Gleichstellungsstelle

Frauenförderrichtlinie

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2.1 Stellenausschreibung

2.1.1 Allgemein

(1) Zu besetzende Stellen4 werden in der Regel öffentlich ausgeschrieben und sind in der Universität rechtzeitig bekanntzumachen. Die zuständige Frauenbeauftragte ist an der Erstellung des Ausschreibungstextes rechtzeitig zu beteiligen.

(2) Die Stellenausschreibungen erfolgen in der weiblichen und nachfolgend in der männlichen Stellenbezeichnung. Sie sind so abzufassen, daß Frauen ausdrücklich und gezielt angesprochen werden. Der Hinweis auf mögliche Teilzeitbeschäftigung ist aufzunehmen.

(3) Eine Widmung von Stellen für Frauen kann insbesondere dann erfolgen, wenn dadurch besondere Aspekte der Frauen- und Geschlechterforschung in das Lehr- und Forschungsangebot miteinbezogen werden.

 

2.1.2 Besonderheiten in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind

(1) In die Ausschreibung ist der Hinweis aufzunehmen, daß die Universität den Frauenanteil unter den Beschäftigten erhöhen will. Der Wortlaut des Zusatzes ist in der mit der Personalabteilung und dem Präsidenten beschlossenen Vereinbarung vom 18.2.1997 zur Beteiligung der Frauenbeauftragten bei Personalmaßnahmen geregelt.

(2) Die Organisationseinheiten haben über ihre Bemühungen, Frauen einzustellen, gesondert Nachweis zu führen.

(3) Bei starker Unterrepräsentanz soll eine Ausschreibung nur für Frauen erfolgen.

2.2 Besetzung von Stellen und Beschäftigungspositionen

Bestandteil der Richtlinie im Wortlaut:

§ 52 (8) NHG Berufungsvorschläge
§ 8 (2) NGG Auswahlverfahren
§ 9 (2) NGG Auswahlkriterien

2.2.1 Allgemein

(1) Bei Anträgen auf Freigabe bzw. Verwendung freier oder freiwerdender Stellen muß die antragstellende Organisationseinheit mitteilen, ob die Stelle in einem Bereich angesiedelt ist, in dem eine Unterrepräsentanz vorliegt. Wenn Frauen unterrepräsentiert sind, muß die Organisationseinheit aufzeigen, wie sie mit der betreffenden Stelle die Unterrepräsentanz zu verringern beabsichtigt.

(2) Bei Berufungen und sonstigen wissenschaftlichen Stellen ist § 52 NHG analog anzuwenden. Wenn bei Berufungen ein vergleichendes Gutachten angefordert wird, hat die Frauenbeauftragte das Recht, ein zusätzliches vergleichendes Gutachten von einer Gutachterin oder einem Gutachter ihrer Wahl anzufordern.

(3) Im Gutachten ist transparent zu machen, in welcher Arbeitsbeziehung die Gutachterin und der Gutachter zu Bewerberinnen und Bewerbern stehen bzw. gestanden haben. Den Gutachterinnen und Gutachtern sind die Einstellungsvoraussetzungen des NHG sowie einschlägige Erlasse (insbesondere auch zur Nachqualifikation an Fachhochschulen) mitzuteilen.

(4) Bei Stellenbesetzungen im MTV-Bereich müssen zwei stimmberechtigte Frauen Mitglieder der Personalauswahlkommission sein. Eine Ausnahme kann analog zu § 52 (3) Satz 5 NHG nur mit Zustimmung der Frauenbeauftragten zugelassen werden.

(5) Es ist darauf zu achten, daß bei den Auswahlkriterien nicht die "männliche Normalbiographie" im Vordergrund steht, sondern aufgrund struktureller Bedingungen anders verlaufene Frauenkarrieren als gleichwertig berücksichtigt werden.

(6) Die in der Stellenausschreibung festgelegten Qualifikationsmerkmale dürfen während des Verfahrens ohne Zustimmung der Frauenbeauf-tragten nicht verändert werden.

(7) Vorangegangene Teilzeitbeschäftigungen und Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit dürfen nicht nachteilig ausgelegt werden. Hat sich auf eine teilzeitgeeignete Stelle keine zweite Teilzeitkraft beworben, so darf die Bewerbung der einen Teilzeitkraft aus diesem Grund nur abgelehnt werden, wenn es dafür zwingende personalwirtschaftliche Gründe gibt.

(8) Die Fachbereiche und sonstigen Organisationseinheiten sollen bei der Planung und der Definition von Stellenanforderungen und bei der Besetzung und Wiederbesetzung von Stellen im wissenschaftlichen Bereich Arbeits- und Lehrgebiete verstärkt berücksichtigen, die sich mit "Frauen- und Geschlechterforschung", auch im Sinne "feministischer Forschung", beschäftigen. lnterdisziplinarität wird dabei begrüßt.

2.2.2 Besonderheiten in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind

Bestandteil der Richtlinie im Wortlaut:

§ 6 NGG Ausbildung

(1) Bewerberinnen sollen bei gleichwertiger Qualifikation bevorzugt eingestellt werden, bis ihr Anteil die Hälfte der Stellen in der jeweiligen Organisationseinheit beträgt. Dies gilt auch bei Beförderung und Höhergruppierung von Frauen in befristeten Verträgen.

(2) Zu Vorstellungsgesprächen sind alle Frauen, die die in der Stellenausschreibung angegebenen Grundvoraussetzungen erfüllen, einzuladen.

(3) Wenn auf dem gewünschten Qualifikationsniveau keine Frau gefunden wird, aber genügend qualifizierte Frauen auf der darunterliegenden Qualifikationsstufe vorhanden sind, sollen in Fächern mit starker Unterrepräsentanz die Stellen unter Berücksichtigung der Situation des Faches - und insbesondere unter der Maßgabe, daß ein ordnungsgemäßes Studium gewährleistet bleibt - solange unbesetzt bleiben bzw. verwaltet werden, bis sie von einer entsprechend qualifizierten Frau besetzt werden können.

(4) Ist bei einem Berufungsverfahren keine Frau für einen Listenplatz vorgesehen, soll die Hochschulleitung in Absprache mit der Frauenbeauftragten entscheiden, ob die Ausschreibung wiederholt werden soll.

(5) Bei Ausbildungsgängen, in denen eine Unterrepräsentanz von Frauen besteht, sollen Frauen mindestens entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Bewerbungen berücksichtigt werden.

(6) Bei starker Unterrepräsentanz sind im Ausbildungsbereich für nachrückende Frauen und Männer getrennte Listen zu führen. Nur dann, wenn sich trotz intensiver Bemühungen nicht genügend geeignete Frauen bewerben, können diese Stellen mit Bewerbern besetzt werden.

(7) Frauen, die in einem Beruf ausgebildet wurden, in dem der Frauenanteil bisher unter 20 v.H. liegt, sollen vorrangig übernommen werden.