Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen

Sophie Künstler

PROMOTIONSPROJEKT

‚Verwerfende‘ Adressierungen. Zum Verhältnis von Anrufung, Anerkennung und Verwehrung im Subjektivierungsprozess erwerbsloser Mütter

ABSTRACT

Das Dissertationsprojekt untersucht empirisch sowie systematisch wie veränderte Adressierungen an (erwerbslose) Mütter im Subjektivierungsprozess wirksam werden und wie daran anschließend das Verhältnis von Anrufung, Anerkennung und Verwehrung in diesem grundsätzlich verstanden werden kann. Wie wird ‚gute‘ Mutterschaft diskursiv und performativ im Prozess selbst hervorgebracht und in welchen Zusammenhang werden dabei Beteiligung am ‚regulären Erwerbsleben‘ und Mutterschaft gesetzt? Wie nehmen erwerbslose Mütter gesellschaftliche Adressierungen wahr, wie setzen sie sich zu ‚verwerfenden‘ – weil potenziell entsubjektivierenden – Adressierungen als gefährdete und gefährliche ‚Risikomütter‘ in Bezug und wie sind diese Prozesse subjektivierungstheoretisch zu verstehen? Dabei basiert das Projekt auf teilnarrativen Interviews mit erwerbslosen Müttern innerhalb von ‚Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung in den Arbeitsmarkt‘, die im  Anschluss an die poststrukturalistische Diskursanalyse ausgewertet und subjektivierungstheoretisch weitergedacht werden sollen.

Forschungsschwerpunkte

  • Armut und Soziale Ungleichheit,
  • Konzepte und Adressierungen von Eltern(schaft),
  • Subjekt und Diskursforschung,
  • Poststrukturalistische Bildungstheorie,
  • Erkenntnistheorie und Methodologie

Kurzbiografie

seit 10/2016Kollegiat_in im Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive" an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
seit 05/2015Wissenschaftliche Mitarbeiter_in am Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt am Main
10/2012-03/2015Studium der Erziehungswissenschaften (Master), Goethe-Universität Frankfurt am Main
Masterarbeit: „Arme Eltern“. (Re-)Produktion einer Subjektposition im pädagogischen Diskurs
10/2009-09/2012Studium der Erziehungswissenschaft und Soziologie (Bachelor), Universität Bielefeld
Bachelorarbeit: Die diskursive (Re-)Produktion der „Migrationsanderen“ − Prozesse des Otherings in Elterninterviews im Kontext des Übergangs von der Kita in die Schule

Publikationen

Anhörungen von Zeitzeug_innen und ihre Bedeutung für die Aufarbeitung sexueller Gewalt. Erziehungs- und kindheitstheoretische Perspektiven. In: Zeitschrift für Pädagogik 5/2016. Gemeinsam mit Sabine Andresen und Julia König

Vulnerabilität und sexuelle Gewalt in der Kindheit. Herausforderungen der Kindheitsforschung. In: Zeitschrift für Sexualforschung 28(4), 2015. Gemeinsam mit Sabine Andresen.

Die „Kinder der Anderen“. Eine diskursanalytische Perspektive auf die Erzeugung vulnerabler Subjektpositionen. In: Andresen, Sabine; Koch, Claus; König, Julia (Hg.): Vulnerable Kinder. Eine kritische Diskussion. Wiesbaden: VS Verlag, 2015.

Von Adressat*innen und Nutzer*innen: Eltern in Kita und Schule. In: Urban, Michael et al.: Inklusion und Übergang – Perspektiven der Vernetzung von Kita und Grundschule.Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2015. Gemeinsam mit Sabine Andresen und Nadine Seddig.

Das Konzept der Schulfähigkeit als Schlüssel zum Übergang. Kulturhistorische und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Analyse eines bildungsrelevanten Übergangs. In: Hof, Christiane; Meuth, Miriam; Walther, Andreas (Hg.): Pädagogik der Übergänge. Weinheim: Beltz Juventa, 2014. Gemeinsam mit Sabine Andresen und Nadine Seddig.

Schulfähigkeit des Kindes und Befähigung der Eltern. Empirische und normative Fragen an die „Einschulung“ der Familie. In: bildungsforschung, Jahrgang 10, Ausgabe 1, 2013. Gemeinsam mit Sabine Andresen und Nadine Seddig.

