abgeschlossene Projektveranstaltungen

Ausstellungsprojekte

Das Mittelalter im MachMitMuseum

  • Dozentin: Lena Schönborn (in Zusammenarbeit mit dem MachMitMuseum "miraculum" Aurich)
  • Modul: GM 2/VM 2 für Studierende des M.A. Europäische Geschichte, AM 2 und MM 6a/b für Studierende des M.A. Museum und Ausstellung
  • Dauer: SoSe 2012 bis WiSe 2012/13
  • Kurzbeschreibung: Das "miraculum" ist ein Kinder- und Jugendmuseum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, in jährlich wechselnden Ausstellungen Bildungsinhalte interaktiv zu vermitteln und die Kinder zum Mitmachen anzuregen. Für 2013 ist dort eine interaktive Erlebnisausstellung zum Mittelalter geplant, bei der diese historische Epoche durch handlungsorientiertes Lernen mit allen Sinnen erfahrbar gemacht und inszeniert werden soll. Unser Ziel ist es, diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Auricher Kunstschule "miraculum" konzeptionell vorzubereiten und dabei Einblicke in die Arbeitsweisen eines Kinder- und Jugendmuseums zu gewinnen. Das Projektmodul besteht aus zwei Veranstaltungen: In Teil 1 werden wir uns während des Sommersemesters 2012 in die Thematik einarbeiten und das nötige Hintergrundwissen erwerben, um die einzelnen Themengebiete für die Ausstellung abzustecken. Dazu sollen die Themen kindgerecht aufbereitet und gemeinsam mit der Kunstschule "miraculum" in einem Ausstellungskonzept zusammengeführt werden. Hier sind kleine Exkursionen nach Aurich und ggf. eine Abkehr vom wöchentlichen Rhythmus denkbar. In Teil 2 werden wir im Herbst 2012 bzw. im Frühjahr 2013 in Blockterminen die Umsetzung des Konzepts vor Ort begleiten. Im März 2013 soll dann schließlich die Ausstellung eröffnet werden.

Der Münzschatz von Jever

  • Dozenten: Martin Andreas Lindner / Susanne Börner
  • Studiengang / Modul: Aufbaumodulveranstaltung für Studierende des MA Museum und Ausstellung und MA Europäische Geschichte
  • Dauer: Sommersemester 2011 - Wintersemester 2011/12
  • Kurzbeschreibung: Im Jahre 1850 wurde im heutigen Schlosspark Jever einer der größten antiken Silberschätze Norddeutschlands gefunden, der bislang aber nur sehr eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Durch Arbeit an Originalstücken, Fundberichten und weiteren Quellen wurde von Studierenden der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Schlossmuseum Jever eine Ausstellung entwickelt. Sie war vom 4.3.2012 bis zum 29.4.2012 im Schlossmuseum Jever zu sehen. [mehr]

Spiele im Mittelalter

  • Dozent: Rudolf Holbach
  • Semester: SoSe 2011
  • Studiengänge / Modul: B.A. (AM 2), M.A. Europäische Geschichte (VM 2)
  • Kurzbeschreibung: Formen und Funktionen des Spiels als "Urphänomen des Lebens" sind gerade im Zuge einer modernen kulturwissenschaftlichen Ausrichtung der Mediävistik von besonderem Interesse. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Stellenwert von Spielen und freier Zeit in einer ständisch gegliederten Gesellschaft, in der eine scharfe Unterscheidung von Arbeit und "freier Zeit", von Öffentlichkeit und Privatsphäre noch nicht im selben Maße vorhanden war. Vor allem ging es im Projektseminar darum, Präsentationsformen mittelalterlichen Spielens wie der wissenschaftlichen Auseinandersetzung damit für die Öffentlichkeit zu entwickeln. Die Veranstaltung mündete in eine Präsentation bei der "Langen Nacht der Museen" am 10. September 2011 in Oldenburg. [Pressebericht im Uni-Info 7/2011]

