Forschungszentrum Neurosensorik

AKTUELLES

Tagung des Forschungszentrums am HWK im November 2017

Die Konferenz des Forschungszentrum Neurosensorik findet am 24. November 2017 am Hanse-Wissenschafts-Kolleg in Delmenhorst statt. In diesem Jahr werden die neu ernannten Professoren wieder im Mittelpunkt der Konferenz stehen, die ihre Arbeitsbereiche und Forschungsthemen im Hinblick auf neurosensorische Forschung und sich selbst im Netzwerk des Forschungszentrums präsentieren. Ein weiteres Ziel der Konferenz ist es, neue gemeinsame Forschungsprojekte zu generieren und zu fördern. Weitere Informationen und das Konferenzprogramm werden in Kürze folgen.

Mitgliederversammlung des Forschungszentrums am 13. Juni 2017

Am 13. Juni 2017 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Forschungszentrums Neurosensorik im Forschungsbau NeSSy statt.
Der geschäftsführende Direktor des FZN, Karl-Wilhelm Koch, präsentierte erneut anhand einer PPT-Präsentation die Aktivitäten des FZN vom Juli 2016 bis Juni 2017 und begrüßte die vier neuen FZN-Mitglieder, die die Möglichkeit einer persönlichen Vorstellung wahrgenommen haben. Der abgelaufene Berichtszeitraum wurde durch die Tatsache gekennzeichnet, dass durch die Beendigung des SFBs "Das aktive Gehör", den nahenden Abschluss des Exzellenzclusters und des Graduiertenkollegs "Molekulare Basis sensorischer Biologie", die vergangenen Monate für die Konzeption und Beantragung neuer Sonderforschungsbereiche und weiterer Drittmittelprojekte genutzt wurden.
Neben Projektbeantragung und intensiver Nachwuchsförderung, die zur guten Entwicklung des FZN beitragen, wurden einige öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie z.B. der zum 7. Mal durchgeführte Science Slam und der zum 3. Mal durchgeführte Career Day Neuroscience mit über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom FZN (mit)organisiert.
Im Nachgang des sog. Pflicht-Teils der Mitgliederversammlung präsentierten erneut zwei Nachwuchswissenschaftler/innen ihre Slam-Beiträge vom 7. Oldenburger Science Slam:
Laura Wolter (Promovendin im SFB-Roseobacter am ICBM und Zweitplatzierte beim diesjährigen Science Slam sowie Preisträgerin des Sonderpreises des FZN-Vorstandes für den besten Slam-Beitrag mit Neurosensorik-Bezug), präsentiert ihren Slam-Beitrag mit dem Thema "Wir müssen reden".
Jannik Ehrich (Promovend in der Theoretischen Physik/Thermodynamik, Institut für Physik und Sieger des diesjährigen Slams) führte seinen Slam-Beitrag mit dem Thema "Wie Information mikroskopische Maschinen antreibt" vor.
Die Mitgliederversammlung wurde mit einem kleinen Kaffeeplausch beendet.

3. Career Day Neuroscience

Der dritte "Career Day Neuroscience" an der Universität Oldenburg findet am 31. März 2017 im Forschungsbau NeSSy (W30) auf dem Campus Wechloy statt. Am Vormittag organisieren Studierende aus den Masterstudiengängen "Neuroscience" und "Neurocognitive Psychology" (Universität Oldenburg) sowie "Neurosciences" (Universität Bremen) ein studentisches Symposium. Studierende, die ihre Forschungsprojekte mit einem Poster beim studentischen Symposium präsentieren möchten, können sich noch bis zum 24. März 2017 anmelden: neuroscience-careerday@uni-oldenburg.de
Beim Career Day selbst werden ab 13.30 Uhr vielfältige Einblicke in mehrere Karrierefelder, wie z.B. Wissenschaft, Industrie, Forschung&Entwicklung, Wissenschaftsmanagement, Marketing u.a. vermittelt, um den Berufseinstieg für die Absolventinnen und Absolventen der o.g. Neuroscience-Studiengänge zu erleichtern.

