Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen

Meldungen aus dem Graduiertenkolleg

20.03.2018 – DFG Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen"

Call for Papers

"Versöhnung als theologischer Begriff im interdisziplinären Spannungsfeld"

Ein Workshop im Rahmen der Summer School des DFG-Graduiertenkollegs "Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive", Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, 17.-18. September 2018

Als Thema der Theologie ist Versöhnung im Fahrwasser biblischer Interpretation klassisch vor
allem an der Grenze von Christologie und Soteriologie angesiedelt. Der Bezugsrahmen für die
Rede von Versöhnung wurde und wird in diesem Zusammenhang in der Beschreibung der Gott-Mensch-Beziehung gesehen. Auf der anderen Seite kann gerade das 20. und 21. Jahrhundert als
eine Zeit gelten, in der Versöhnung als Thema jenseits der Theologie stark fokussiert wird. So
kommt Versöhnung in den Sozial- und Rechtswissenschaften, in der Philosophie, den Friedens- und Konfliktstudien oder den Kulturwissenschaften als Gegenstand in den Blick.
Die Theologie, insbesondere in den Spielarten der sogenannten „kontextuellen Theologien“,
aber auch und gerade in der ökumenischen Theologie hat sich für diese außerreligiösen Betrachtungen von Versöhnung geöffnet und diese ihrerseits zum Gegenstand theologischer Reflexion gemacht.

Das Ziel des Workshops besteht darin, die vielfältigen Verflechtungen von religiöser und nichtreligiöser Auseinandersetzung mit Versöhnung in den Blick zu nehmen und zu reflektieren. Willkommen sind hierfür Beiträge (ca. 25 Min. Redezeit) aus unterschiedlichen Disziplinen, etwa der Theologie, Philosophie, Geschichte, Soziologie und Sozialwissenschaften, Friedens- und Konfliktstudien, Religionswissenschaften, Rechts- oder Kulturwissenschaften. Im Fokus der Beiträge können eine oder mehrere der folgenden Fragen stehen. Aber auch andere, kreative Annäherungen an die Leitfrage des Workshops sind erwünscht.

  • In welcher Weise wird Versöhnung in unterschiedlichen Disziplinen als Gegenstand gerahmt? Welche Fragen verbinden sich damit?
  • Welche Formen theologischen Nachdenkens über Versöhnung lassen sich an der Grenze
    von Dogmatik und (Sozial-)Ethik nachzeichnen?
  • In welcher Weise finden außertheologische Versöhnungsüberlegungen in das theologische Nachdenken Eingang?
  • Wie verändert sich das Konzept von Versöhnung durch die Geschichte hindurch?
  • In welcher Weise spielen religiöse Sprachspiele für die Rahmung von gesellschaftlichen
    Transitionsprozessen eine Rolle? Wie ist etwa der Boom von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen weltweit zu verstehen?
  • Inwiefern kommen theologische bzw. religiöse Denkfiguren in der Reflexion anderer Disziplinen zum Ausdruck?
  • Welche Kritik wird am Versöhnungsbegriff geübt und vor welchen Hintergründen kommt
    sie auf?

Es wird darum gebeten, den Beitrag in einem Abstract von max. 400 Wörtern Länge zu skizzieren
und zusammen mit einer Kurzbiographie bis zum 1. Mai 2018 an die untenstehende E-Mail-Adresse zu schicken. Insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen werden ausdrücklich dazu
aufgerufen, sich zu bewerben.

Kontakt:

Knut Wormstädt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Graduiertenkolleg 1608/2 „Selbst-Bildungen”
0441/798-2371
knut.wormstaedt@uni-oldenburg.de