Ein langweiliges Thema spannend machen

  • Dozentin: Indre Döpcke
  • Semester: SoSe 2011
  • Studiengang / Modul: B.A. (PB 72: Historische Museen und Ausstellungen)
  • Kurzbeschreibung: Stellen Sie sich vor, Sie sind Museumspädagogin/Museumspädagoge in einem Freilichtmuseum und erhalten den Auftrag, für die neue Dauerausstellung zur Umweltgeschichte ein museumspädagogisches Konzept und daraus ein entsprechendes Programm für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II zu erarbeiten. Wie gehen Sie vor? Mit dieser Frage befasste sich das Seminar an einem praxisrelevanten Beispiel: Ausgehend von einer Reflexion wissenschaftlicher Debatten zu schulischen Bildungszielen und denen des Museums als außerschulischen Lernort wurden anhand der Umweltgeschichte Vorschläge zur museumspädagogischen Umsetzung der Thematik erarbeitet. Da der Lehrstuhl Didaktik der Geschichte im Rahmen des Forschungsverbundprojektes "Mensch & Umwelt. Pilotprojekt zur Vernetzung von Forschung, museologischer Dokumentation und Didaktik" [Homepage] eng mit dem Museumsdorf Cloppenburg - Niedersächsisches Freilichtmuseum zusammenarbeitet, flossen die Ergebnisse des Seminars direkt in praktische Ausstellungskonzeptionen ein.

Welt hinter Glas. Briefbeschwerer als Erinnerungsstücke und historische Sachquellen

  • Dozent: Rudolf Holbach
  • Semester: SoSe 2010
  • Studiengang / Modul: M.A. Museum und Ausstellung (MM 7) und M.A. Europäische Geschichte (PrM)
  • Kurzbeschreibung: Die Geschichte von Paperweights aus Glas reicht bis in die Zeit um 1840 zurück. Zunächst Nebenprodukte der Glasherstellung und kleine Geschenkartikel und Andenken, wurden sie wegen ihres Variationsreichtums bald zu Sammlerstücken, vor allem in den angelsächsischen Ländern, und entwickelten sich im Laufe der Zeit teilweise zu teureren Kunst- und Prestigeobjekten. Einzelne Standorte bzw. Regionen erlangten mit ihrer Produktion unter Einsatz spezieller Techniken einen besonderen Ruf. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Briefbeschwerer jedoch weniger als Zeugnisse von Handwerkskunst sondern als historische Quellen, die durch Bild und Schrift Zeichenträger persönlicher und kollektiver Erinnerung und Wahrnehmung sind. Solche Paperweights lassen über "Realaussagen" hinaus sich besonders als Andenken an Reisen und zugleich als Ausdruck der Wertschätzung von bestimmten Städten, Bauwerken, Plätzen u. a. und des damit verbundenen Selbstverständnisses verstehen, als Zeichen von Patriotismus, von Frömmigkeit, von Naturverbundenheit wie Technikbegeisterung, von Hinwendung zur Vergangenheit wie zur Moderne etc. Sie konnten der Erinnerung an für denkwürdig gehaltene Ereignisse dienen, Träger von Familiennachrichten oder Beweis gegenseitiger Zuneigung sein und fungierten und fungieren ebenso als Werbeträger. Von daher decken sie als Bild- und Sachquellen ein breites Spektrum ab. Die Studierenden machten sich im Projekt mit der Geschichte und den Bedingungen von Produktion und Technik im Glasgewerbe und wichtigen europäischen und weiteren Standorten in ihren Wandlungen vertraut, um daraufhin die Bedeutung von Paperweights als historische Quellen erkennen und vergleichend bewerten zu können. Hiernach konnten die Teilnehmer/innen Exponate aus einer privaten Sammlung auswählen, klassifizieren und beschreiben; deren Hintergründe (z. B. Geschichte von Bauwerken, Denkmälern, Firmen) recherchieren, in den allgemeinen historischen und kulturellen Kontext stellen und die Ergebnisse in der Gruppe präsentieren. Studierende des MA Museum und Ausstellung erarbeiteten in der Gruppe die Konzeption einer Ausstellung in Kooperation mit dem Schlossmuseum in Jever, die im Winter 2010/11 gezeigt werden sollte. Studierende des MA Europäische Geschichte erstellten gemeinsam mit den Lehrenden einen Katalog zur Ausstellung.