Folgende Sprecher/innen kommen nach Oldenburg:
Dr. Dorothe Poggel - Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst
Dr. Leon Huarez Paz (Boston Scientific Group)
Dr. Filipa Campos Viola (IAB GmbH)
Stella Frerichs (Rehazentrum Oldenburg, Klinik für Neurorehabilitation)
Dr. Veronika Littmann (SIVANTOS, The Hearing Company)
Dr. Mareike Kardinal - Hertie Institute for Clinical Brain Research
Prof. Dr. Bastian Epp (DTU - Technical University of Denmark, Department of Electrical Engineering, Copenhagen).
Es besteht die Möglichkeit, in kleinen Runden persönliche Fragen zum Berufseinstieg mit den o.g. Personen zu diskutieren, sich untereinander auszutauschen und auch einen CV-Check durchführen zu lassen. Das Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) wird ebenfalls mit einem Stand vertreten sein und über Selbständigkeit und Ausgründung als berufliche Perspektive beraten. Für das leibliche Wohl während des Tages ist gesorgt. Weitere Informationen sowie das aktuelle Programm sind einzusehen unter:

www.neuroscience-careerday.uni-oldenburg.de/index.html

Die Neufassung der Ordnung des Forschungszentrums Neurosensorik wurde am 02.11.2016 vom Senat verabschiedet und trifft somit zum 03.11.2016 in Kraft. Zuvor wurden die Fakultätsräte der Fakultäten III, V und VI damit befasst und auch die Zustimmung des Präsidiums eingeholt. 

Mit der Neufassung der Ordnung erhält das Forschungszentrum Neurosensorik eine nachhaltige Grundlage für künftige wissenschaftliche Zusammenarbeit und interdisziplinäre Verflechtung. Die neue Zentrumsordnung spiegelt auch die inzwischen durchgeführte Reorganisation des Forschungszentrums wider und erlaubt eine bessere Einbindung der klinisch-tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Karl-Wilhelm Koch erneut zum geschäftsführenden Direktor des Forschungszentrums Neurosensorik gewählt

Die Neuwahl des geschäftsführenden Direktors des Forschungszentrums Neurosensorik (FZN) wurde bei der Vorstandsitzung des Forschungszentrums Neurosensorik am 26.10.2016 durchgeführt. Im Vorfeld hatten die fünf Sektionen des FZN ihre Sektionssprecher für die nächsten 2 Jahre gewählt.

Karl-Wilhelm Koch wurde einstimmig zum geschäftsführenden Direktor des FZN für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt.

Gleichzeitig wurden zwei neue Mitglieder ins FZN aufgenommen: Frau Dr. Inga Maren Schepers und Frau Dr. Anna-Maria Hartmann (beide in der Postdoc-Phase) werden künftig die Zusammenarbeit innerhalb des Forschungszentrums bereichern. Zuvor wurden im Sommersemester 2016 Prof. Gabriele Gerlach und Prof. Christoph Lienau als Mitglieder ins FZN aufgenommen.

Die bereits aus der Universität Oldenburg ausgeschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Prof. Sarah Verhulst, Prof. Jürgen Bauer und Prof. Sabine Aisenbrey, verbleiben im Forschungszentrum als künftig assozierte Mitglieder und werden die interdisziplinäre Verflechtung des FZN über die Landesgrenzen hinweg ermöglichen.

Insgesamt hat das FZN derzeit 60 Voll- und assozierte Mitglieder.

Mitgliederversammlung des Forschungszentrums Neurosensorik am 24. Juni 2016

Am 24. Juni 2016 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Forschungszentrums Neurosensorik statt. Über 20 Zentrumsmitglieder fanden sich im Forschungsbau NeSSy zusammen, um die Zeit seit der letzten Mitgliederversammlung Revue passieren zu lassen.

