Regionale Geschichtskulturen

Aktuelles

Tagung "Ehrregime" (27.6.-28.6.2014)

Ehrregime - Akteure, Netzwerke und Praktiken lokaler Ehrungen im 19. und 20. Jahrhundert. Internationale Tagung der "Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen" (Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg)

27.-28. Juni 2014, Schlaues Haus Oldenburg, Schlossplatz 16, 26122 Oldenburg, Tagungsprogramm und weitere Informationen

Im 19. und 20. Jahrhundert verleihen Regionen, Städte und Gemeinden Personen oder Gruppen vermehrt eine besondere Ehre. Die Tagung spürt solchen Praktiken des Ehrens bei der Benennung von Straßen oder Gebäuden, beim Setzen von Denkmälern und Gedenktafeln, bei der Verleihung von Medaillen oder Ehrenbürgerschaften nach, um neue Erkenntnisse zur Identitäts- und Geschichtspolitik vor Ort zu gewinnen.

Ehrregime werden auf der Tagung daher als Aushandlungen gemeinsamer Werte, Vergangenheitsbezüge und Zukunftserwartungen in den Blick genommen. Die Benennung einer Straße oder Verleihung einer Ehrenbürgerschaft, die Widmung eines Denkmals oder einer Briefmarke erklärt den Geehrten zu einem Leit- und Vorbild, an dem die Ehrenden ihre Identität, soziale Normen und Ordnungen ausrichten sollen.

Mit Blick auf jüngere Debatten ist eine Auseinandersetzung mit der Geschichte von Ehrungen dringender denn je. Der Streit um den Hindenburgplatz in Münster oder um Hinrich Wilhelm Kopf in Hannover ebenso wie die Oldenburger Diskussion um die NS-Belastung von Straßennamen geben für diese Dringlichkeit nur einige Beispiele. Die Tagung möchte daher zur Versachlichung dieser Debatten beitragen und Akteure, Netzwerke und Praktiken von Ehrungen in langfristige Entwicklungen seit dem 19. und 20. Jahrhundert einordnen.

Wir freuen uns über den Austausch auf der Tagung mit interessierten TeilnehmerInnen und bitten um eine Anmeldung zur Tagung per Mail an Anke Berding, Institut für Geschichte der CvO Universität Oldenburg (anke.berding@uni-oldenburg.de). Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, Reise- und Übernachtungskosten für Nicht-ReferentInnen können von der Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen leider nicht übernommen werden.

Tagungsleitung und -organisation: Dietmar von Reeken/Malte Thießen

Weitere Informationen zum Tagungsort unter: www.schlaues-haus-ol.de

 

 

 

 

Wissenschaftliche Untersuchung der Oldenburger Straßennamen

Mit der Ausrichtung der Vortragsreihe Umstrittene Paten? Oldenburger Straßennamen – Eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte im PFL setzt das Amt für Kultur und Sport der Stadt Oldenburg die hiesige Diskussion über den Umgang mit Straßennamen fort. Grundlage ist eine von der Stadt beim Institut für Geschichte in Auftrag gegebenen Studie, die Personen, die in Oldenburg durch Straßennamen geehrt wurden, im Hinblick auf deren mögliche Verstrickung mit dem nationalsozialistischen Regime untersuchte. Oldenburg widmet mit sich damit – wie in jüngster Zeit auch Münster, Bremen oder Hannover – der kritischen „Aufarbeitung“ des eigenen Stadtplanes. Leiter dieses Projektes, das von Dr. Peter Rassek, Claas Neumann, M. A., und PD Dr. Ingo Harms bearbeitet wurde, waren Prof. Dr. Dietmar von Reeken, Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen und Prof. Dr. Hans Henning Hahn.

Die zwischen Dezember 2013 und März 2014 stattfindende Vortragsreihe soll der sich bereits im Gange befindlichen Diskussion weitere Impulse liefern und mit Expertenwissen unterfüttern. So bieten die Ausführungen namhafter Historiker und Politikwissenschaftler(innen) nicht nur Einblicke hinsichtlich der verschiedenen Funktionen von Straßennamen, sondern auch  Informationen zu Verläufen und Inhalte ähnlich gelagerter Debatten anhand einiger Fallbeispiele. Darüber hinaus dient deren Fachwissen zur Geschichte des Nationalsozialismus den anstehenden Beurteilungsprozessen bezüglich einzelner Straßenpaten zur Orientierung. Im Anschluss an die Vorträge wird die Gelegenheit geboten, mit den Referenten zu diskutieren.

 Den Auftakt bildet am 12.12.2013 Prof. Dr. Rainer Pöppingheges Vortrag „Hauptsache, mein Navi weiß Bescheid.“ Die Deutschen und ihre historisch-politischen Straßennamen (12.12.2013). Im neuen Jahr folgen Beiträge von Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer (Streit um Hindenburg. Symbolkämpfe um die Umbenennung von Straßen, 8.1.2014), Dr. Teresa Nentwig (Hinrich Wilhelm Kopf. Ein Landesvater mit brauner Vergangenheit, 29.1.2014), Armin Nolzen, M. A. (Mitgliedschaft in der NSDAP, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden nach 1933, 20.2.2014) und Dr. Tobias Weger (Sehnsuchtswelten im städtischen Raum Kolonialismus und „deutscher Osten“ im Spiegel Oldenburger Straßennamen, 11.3.2014). Den Abschluss der Reihe, deren Vorträge jeweils um 19.30 Uhr beginnen und von Historikern der hiesigen Universität moderiert werden, markiert am 25.3.2014 Prof. Dr. Joachim Perels unter dem Titel Straßennamen und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf den entsprechenden Seiten der Stadt Oldenburg.

Die NS-Geschichte im Dorf lassen - Forschungsprojekt

Dirk Thomaschke, M. A., bearbeitet seit 2013 unter der Leitung der Historiker Prof. Dr. Dietmar von Reeken und Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen die durch das Forschungsprogramm PRO*Niedersachsen geförderte Studie „Die Geschichte im Dorf lassen – Nationalsozialismus in deutschen Ortschroniken“ an der Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen der Universität Oldenburg.

Jüngst äußerten sich die Leiter des Projekts im Rahmen eines Interviews sowie einer Pressemitteilung ausführlich zu den Inhalten und Motiven des Vorhabens. 

Konferenz "Fragwürdige Ehrungen?!"

Prof. Dr. Dietmar von Reeken berichtete am 16.11.2013 im Historischen Museum Hannovers als Gast der Konferenz Fragwürdige Ehrungen?! - Die Neubewertung historischer Persönlichkeiten und die Umbenennung von Straßen und Preisen als Ergebnis von erinnerungskulturellen Debatten über die Erfahrungen hinsichtlich der unter seiner und Malte Thießens Leitung entstandenen Studie zu den Oldenburger Straßennamen.

Neben seinem Vortrag Geschichtswissenschaft im Erinnerungskonflikt. Die laufende Debatte über Straßenumbenennungen in Oldenburg nahm von Reeken auch an der abschließenden Podiumsrunde der Konferenz teil.

 

Call for Papers zur Tagung "Ehrregime" / Deadline: 15.09.2013

Im Juni 2014 veranstaltet die Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen eine Tagung zu "Ehrregimen", das Call for Papers findet sich auf dieser Homepage unter "geplante Tagungen und Vorträge"