Oldenburger Geistesblitze

  • Dozentin: Dagmar Freist
  • Semester: SoSe 2009
  • Studiengang / Modul: M.A. Europäische Geschichte
  • Kurzbeschreibung: Wussten Sie, dass die Behandlung mit Schüßler-Salzen, die Einführung der Stromlinienform in den Schiffs- und Luftschiffbau, die erste vollständige Übersetzung der "Märchen aus 1001 Nacht" in deutscher Sprache, die Verankerung der historisch-kritischen Methode in der Theologie und wichtige Denkanstöße zur modernen Philosophie, Pädagogik und Sexualwissenschaft auf Oldenburger Wissenschaftler zurückgehen? Vom 13. August bis 31. Oktober 2009 spürte die Ausstellung "Geistesblitze - Forscher, Erfinder und Gelehrte im Oldenburger Land" in der Landesbibliothek Oldenburg den Urhebern dieser und anderer "Geistesblitze" nach. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende der Universität Oldenburg stellten auf anschauliche Weise bedeutende Forscher, Erfinder und Gelehrte des 17. bis 20. Jahrhunderts vor, die mit Stadt und Region Oldenburg verbunden sind. Das Ausstellungsprojekt, das eigens für den Rahmen "Stadt der Wissenschaft" konzipiert wurde, basierte auf einer Kooperation der Landesbibliothek Oldenburg mit dem Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und der Oldenburgischen Landschaft [zur virtuellen Ausstellung].
  • Begleitend zur Ausstellung erschien der Katalogband: Oldenburger Geistesblitze. Forscher, Erfinder und Gelehrte im Oldenburger Land, hg. v. Dagmar Freist und Wolfgang Erich Müller (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg 48), Oldenburg: Isensee, 2009.
  • Presse: zum Artikel im Uni-Info

Erinnerung an 20 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit

  • Dozentin: Maren Ullrich
  • Semester: WiSe 2008/09
  • Studiengang / Modul: B.A. (PB 71: Institutionen und Medien der Geschichtskultur)
  • Kurzbeschreibung: Im November 2009 jährte sich die friedliche Revolution in der DDR zum zwanzigsten Mal. Die Erinnerung an dieses Ereignis warunmittelbar verknüpft mit der deutschen Wiedervereinigung, derer am 3. Oktober 2010 - ebenfalls zum zwanzigsten Mal - gedacht werden sollte. Öffentliche Medien und Institutionen der Geschichtskultur widmeten den bevorstehenden Jahrestagen eine große Aufmerksamkeit. Museen, Geschichtsvereine und Archive planten eine Vielzahl von Ausstellungen, Filmen, Berichten und Veranstaltungen. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte zudem ein Förderprogramm ausgeschrieben und die Koordination der vielfältigen Initiativen übernommen. Erklärtes Ziel war es, "eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte insbesondere auch auf kommunaler Ebene anzustoßen." Im Seminar verschafften sich die Teilnehmer/innen nach einer grundsätzlichen Diskussion über Sinn und Zweck von historischen Jahrestagen zunächst einen Überblick über die geplanten Initiativen und deren Vernetzung. Anhand eines konkreten Projektes wurde in der zweiten Semesterhälfte die Konzeption einer Sonderausstellung erprobt.

Gedenkstättenprojekte

Das Jahrhundert der Lager

  • Dozentin: Yvonne Robel (in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Lager Sandbostel)
  • Modul: AM4
  • Dauer: WiSe 2012/13
  • Kurzbeschreibung: Die Präsenz von Lagern durchzieht das 20. Jahrhundert. Sie dienten in unterschiedlicher Weise sowohl der systematischen Überwachung und Repression der Gesellschaft, der Absonderung von unerwünschten Personen (etwa von Kolonisierten, Staatenlosen, „Asozialen“ oder von rassenideologisch oder politisch definierten „Feinden“), der Ausbeutung von Arbeitskraft, der systematischen Vernichtung von Menschen als auch der Ordnung und Disziplinierung (z.B. von Flüchtlingen). Sind Lager demnach als Phänomene der Moderne zu betrachten? Repräsentieren sie mit den Worten Giorgio Agambens einen permanenten und anhaltenden Ausnahmezustand? Von welchen Kontinuitätsvorstellungen gehen wir aus, wenn wir vom „Jahrhundert der Lager“ sprechen? Eignet sich der Begriff als erkenntnistheoretische Klammer zur Erforschung des 20. Jahrhunderts? - Nach einer einführenden Beschäftigung mit diesen Fragen haben wir uns in Teamarbeit mit einzelnen Lagertypen des 20. Jahrhunderts befasst. Anschließend richteten wir den Fokus auf das Lager Sandbostel, welches seit 1939 als Kriegsgefangenenlager, im April 1945 als „Auffanglager“ für Häftlinge des KZ Neuengamme, nach der Befreiung als britisches Internierungslager für SS-Angehörige, zwischen 1948 und 1952 als Justizanstalt und in den 1950er Jahren als Unterbringung für jugendliche DDR-Flüchtlinge diente. Vor dem Hintergrund der theoretischen Auseinandersetzung sowie anhand vorhandener Quellen aus der Geschichte Sandbostels und in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte wurden gemeinsame Forschungsfragen entwickelt. Ziel war es, mit Blick auf den Begriff des Lagers selbst und die sich überlagernden Lagernutzungen in Sandbostel über mögliche Thematisierungs- und Präsentationsformen dieser Fragen vor Ort nachzudenken. Einzelne Ergebnisse der Studierenden werden in Zukunft wohl unter anderem auf der Hompeage der Gedenkstätte zugänglich sein.

