Gleichstellungsstelle

Frauenförderrichtlinie

1. Lehre, Forschung, Studium

Rechtlicher Rahmen:

§ 2 (3) NHG Aufgaben
§ 21 NHG Studienberatung und Studienbetreuung

1.1 Studieninformation und -beratung

(1) Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg informiert neben den üblichen Beratungsangeboten Frauen gezielt über Studienangebote und -bedingungen. Außerdem sollen Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen über den aktuellen Stand neuer Berufsfelder und -perspektiven für Frauen informiert werden.

(2) In den Studiengängen, in denen Studentinnen unterrepräsentiert sind, werden Veranstaltungen mit dem Ziel angeboten, Schülerinnen und Frauen anderer interessierter Personengruppen verstärkt anzusprechen, um sie für diese Studiengänge zu gewinnen. Ferner dient eine Kooperation mit Schulen, Arbeitsämtern, Berufsinformationszentren und anderen dazu, den Anteil der Studentinnen zu erhöhen.

(3) Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, insbesondere die Zentrale Studienberatung, gewährleistet auf Studentinnen bezogene Beratungsangebote zur Studien- und Berufsplanung sowie zu Problemen des Berufseinstiegs. Hierbei ist auch eine wissenschaftliche Laufbahnberatung einzuschließen.

In Zusammenarbeit mit den Fachbereichen werden spezielle Konzepte für Studentinnen erarbeitet, um Frauen bei der Studienfach- und -schwerpunktwahl zu unterstützen und während der gesamten Studienzeit zu begleiten.

Die Möglichkeiten einer Studienberatung, die sich speziell an Studentinnen richtet, sind in allen Fachbereichen detailliert und hochschulöffentlich bekanntzugeben. Die Studienberatung unterhält einen engen Kontakt mit den Frauenbeauftragten.

(4) Der Psychologische Beratungsservice verpflichtet sich, ausreichende Beratungskapazitäten speziell für Frauen bereitzuhalten.

(5) Die Universität strebt Kooperationsverträge mit lndustriebetrieben, Verwaltungen, sozialen Einrichtungen etc. an, die bei der Besetzung von Praktikums- und Arbeitsplätzen Studentinnen und Absolventinnen in ausreichender Zahl berücksichtigen. Studentinnen soll eine Adressendatei von Firmen zur Verfügung gestellt werden, die studienbezogene Praktikums- und Arbeitsplätze anbieten.

1.2 Ergänzendes Qualifikationsangebot

(1) Für Studentinnen sollen regelmäßig Veranstaltungen zur überfachlichen Qualifizierung, insbesondere Bewerbungstraining, Rhetorik, Kreatives Schreiben, Zeitmanagement, Umgang mit Leitungsfunktionen und Computerkurse, angeboten werden.

(2) Zur Verbesserung der Studiensituation von Studentinnen sollen in allen Studienfächern Tutorienprogramme stattfinden. Die Tutorienprogramme eröffnen den Studentinnen zu Studienbeginn, im Studienverlauf und in der Abschlußphase die Möglichkeit, ihre jeweils spezifischen Probleme zu bearbeiten. Diese Veranstaltungen sind als Veranstaltungen für Frauen im Vorlesungsverzeichnis besonders zu kennzeichnen.

Diese Tutorienprogramme sollen nicht ein zusätzliches Angebot für die Studierenden darstellen, sondern integraler Bestandteil des Studiums sein. Es sollte dabei zu keinen zusätzlichen zeitlichen und inhaltlichen Belastungen der Studentinnen kommen. Grundsätzlich sollen in Tutorienprogrammen feministische Fragestellungen thematisiert werden. Auf Wunsch von Studentinnen sollen auch Lehrveranstaltungen und Praktika nur für Studentinnen eingerichtet werden.

1.3 Frauen- und Geschlechterstudien in Lehre, Forschung, Studium

(1) In den Fachbereichen, Instituten, aber ebenso fächerübergreifend, sollen Forschungsvorhaben zum Thema "Frauen- und Geschlechterstudien" besonders eingefordert, unterstützt und gefördert werden. Wichtig ist dabei auch, daß "Frauen- und Geschlechterforschung" nicht nur in speziellen Forschungsvorhaben verwirklicht wird, sondern in die herkömmlichen Forschungsansätze inhaltlich und methodisch einfließt.

(2) Die Universität gibt ein kommentiertes Veranstaltungsverzeichnis zu Frauen- und Geschlechterstudien heraus.

(3) Die Fachbereiche und Institute, die Lehre anbieten, sollen Lehrveranstaltungen zu Inhalten aus der Frauen- und Geschlechterforschung anbieten und fördern. Ist dies durch hauptberuflich an der Universität tätiges Lehrpersonal nicht sicherzustellen, soll dies durch die Vergabe von Lehraufträgen und Gastprofessuren sowie durch die Durchführung von Gastvorträgen erfolgen.

(4) Das Lehrangebot zu Frauen- und Geschlechterstudien in den Fachbereichen soll in den Evaluationsberichten der Fachbereiche bzw. Fächer ausdrücklich dokumentiert werden.

1.4 Prüfungen und Studienordnungen

(1) Die Fachbereiche, Studiengänge und Institute sind aufgefordert, Themenstellungen aus der Frauen- und Geschlechterforschung ihrer Fachdisziplinen in ihren Studien- und Prüfungsordnungen zu verankern.

(2) Schwangerschaft, Elternschaft sowie die Betreuung Pflegebedürftiger dürfen nicht zur Benachteiligung im Studium und beim Studienabschluß führen. Dem muß in Studien- und Prüfungsordnungen Rechnung getragen werden.