit freundlicher Unterstützung der Universitätsgesellschaft Oldenburg e. V.)