Täterbilder. Zwangsarbeit am U-Boot-Bunker "Valentin"

  • Dozentin: Yvonne Robel (in Zusammenarbeit mit Kathrin Herold, Pädagogische Mitarbeiterin am Denkort Bunker „Valentin“)
  • Modul: AM 4
  • Dauer: SoSe 2012
  • Kurzbeschreibung: Als eine der größten Rüstungsruinen zeugt der U-Boot-Bunker ‚Valentin‘ in Bremen-Farge noch heute von der nationalsozialistischen Herrschaft und der Ausbeutung von Zwangsarbeitern vor Ort. Der Bau des mehr als 400 Meter langen Bunkers mit seinen meterdicken Betonwänden forderte unter zivilen Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen, Häftlingen des Arbeitserziehungslagers Farge und KZ-Häftlingen über 1000 Todesopfer. Erst 2011 konnte die Stadt Bremen den Bunker aus dem Besitz der Bundesmarine übernehmen und sich der Ausgestaltung als ‚Denkort‘ widmen. Das Seminar hat sich ausgehend vom Bunker ‚Valentin‘ mit Fragen der nationalsozialistischen Täterschaft befasst. Gearbeitet wurde hierfür v.a. mit Akten über einen Prozess und Ermittlungen gegen ehemalige Täter des anliegenden Arbeitserziehungslagers. Entstanden sind dabei – in Projektteams und Einzelarbeit – z.B. ein Unterrichtsstundenkonzept zum Thema „Täter und Tat multiperspektivisch betrachtet“, ein Projekttagkonzept zur Frage, welche Handlungsspielräume die Verantwortlichen vor Ort hatten, oder eine verlinkte Power-Point-Präsentation über Täter und Opfer auf der Bunkerbaustelle selbst. Alle Ergebnisse der Studierenden werden vom Team des Denkorts Bunker Valentin für die pädagogische Arbeit vor Ort und als Anregungen für die zukünftige Gestaltung der Ausstellung genutzt.

Geschichte und Medien

Web-Projekt: Erinnerung im Comic

  • Dozentin: Yvonne Robel
  • Modul: PB 71
  • Dauer: WiSe 2012/13
  • Kurzbeschreibung: Comics können ebenso Medien von Geschichtskultur sein wie etwa Denkmale, Ausstellungen oder Filme. Dies gilt insbesondere für den Trend der Graphic Novels, die immer wieder auch Erfahrungen von Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt thematisieren. Art Spiegelmans Maus ist wohl das prominenteste Beispiel für diese spezifische Form von „Geschichtscomics“. Ebenso wie Joe Sacco mit seinen engagierten, zeithistorischen Comic-Reportagen über Palästina oder Bosnien und wie Marjane Satrapi (Persepolis) mit ihrer autobiographischen Verarbeitung der iranischen Revolution und Lebensverhältnisse hat Art Spiegelman den Comic aus seiner im bürgerlichen Kulturdiskurs lange Zeit eher belächelten Randexistenz herausgelöst. Auch im deutschen Kontext animierten die genannten Veröffentlichungen viele Zeichner_innen, Comic-Autor_innen und Verleger_innen, sich mit zeithistorischen Themen und Fragen des Erinnerns zu befassen. Welche besonderen inhaltlichen Potentiale bergen derartige Comics? Was verraten sie uns über nationale und transnationale Tendenzen des Erinnerns (an Gewaltgeschichte)? Welchen Trends unterliegt das Erinnern im Comic? Entwickeln Comics Eigendynamiken des geschichtskulturellen Erzählens? Und inwiefern versuchen sie, Eigenheiten dieses Mediums und Prozesse des Erinnerns selbst zu reflektieren? Das Seminar näherte sich diesen Fragen sowohl anhand des relativ jungen und transdisziplinär geprägten Feldes der Comic-Forschung als auch über konkrete Einzelbeispiele an. Aus einer geschichtswissenschaftlichen Perspektive lassen sich Comics auf ihre Bezüge zur Oral History, auf ihren Quellenwert sowie auf ihre Verwertbarkeit im Geschichtsunterricht hin befragen. Ziel war es, gemeinsam eine Webseite zu gestalten, die mittels kurzer Einführungstexte sowie Rezensionen zu einzelnen Comics einen schnellen Zugriff zum Thema Erinnerung im Comic ermöglicht. Neben einer kritischen Bestandsaufnahme aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive widmete sich das Seminar damit zugleich freieren Formen des wissenschaftlichen Schreibens und webbasierten Aufbereitungsmöglichkeiten.

