Gleichstellungsstelle

AUSSTELLUNG "buchKUNST.netzWERK.handARBEIT"

8. März bis 5. April 2012 im Foyer der Universitätsbibliothek

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 08:00–24:00 Uhr
Samstag/Sonntag 10:00–18:00 Uhr

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In der Ausstellung „buchKUNST.netzWERK.handARBEIT“ werden unterschiedliche, von Frauen erarbeitete Buchobjekte präsentiert. Das Medium Buch ist dabei seiner uns vertrauten Funktion als Wissensspeicher, Gebrauchsgegenstand und Massenware enthoben und wird zum Objekt von künstlerischen Konzepten. Bereits die Dada-Bewegung der 1920er Jahre begriff das Buch als „ein eigenständiges, kommunikatives Medium […], mit dem der Ausbruch aus den festgefügten Stammplätzen der Kunst hin zu einer breiten Öffentlichkeit und zur einer kommunikativen Vernetzung der Künstler untereinander gelingen kann“ (M. Glasmeier, 1994).

Bei der Ausstellung im Foyer der Bibliothek und im Bibliotheksaal durchdringen sich zwei unterschiedliche Themenbereiche:

Künstlerinnenbücher

Die Künstlerinnenbücher und Buchobjekte aus den 1960er und 80er Jahren spiegeln vielfältige Strömungen der Gegenwartskunst: Fluxus, Mail-Art, Pop-Art und Concept-Art. Die präsentierten Exponate entstammen der Sammlung der Universitätsbibliothek, die 1986 für eine große Ausstellung eingeworben wurden (Uni-Info 5/97, 6/08). Die subjektiv getroffene Auswahl aus den etwa 300 Werken von insgesamt 200 Künstlerinnen und Künstlern aus 28 Ländern umfasst anlässlich des Internationalen Frauentags ausschließlich Arbeiten von Frauen. Die Ausstellung und Sammlung der Universitätsbibliothek ist in einem opulenten Katalog auf über 1.400 dreieckigen Seiten dokumentiert.

  • Konzept & Katalog zur Künstlerbücher-Ausstellung 1986: Klaus Groh, Christiane Dierks, Hermannn Havekost, Anke Schröder
  • Auswahl zum 8.3.2012 der Künstlerinnenbücher/Buchobjekte:Anne G. Kosfeld, Karl-Ernst Went

Gesamtkunstwerk „Buchobjekte/Netz-Werke“

Das von der Oldenburgerin Doris Reske initiierte Gesamtkunstwerk „Buchobjekte/Netz-Werke“ ist innerhalb von wenigen Monaten in kollektiver „Netzwerk“-Arbeit entstanden. Zum einen erfahren die etwa 100 zusammengetragenen Bücher durch die Verbindung mit textiler Handarbeit eine Neuinterpretation als Buchobjekte, zum anderen werden die traditionell dem privaten, häuslichen Bereich zugerechneten Fertigkeiten wie Stricken, Nähen und Häkeln in den öffentlichen Raum hineingetragen und mit einer unkonventionellen Bedeutung versehen. Die Objekte verweisen implizit auf die gesellschaftlich tradierte Einordnung von Handarbeit als „Frauenarbeit“ und auf die bis heute anhaltende geringe Bewertung (bzw. Entlohnung) von hauptsächlich durch Frauen ausgeübte Tätigkeiten. Als Referenz an die häusliche Arbeitswelt früherer Frauengenerationen kann die Beschränkung auf die symbolbehaftete „Wäsche-Farbe“ Weiß verstanden werden. Der „Netzwerkgedanke“ spielt in mehrfacher Hinsicht eine Rolle, denn textile Fertigkeiten wurden und werden zumeist im informellen Wissensaustausch erlernt: Früher von Generation zu Generation weitergegeben – heute in selbst organisierten Handarbeitszirkeln oder medial vermittelt durch soziale Internet-Plattformen wie „ravelry.com“ mit inzwischen rund zwei Millionen Mitgliedern.

  • Konzept & Organisation Gesamtkunstwerk „Buchobjekte/Netz-Werke“: Doris Reske, M. A.
  • handARBEIT: Doris Arndt, Elke Behrens, Gabi Fischlein, Cathrin Gressieker, Thora Humbert, Petra Mende, Doris Reske, Iris Wilde, Syker Quilterinnen u. v. m.