Handbuch Intersektionale Gewaltprävention – Leitlinien zur Umsetzung einer Intersektionalen Gewaltprävention (IGIV), 2011. Gemeinsam mit Olaf Stuve, Elli Scambor, Marion Fischer und anderen.

Vorträge

09/2016Die Konstruktion von ‚Zugehörigkeit‘ und die Relation von Zuordnung, Aneignung und Widerstand. DN18 - Gender Studies meets Diskursforschung meets Gender Studies, Paderborn, 8.9.-9.9.2016, Vortrag
09/2016‘Families in poverty’ – discourses and experiences. 8th Congress of the European Society on Family Relations (ESFR), Dortmund, 31.8.-3.9.2016, Symposiumchair gemeinsam mit Sabine Andresen und Holger Schoneville
09/2016The ‘dangerous addressing’ as ‘poor parents’. 8th Congress of the European Society on Family Relations (ESFR), Dortmund, 31.08.-03.09.2016, Dortmund, Vortrag
03/2016‚Verwerfende‘ Adressierungen. Zum Verhältnis von Anrufung, Anerkennung und Verwehrung im Subjektivierungsprozess erwerbsloser Mütter. 4. Rhein-Ruhr Promovendensymposium „Arbeit und Soziale Sicherheit“, Duisburg, 10.-11.3.2016, Präsentation des Promotionsprojektes
02/2016Being (put) on the ‘outside’ or ‘the edge’ – Thoughts on the relation between epistemic violence and (de-)subjectivation. Workshop „Exploring Epistemic Violence“, London, 22.02.2016, Paperpräsentation
11/2015“We are not Poor” – Power Effects of Knowledge Production and (Im-)Possibilities for Critique within the Research about the Poor. 6th ANNUAL GRADUATE CONFERENCE OF THE CLUSTER OF EXCELLENCE “THE FORMATION OF NORMATIVE ORDERS”, Frankfurt/Main, 13.-14.11.2015, Vortrag
11/2015Kinder. Armut. Familie. Alltagsbewältigung und Wege zu wirksamer Unterstützung. Fachtag „Mehr Bildung für weniger Armut“, Solothurn, 6.11.2015. Fachvortrag
09/2015The Conception of the Relation Between Child and Parental Well-Being within the Context of Poverty. 5th Conference of the International Society for Child Indicators, Cape Town, 2.-4.09.2015, Vortrag
06/2015Arme Eltern als nicht zu Bemitleidende. Jahrestagung der Kommission Sozialpädagogik der DGfE, Siegen, 12.06.2015, Vortrag
06/2014School Readiness and Capabilities – The Perspective of the Participants. Conference „Being a parent today“, Hannover, 26.-28.06.2014 Posterpräsentation
08/2013The Reconstruction of ´Good Parenthood´: Political Debates and Parents Perspectives on Institutional Settings of Education in Germany 23rd EECERA Conference, Tallinn, 28.-31.08.2013. Vortrag gemeinsam mit Stefanie Bischoff

Lehre

WiSe 2016/17Ohne Erziehung keine „Wirklichkeit“. Gesellschafts- und erkenntnistheoretische Grundlagen für die Betrachtung von Erziehungs- und Bildungsprozessen (WiSe 2016/2017, BA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
WiSe 2016/17Erziehung und Gewalt im Film (WiSe 2016/2017, BA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main, gemeinsam mit Sabine Andresen)
Judith Butlers Kritik der ethischen Gewalt (SoSe 2016, MA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
WiSe 2015/16Helikopter-Eltern und Risikofamilien. Gesellschaftliche Konzepte „guter“ und „schlechter“ Elternschaft (WiSe 2015/2016, BA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
WiSe 2015/16Die (Re-)Produktion von Wahrheit – Einführung in die Methodologien und Methoden der Diskursforschung (WiSe 2015/2016, zweitägiger Methodenworkshop, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
SoSe 2015„Ihr lest Bücher über Bücher und schreibt Texte über Texte“ – wissenschaftliches Arbeiten im Studium (SoSe 2015, BA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
WiSe 2013/14Wohlbefinden und das gute Leben in der Kindheits- und Jugendforschung und der Kinder- und Jugendpolitik (WiSe 2013/2014, BA-Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main, gemeinsam mit Sabine Andresen)
 

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