Radioprojekt "arbeitsscheu, asozial, kriminell ... " - Verfolgungsszenarien in Oldenburg

  • Dozentin: Yvonne Robel
  • Modul: AM 4
  • Dauer: SoSe 2012
  • Kurzbeschreibung: "Wer ist hier asozial?" fragt eine der im Seminar entstandenen Tonspuren. Als „arbeitsscheu“, „asozial“ oder „kriminell“ wurden während des Nationalsozialismus unzählige Menschen markiert, verfolgt und ermordet. Dabei handelte es sich um Kategorien, die einer permanenten Aushandlung unterlagen. Sie kennzeichneten „abweichendes Verhalten“, wurden teils erbbiologisch aufgeladen und dienten u. a. der Erfassung von „Landstreichern“, Mittellosen, Sinti und Roma, Homosexuellen und „Gemeinschaftsfremden“. Auch in Oldenburg legitimierte man die breit gefächerten Verfolgungsmaßnahmen als „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“. Mit diesen Vorgängen befasste sich das Projektseminar insbesondere in der Auseinandersetzung mit Quellenmaterial aus dem Staatsarchiv. Als Ergebnisse liegen nun von den Studierenden produzierte Tonspuren vor, die sich auf verschiedene Weise dem Thema und einzelnen Verfolgungsschicksalen nähern. Sie thematisieren jene Aushandlungsprozesse über die Spannweite der Begrifflichkeiten sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Betroffenen – insbesondere im Land Oldenburg. Die Audio-Beiträge sind in einem interaktiven Stadtplan im Web öffentlich zugänglich. [mehr]

Radioprojekt: Historische Seitenstraßen. Oldenburg postkolonial?

  • Dozentin: Yvonne Robel
  • Studiengang / Modul: B.A. (PB 71: Institutionen und Medien der Geschichtskultur)
  • Dauer: WiSe 2011/12Kurzbeschreibung: Oldenburg gilt gemeinhin nicht als die Stadt, in der wir alltäglich mit der deutschen Kolonialvergangenheit konfrontiert würden. Aber insbesondere diese nicht sogleich augenfälligen Überreste jener Zeit und des teils nach wie vor wirkmächtigen kolonialen Blicks galt es – im Sinne der Postcolonial Studies – freizulegen. Die Teilnehmer/innen arbeiteten sich gemeinsam in das Gesamtthema ein, entwarfen Teilthemen, recherchierten hierzu, sammelten die dazu zur Verfügung stehenden Quellen und Materialien, erstellten ein Manuskript für eine Tonspur und setzen diese Idee unter technischer Anleitung (begleitet durch den Radiosender O1) auch selbst um. Die in einem interaktiven Stadtplan anklickbaren Wegmarken erzählen z.B. über „Bünting Coloniale“ und „Rose am Stau“, in denen Kolonialwaren über die Oldenburger Ladentheken wanderten, über einen unscheinbaren Gedenkstein an der Ofener Straße, der eine Verbindung zum Genozid im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika herstellt, oder über eine 1905 auf den Dobbenwiesen stattgefundene Völkerschau. Weitere Tonspuren gehen auf koloniale Spurensuche im Landesmuseum für Natur und Mensch und folgen einem Oldenburger in den „Boxeraufstand“. Entstanden sind sechs liebevoll bearbeitete Beiträge, die sich auf spannende Weise mit der Kolonialgeschichte in Oldenburg befassen und dabei kritisch den aktuellen Umgang damit thematisieren. [mehr]
  • Einen Fernsehbericht von Maik Nolte zum Thema und Projekt finden Sie hier.