Der geschäftsführende Direktor des FZN, Karl-Wilhelm Koch, präsentierte anhand einer PPT-Präsentation die Aktivitäten des FZN vom Juli 2015 bis Juni 2016 und markierte einige Highlights: mehrere erfolgreiche Verbundprojekte sowie neue und hoch dotierte Drittmittelprojekte kennzeichnen den abgelaufenen Berichtszeitraum. Neben erfolgreicher Projektbeantragung und intensiver Nachwuchsförderung, die zur guten Entwicklung des FZN beitragen, wurden mehrere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie z.B. der zum 6. Mal durchgeführte Science Slam und die zum 2. Mal am HWK organisierte FZN-Tagung, bei der sich Arbeitsgruppen aus Groningen  sowie gemeinsame Projekte mit den Klinikern und Frau Aisenbrey als neuberufene Professorin präsentieren konnten, vom FZN organisiert. Der Vorstand des FZN hat in diesem Jahr einen Sonderpreis für den besten Slam-Beitrag mit Neurosensorik-Bezug initiiert, welcher bei künftigen Slams vergeben werden soll. 

Nach dem sog. Pflicht-Teil der Mitgliederversammlung sorgten zwei Nachwuchswissenschaftler/innen mit ihren Slam-Beiträgen für Erheiterung bei den anwesenden Mitgliedern des Forschungszentrums:

Bianca Brüggen, Promovendin in der AG Neurosensorik/Dept. für Neurowissenschaften und Siegerin beim diesjährigen Science Slam, präsentierte ihren Slam-Beitrag mit dem Thema „Super Mario Bros. Stehen sie auf derselben Seite?“.

Jörg Robin (Promovend, AG Ultraschnelle Nano-Optik, Institut für Physik) führte seinen Slam-Beitrag mit dem Thema „Spitzenforschung“ vor.

Im Anschluss wurden die zwei neuen Forschungsgroßgeräte (MEG und MRT) von Jochem Rieger und Christiane Thiel den anwesenden Mitgliedern des FZN gezeigt und anhand aktuell laufender Projekte einen Einblick in die Anwendungsmöglichkeiten gegeben. Im Anschluss führte Stefan Uppenkamp die Interessierten durch weitere Labore im Forschungsbau NeSSy. 

Jährliche Tagung des Forschungszentrums Neurosensorik versammelte am 07. März 2016 mehr als 35 Oldenburger und Groninger Neurowissenschaftler/innen zum intensiven wissenschaftlichen Austausch

Das Forschungszentrum Neurosensorik (FZN) absolvierte seine jährliche Tagung am 07. März 2016 am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst. Schwerpunkte der diesjährigen Tagung waren die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität Groningen sowie die Präsentation gemeinsamer Forschungsprojekte im FZN mit den klinisch tätigen Kolleg/innen der neugegründeten Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften.

Das intensive Tagungsprogramm mit einem breiten neurosensorischen Themenspektrum forderte den Beteiligten über den gesamten Verlauf höchste Konzentration ab, bot aber vielfältige Diskussionspunkte und Ideen für künftige Kooperationsprojekte.

Am Vormittag standen im Vordergrund Themen aus dem neurosensorischen Bereich des Hörens, wogegen am Nachmittag die Vielfalt neurosensorischer Forschungsgebiete wie z.B. taktile Sensorik, visuelle Dysfunktionen, Neuroimaging und Nerven-Regeneration, vorgeführt wurde.

Als neuberufene Kollegin und Mitglied im Forschungszentrum präsentierte Frau Prof. Sabine Aisenbrey, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am Pius-Hospital Oldenburg, ihre Forschungsschwerpunkte.

Besonders spannend war die Präsentation von Deniz Baskent über die auditorische Wahrnehmung mit Hilfe von Cochlea-Implantaten und über die erforderlichen Verbesserungen, um  die Verständlichkeit in verschiedenen Kommunikationssituationen zu optimieren. Der Vortrag vom Thomas Kretschmer, Klinikdirektor der Neurochirurgie am Evangelischen Krankhaus Oldenburg verdeutlichte zum Abschluss der Tagung, wie wichtig die Kooperation und der fachliche Austausch mit den Neurobiologen ist, um gleichzeitig patienten-orientierte und molekulare Grundlagenforschung zu betreiben. In diesem Sinne wünscht man sich, dass noch mehr gemeinsame Projekte entstehen, damit ein stärkerer Praxisbezug für die Studierenden während des Studiums vorhanden ist und andererseits die Patienten von den wissenschaftlichen Erkenntnissen und der modernsten Labortechnik an der Universität profitieren können.

