Abteilung für die Geschichte des 19./20. Jahrhunderts

Die Abteilung konzentriert sich auf Prozesse, die im 19. Jahrhundert angestoßen und im Laufe des 20. Jahrhundert weitergeführt wurden. Das 19. Jahrhundert wird betrachtet als Epoche des Durchbruchs der „Modernisierung“ und als Grundlegung der „industriellen Welt“. Zu den Kernthemen dieses Zeitraumes gehören die Geschichte der Verfassung, das Vordringen und Niederringen der Demokratie, die Geschichte der Industrialisierung und die damit verbundenen sozialen und kulturellen Veränderungen, nationalstaatliche Bewegungen und imperialistische Expansionen, die Geschichte zum Teil neuer sozialer Schichten und Bewegungen.

Mit Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts verliert das 19. Jahrhundert allerdings seinen lange Zeit vorherrschenden Fortschrittsanstrich. Gab es bereits im 19. Jahrhundert vielfältige Brüche, Ambivalenzen und „dunkle Seiten“ der Moderne, ergibt sich die Frage nach dem Beitrag des 19. Jahrhundert zur Vorbereitung des „Zivilisationsbruchs“ des 20. Jahrhunderts. In dieser Perspektive erscheint die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt von Krisen und Kriegen, aber auch von atemberaubenden kulturellen Aufbrüchen, die zweite Hälfte von Demokratieentwicklungen und neuen Diktaturen, der Revolutionierung von Lebensstilen, vom „Kaltem Krieg“ und seinem Ende 1989.

Die Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die deutsche, britische und schwedische Gesellschaftsgeschichte seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Diese wird in einer transnationalen Perspektive in den Blick genommen.