Filmprojekt: Geschichte in der Fernsehdokumentation – Kritik und Produktion

  • Dozent: Frank Schmekel
  • Modul: AM 6 – Geschichtskultur
  • Dauer: SoSe 2011
  • Kurzbeschreibung: Unter dem Seminartitel „Geschichte in der Fernsehdokumentation“ hatten 18 Studierende des Faches Geschichte unter Seminarleitung von Frank Schmekel die Möglichkeit historische Fernsehdokumentationen nicht nur kritisch zu betrachten, sondern gleichsam selbst zu produzieren. Dieser Sprung ins kalte Wasser wurde den Studierenden durch die Kooperation mit dem Projekt „Geschichte mitmachen“ des Lokalsenders o1 zwar  erleichtert, doch auch trotz der engagierten Hilfe von Maik Nolte gab es genug zu tun. So mussten die Inhalte der Dokumentationen gefunden, erschlossen und in Form eines Scripts für die mediale Umsetzung vorbereitet werden. Die einzige Vorgabe für die Studierenden: die Dokumentationen sollten regionalhistorische Inhalte beleuchten. Schließlich galt es Quellen, Filmmotive, Musiken sowie Interviewpartner zu finden und richtig in Szene zu setzen. Die Ergebnisse der Arbeiten sind 15-30minütige Filme, die sich durch viel Liebe, intensive Projektarbeit und ein beachtliches Maß an Professionalität auszeichnen. Da wäre die Dokumentation über den Getrudenfriedhof, der erst ein randständiges Dasein fristete, dann als Begräbnisstätte für die berühmtesten Oldenburger diente und zunehmend zu einer Oase der Ruhe inmitten einer wachsenden Stadt wurde. Die Stadt selbst und ihre Veränderungen im 19. Jahrhundert, thematisiert eine andere Produktion, in welcher der Schritt Oldenburgs in die Moderne als Hauptstadt eines Großherzogtums thematisiert wird. Hier kann nachvollzogen werden, weshalb besonders markante Gebäude wie etwa das PFL entstanden. Zeitlich etwas früher setzt die Dokumentation über Graf Anton Günther an, der die kollektive Erinnerung bis heute beschäftig – sei es auf Reiterstatuen oder Wandgemälden. Ein völlig anderer Umgang mit Erinnerung und Gedenken wird in der Produktion über die Euthanasie in Wehen vor, während und nach der NS-Zeit präsentiert. Hier spiegelt sich eines der schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte in der direkten Nachbarschaft Oldenburgs. Schließlich seien die Produktionen über Carl von Ossietzky und den Namensstreit an der Universität Oldenburg sowie die Geschichte der populären Wallstraße erwähnt. Während erstere den schwierigen Weg zur Namensgebung der Universität betrachtet, eröffnet die zweite einen historischen Blick in die heute gut frequentierte Kneipenstraße. Gesehen werden konnten die Produktionen entweder im Oldenburger Lokalfernsehen oder in der Universität Oldenburg, wo sie im Oktober 2011 öffentlich vorgeführt werden. In diesem Rahmen bestand zudem die Möglichkeit, mit den Macherinnen und Machern der Fernsehdokus ins Gespräch zu kommen.
  • Die Beiträge können auch auf youtube angeschaut werden (z.B. Geschichte des Gertrudenfriedhofs, Carl von Ossietzky - der Namensstreit, Geschichte der Wallstraße)

internationaler Forschungsaustausch

"Erinnerungsorte und deutsch-polnische Beziehungen"

  • Dozent/innen: Berit Pleitner/ Hans-Henning Hahn
  • Modul: AM für B.A.-Studierende, Grundlagenmodul für Studierende des MA Europäische Geschichte
  • Dauer: WiSe 2009/10
  • Kurzbeschreibung: In einem gemeinsamen Seminar mit Studierenden der Universität Posen lag der Schwerpunkt dieses Seminars auf der Geschichte Polens im 20. Jahrhundert. Hierzu wurden Exkursionen nach Posen und Danzig unternommen. Dazu boten sich in Posen die Themenschwerpunkte Preußische Herrschaft / Großpolnischer Aufstand und Staatsgründung 1918 / Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzung sowie der Aufstand von 1956 an; in Danzig die Themenbereiche Arbeiteraufstand 1970 / KOR 1976 / Solidarnosc und Kriegsrecht 1980/81. Zudem schwingt die Frage der deutsch-polnischen Beziehungen bei diesen Themen immer mit. Erarbeitet wurden diese Themen in kleinen Gruppen gemeinsam mit den polnischen Studierenden, da ein wichtiger Aspekt dieses Seminars der Austausch mit den Gastgebern sein sollte. Gemeinsam wurde damit über Formen der Geschichtsdarstellung und verschiedene Zugänge zur Geschichte nachgedacht.
  • Prämierung: Ausgezeichnet mit dem Preis der Lehre der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg für das Studienjahr 2009/10 in der Kategorie "Bestes Modul" (mehr)

Kooperation Schule - Universität

"Lebensformen im Mittelalter"