Sowohl im Plenum als auch bei den Gesprächen in kleineren Gruppen während und im Anschluss an das offizielle Programm wurde sichtbar, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, bei denen interdisziplinäres Denken und Handeln die Projektideen und Forschungsergebnisse kritisch hinterfragt und neue Impulse gibt.


Neuer geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Neurosensorik gewählt

Im Zusammenhang mit der Erstellung des Hochschulentwicklungsplanes der Universität Oldenburg wählte der Vorstand des Forschungszentrums Neurosensorik auf seiner Sitzung am 28.09.2015 einen neuen geschäftsführenden Direktor. Karl-Wilhelm Koch, Leiter der Arbeitsgruppe Biochemie und Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Molecular basis of sensory biology“ wurde einstimmig zum neuen geschäftsführenden Direktor des Forschungszentrums Neurosensorik gewählt.

Dem neuen Vorstand des Forschungszentrums gehören folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an:

der Sektionssprecher der Sektion 1 „Molecular & Cellular Neuroscience“ -   Karl-Wilhelm Koch,
die Sektionssprecherin der Sektion 2 „Behavioural & Cognitive Neuroscience“ – Christiane Thiel,
der Sektionssprecher der Sektion 3 „Psychoacoustics & Signal Processing“ - Georg Martin Klump,
der Sektionssprecher der Sektion 4 „Computational & Systems Neuroscience“ - Jannis Hildebrandt und
der Sektionssprecher der Sektion 5 „Clinical Neuroscience“ - Hans Gerd Nothwang.

Insgesamt hat das Forschungszentrum Neurosensorik derzeit 55 Mitglieder, darunter 42 Professorinnen und Professoren.

Forschungsbau Neurosensorik und Sicherheitskritische Systeme (NeSSy) am 23. Juni 2015 offiziell eröffnet

Der neue Forschungsbau NeSSy bietet Platz für rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Exzellenzclusters „Hearing4all“ und der Schnittstelle zwischen den Forschungszentren Neurosensorik und Sicherheitskritische Systeme und erlaubt einen Dialog der Forschungsbereiche.
Zur feierlichen Eröffnung des Gebäudes am 23. Juni 2015 kam auch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, die zusammen mit den übrigen Gästen durch einen virtuellen Rundgang alle Räume des Forschungsbaus besuchte und sich somit von den exzellenten Bedingungen für interdisziplinäre Forschung überzeugen konnte. Repräsentiert werden die einzelnen Forschungsschwerpunkte durch den Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, den Neurobiologen Prof. Dr. Georg Klump und den Informatiker Prof. Dr. Werner Damm
Das Gebäude wurde 2008 beantragt und nach mehreren Verzögerungen 2014 den Wissenschaftlern zur Nutzung übergeben. Neben den besonders akustisch präparierten Hör- und Akustiklabors stehen ein Magnetenzephalograph, ein funktionelles Kernspin und ein Labor zur virtuellen Realität sowie ein kleines Konferenzzentrum zur Verfügung.

Ab dem 01. Mai 2015 können sich Bachelorstudierende und -absolventen für den neuen Masterstudiengang Neuroscience bewerben. Federführend bei der Konzeption des neuen Masterstudiengangs waren die FZN-Mitglieder, Prof. Christine Köppl, Prof. Jutta Kretzberg und Prof. Jannis Hildebrandt.

Der Master Neuroscience ist als fakultätsübergreifender Studiengang konzipiert und soll (internationale) Bachelorabsolventen aus der Biologie, Physik, Mathematik, Informatik und Medizin ansprechen. Der Master wird in Englisch angeboten, umfasst insgesamt 120 Credit Points und drei Arten von Unterrichtsmodulen – Grundlagen-, Forschungs- und Skills Module, sowie ein Mastermodul (30 KP).