  • Dozentinnen: Dr. Maren Ullrich / Dr. Sarah Neumann
  • Modul: ges173 - Geschichtsunterricht am Gymnasium
  • Dauer: SoSe 2014
  • Kurzbeschreibung: Das Modul "Geschichtsunterricht am Gymnasium" setzt auf die für angehende Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer unabdingbare Verknüpfung von fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Expertise, die historisches Lernen erst möglich macht. Dies wurde im Sommersemester 2014 am Beispiel des Themenfeldes "Lebensformen im Mittelalter" nicht allein theoretisch, sondern auch praktisch erprobt: Zu Beginn des Semesters wurden ausgewählte Materialen fachwissenschaftlich analysiert und fachdidaktisch reflektiert. Im Anschluss daran folgte eine intensive methodische Auseinandersetzung mit Bedingungen und Möglichkeiten von projekt- und handlungsorientiertem Geschichtsunterricht. Diese Vorarbeiten mündeten ein in die Planung, Durchführung und Reflexion einer Vorhabenwoche zum genannten Thema im siebten Jahrgang der IGS Kreyenbrück.

„Oldenburg für Kinder: Konzepte für kinderfreundliche Stadtführungen“

  • Dozentin: Berit Pleitner
  • Modul: Für Studierende des MA Museum und Ausstellung, MA of Ed und MA Europäische Geschichte; für B.A.-Studierende nach Absprache sowie offen für Studierende aus den Professionalisierungsbereichen Institutionen und Medien der Geschichtskultur oder Geschichtswissenschaftliche Professionalisierung
  • Dauer: WiSe 2008/09
  • Kurzbeschreibung: Die Stiftung Niedersachsen fördert für die Stadt Oldenburg das Projekt "Kinder führen Kinder". Ziel ist dabei, dass Kinder und Jugendliche eigenen Stadtführungen entwickeln. Diese müssen nicht herkömmlich sein - sich also weder nur auf die Innenstadt noch auf die Stadtgeschichte beziehen. Es geht vielmehr darum, den Kindern und Jugendlichen den Freiraum zu gewähren, die Stadt aus ihrem Blickwinkel und mit von ihnen gewählten Methoden und Medien zu präsentieren. Für die Umsetzung hatte die Stiftung Niedersachsen Geld gewährt. Kooperierende Schulen waren die IGS Flötenteich, die RS Osternburg und die GS Röwekamp. [mehr]

„Projekte im Geschichtsunterricht“

  • Dozentin: Berit Pleitner
  • Modul: AM 7
  • Dauer: SoSe 2008
  • Kurzbeschreibung: Dieses Seminar bot die Möglichkeit, mit SchülerInnen der 10. Klasse der Realschule Osternburg eine dreitägige Projektarbeit zum Thema "Alltag in der DDR" durchzuführen. Die ersten Seminarsitzungen dienten der inhaltlichen und methodischen Vorbereitung auf die Projekttage, bei denen Studierende alleine oder zu zweit eine Schülerarbeitsgruppe übernehmen sollten. Nach den Projekttagen wurden drei reguläre Sitzungen zur Nachbereitung genutzt. Das Seminar bot damit die Möglichkeit, praktische Erfahrungen an der Schule zu sammeln und gemeinsam auszuwerten. [mehr]

Publikationsprojekte

"Überwachen und Strafen im Zeitalter der Nation"

  • Dozentin: Dr. Yvonne Robel
  • Studiengang: MA Europäische Geschichte und M.Ed. Gym
  • Dauer: SoSe 2013
  • Kurzbeschreibung: Die Justizvollzugsabteilung in der Oldenburger Gerichtsstraße hat seit ihrer Schließung im März 2013 regionale und überregionale Aufmerksamkeit erfahren. Mit dem Auszug der letzten Inhaftierten ist ein über 150jähriges Kapitel der Strafvollzugsgeschichte vor Ort zu Ende gegangen. Was jedoch brachte die Oldenburger im 19. Jahrhundert dazu, einen Gefängnisneubau nach damals modernen Maßstäben zu errichten? Wie war er, auch im Verhältnis zu heutigen Standards, ausgestattet? Wer verbüßte in der Gerichtsstraße seine Haft? Welche Werte galten im Gefängnis? Welche Verpflichtungen, Vergünstigungen und internen Strafen waren die Regel? Und wie veränderte sich all dies im Lauf der Zeit und insbesondere vor dem Hintergrund der verschiedenen Systemwechsel?  Diesen und weiteren Fragen ging ein Studierendenprojekt des Instituts in Zusammenarbeit mit der JVA Oldenburg nach. Die Ergebnisse sind nun in dem Sammelband „Gefangen am Schlossgarten“ veröffentlicht worden.

"Regionale Erinnerungsorte"

  • Dozentin: Mareike Witkowski
  • Modul: Inter- und transdisziplinäres Forschen für Studierende des MA Europäische Geschichte
  • Dauer: WiSe 2009/10
  • Kurzbeschreibung: Das Konzept der "lieux de mémoire" von Pierre Nora hat in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug in der Geschichtswissenschaft vollbracht. "Erinnerungsorte" stellen, laut der Definition von Etienne Francois und Hagen Schulze, "langlebige, Generationen überdauernde Kristallisationspunkte kollektiver Erinnerung und Identität" dar. Das Konzept wurde seit der Entstehung dahingehend erweitert, dass neben den nationalen Erinnerungsorten verstärkt transnationale und europäische Erinnerungsorte untersucht wurden. Die Übung nahm sich die regionalen Erinnerungsorte des Landes Oldenburg vor. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit in das theoretische Konzept, wurden gemeinsam die hiesigen Erinnerungsorte herauskristallisiert, um diese dann genauer zu erforschen. Die Seminarteilnehmer/innen erarbeiteten zu ausgewählten Erinnerungsorten eigene Texte, die in einem Sammelband publiziert wurden (erschienen 2012 im Isensee-Verlag).
  • Prämierung: Ausgezeichnet mit dem Preis der Lehre der Carl von Ossetzky Universität Oldenburg für das Studienjahr 2009/10 in der Kategorie "Besonders gelungene Anleitung zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten und Forschen“ (mehr)
  • Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Studierendenkonferenzen

"Reiseberichte des 19. Jahrhunderts"

  • Dozentin: Katrin Freese, M.A.
  • Studiengang: B.A.
  • Dauer: SoSe 2014
  • Kurzbeschreibung: Das Modul bietet anhand von Reiseberichten über den Orient und über Osteuropa aus dem 19. Jahrhundert eine Einführung in verschiedene theoretische und methodische Ansätze zur Erschließung von Reiseberichten als Quellen für Kultur- und Wahrnehmungsgeschichte. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der historischen Stereotypenforschung liegen, die bei der Analyse der in den Reiseberichten geschilderten Bilder vom "Anderen" ihren Einsatz findet. Hier wird es darum gehen festzustellen, welche Funktion die Beschreibung von "stehlenden und barbarischen Russen" und "rückständigen und schicksalsgläubigen Türken" für die Identitätsbildung der Reisenden als Repräsentanten der deutschen Gesellschaft hatte. Die Stereotype werden vor dem Hintergrund von Kolonialismus und aufkommenden Imperialismus kontextualisiert und auf ihre mögliche Funktion in politischen Prozessen hinterfragt. Neben der historischen Stereotypenforschung werden wir uns aber auch mit den theoretischen Ansätze des Orientalismus und des sog. 'mental mapping' beschäftigen. Ziel des Moduls ist es, neben der Einführung in verschiedene methodische Zugänge einen Überblick über Funktion und Inhalt eines wesentlichen Teils der Stereotypenwelt der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zu geben. Die Ergebnisse der Beschäftigung mit den Reiseberichten aus dem Basis- und Aufbauseminar werden auf der Studierendentagung „Reiseberichte“ in Form von Vorträgen und Postern präsentiert.

"Ambivalenzen der Aufklärung und Haskala im europäischen Kontext"

  • DozentInnen: Dagmar Freist/ Gerd Steinwascher/ Christina Beckers
  • Studiengang: B.A., M.A. Europäische Geschichte und M. Ed. Gym
  • Dauer: WiSe 2009/10
  • Kurzbeschreibung: "Ambivalenzen der Aufklärung und Haskala im europäischen Kontext“ – zu diesem Thema haben Studierende der Abteilung Frühe Neuzeit des Instituts für Geschichte der Universität Oldenburg eine Studierenden-Konferenz organisiert, die am Sonnabend, 6. Februar 2010, 9.00 bis 18.00 Uhr, auf dem Campus Haarentor (Hörsaalzentrum A14, Hörsaal 3) stattfand. Das Besondere: Die ReferentInnen waren Bachelor- und Masterstudierende der Universität. Sie setzten sich in ihren Vorträgen besonders mit der jüdischen Aufklärung (Haskala) der Zeit von 1770 bis 1880 auseinander. Die Studierenden-Konferenz wendete sich an WissenschaftlerInnen, Studierende und alle Interessierten.
 

"Gefangen am Schlossgarten"

Erinnerungsorte