Der Master eröffnet die Möglichkeit der Beteiligung von Medizinern, um so naturwissenschaftlich ausgebildeten Nachwuchs für die medizinische Forschung zu gewinnen. Derzeit läuft das Akkreditierungsverfahren bei der Agentur ASIIN; die Mastermodule starten erstmalig zum WS 2015/2016.

Tagung „Neuberufene und Neurosensorik – Kennenlernen und Impulse für die fachliche Zusammenarbeit“ am 16. Januar 2015 ein voller Erfolg

Das Forschungszentrum Neurosensorik (FZN), dessen Umstrukturierung im Sommer 2014 mit der Wahl des neuen Vorstandes abgeschlossen wurde, freut sich über den Zuwachs seiner Mitgliederzahl: derzeit gehören 54 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 32 verschiedenen Arbeitsgruppen der Universität Oldenburg dem FZN an. Neu aufgenommen wurden die im Rahmen der European Medical School (EMS) berufenen Professorinnen und Professoren mit Bezug zum FZN. Somit zählen Prof. Dr. Sabine Aisenbrey, Direktorin der Universitätsklinik für Augenheilkunde am Pius Hospital und Professorin für Augenheilkunde, Prof. Dr. Hubert Löwenheim, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Evangelischen Krankenhaus und Professor für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Prof. Dr. Jörg Lücke, Professor für Machine Learning, Prof. Dr. John Neidhardt, Professor für Humangenetik sowie Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Klinikdirektorin der Carl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn und Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie zu den neuen Mitgliedern des Forschungszentrums. Die neuen Mitglieder stärken den Schwerpunkt Neurosensorik in die Medizinerausbildung im Rahmen der EMS.

Der Direktor des FZN, Prof. Dr. Georg Klump, begrüßte die neuberufenen Kolleginnen und Kollegen auf der Tagung „Neuberufene und Neurosensorik – Kennenlernen und Impulse für die fachliche Zusammenarbeit“ am 16.1.2015 im Hanse Wissenschaftskolleg, auf der sie ihre Forschungsschwerpunkte präsentierten. Sowohl im Plenum als auch bei den Gesprächen in kleineren Gruppen während und im Anschluss an das offizielle Programm wurden Ideen für neue gemeinsame Projekte im Bereich der Neurosensorik sichtbar. Nun gilt es, diese Ideen zu vertiefen und umzusetzen. Durch den Brückenschlag zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung im FZN wird eine gute Basis für neue koordinierte Forschungsinitiativen gelegt. Damit kann die Neurosensorik ihrer tragenden Rolle im Prozess der Entwicklung der European Medical School gerecht werden.

Das Forschungszentrum für Neurosensorik wächst weiter

Das Forschungszentrum Neurosensorik (FZN), dessen Umstrukturierung im Sommer 2014 mit der Wahl des neuen Vorstandes abgeschlossen wurde, freut sich über den Zuwachs seiner Mitgliederzahl: derzeit gehören 53 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 34 verschiedenen Arbeitsgruppen dem FZN an.

Bei der letzten Vorstandsitzung am 17. November 2014 wurden vier Aufnahmeanträge einstimmig befürwortet. Somit zählen Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Klinikdirektorin der Carl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn und Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Dr. Jörg Lücke (Professur für Machine Learning), Prof. Dr. John Neidhardt (Professur für Humangenetik) und Frau Prof. Dr. Sabine Aisenbrey, Direktorin der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Inhaberin der Professur für Augenheilkunde zu den neuen Mitgliedern des Forschungszentrums.

Die vier neuen Mitglieder sind zugleich neuberufene Professorinnen und Professoren an der Universität Oldenburg und alle in der Fakultät VI „Medizin und Gesundheitswissenschaften“ angesiedelt. Frau Philipsen und Frau Aisenbrey gehören als Klinikdirektorinnen zu den Hauptstützen der Medizinerausbildung im Rahmen der European Medical School Oldenburg-Groningen und weisen bereits umfangreiche Forschungserfahrungen auf dem Gebiet der Neurosensorik auf. Somit sind beste Kooperationsbedingungen zu den bestehenden naturwissenschaftlich orientierten Arbeitsgruppen an der Fakultät gegeben.

Konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den neuberufenen Kolleginnen und Kollegen sollen bei einer für den 16. Januar 2015  geplanten Tagung im Rahmen des Forschungszentrums Neurosensorik erkundet werden. Der Titel der Tagung „Neuberufene und Neurosensorik – Kennenlernen und Impulse für die fachliche Zusammenarbeit“ spiegelt am besten die Ziele dieser ersten großen Veranstaltung des Forschungszentrums nach seiner Umstrukturierung. Es wird hauptsächlich darum gehen, die neuen Kolleginnen und Kollegen willkommen zu heißen, ihre bisherigen Forschungsschwerpunkte intensiver kennenzulernen und Ideen für gemeinsame Projekte im Bereich der Neurosensorik zu generieren. Denn nur durch pointierte interdisziplinäre Forschung und Bündelung aller Kompetenzen kann das Forschungszentrum weiterhin ein Anziehungspunkt für neue Mitglieder bleiben und eine gute Basis für neue Forschungsinitiativen anbieten.

Umstrukturierung des Forschungszentrums Neurosensorik abgeschlossen - neuer Vorstand und neuer geschäftsführender Direktor gewählt

Es ist vollendet: das Forschungszentrum Neurosensorik hat 10 Jahre nach seiner offiziellen Gründung durch den Beschluss des Akademischen Senats vom 10. Dezember 2003 sich in fünf Sektionen umstrukturiert.

Die Mitgliederversammlung des Forschungszentrums Neurosensorik am 24. Juni 2014 besiegelte die Umstrukturierung mit der Wahl des neuen Vorstandes für die kommenden zwei Jahre. Die in den fünf Sektionen nominierten Sektionssprecher/innen bilden den neuen Vorstand des Forschungszentrums:

  • die Sektionssprecherin der Sektion 1 „Molecular & Cellular Neuroscience“ -   Christiane Richter-Landsberg,
    der Sektionssprecher der Sektion 2 „Behavioural & Cognitive Neuroscience“ - Jochem Rieger, der Sektionssprecher der Sektion 3 „Psychoacoustics & Signal Processing“ - Georg Klump,
    der Sektionssprecher der Sektion 4 „Computational & Systems Neuroscience“ - Jannis Hildebrandt und
    der Sektionssprecher der Sektion 5 „Clinical Neuroscience“ - Hans Gerd Nothwang.

Bei der konstituierenden Vorstandsitzung am 17. Juli 2014 wurden einstimmig Georg Klump zum geschäftsführenden Direktor des Forschungszentrums und Jochem Rieger zu seinem Stellvertreter gewählt. Beide freuen sich auf die kommenden Herausforderungen und danken den Mitgliedern des FZN für ihr Vertrauen.

 

 

Geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Neurosensorik Prof. Reto Weiler in die Bayrische Akademie der Wissenschaften gewählt

Prof. Dr. Reto Weiler, geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Neuro­sensorik und Leiter der Arbeitsgruppe Neurobiologie an der Universität Oldenburg, ist in die Bayerische Akademie der Wissenschaften gewählt worden. Die 1759 gegründete Akademie betreibt vorwiegend Grundlagenforschung sowohl im geistes- als auch im naturwissenschaftlichen Bereich. Ihre Mitglieder müssen laut Satzung durch ihre Forschung zu einer „wesentlichen Erweiterung des Wissensbestandes“ ihres Fachs beigetragen haben.

Zu den prominenten Vorgängern als Mitglieder der Akademie waren unter anderem Wilhelm von Humboldt, Johann Wolfgang von Goethe, Max Planck, die Gebrüder Grimm, Albert Einstein, Max Weber und Werner Heisenberg.

Der Schweizer Weiler (66), der auch Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst ist, wurde erst kürzlich in Linz als einer von sechs internationalen Professoren vom Wissenschaftsrat in die neunköpfige Gründungskommission eines neuen Medizin-Studiengangs bestellt. Ohnehin wird der international renommierte Neurobiologe auch in Österreich sehr geschätzt. Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer berief den Oldenburger Forscher im Januar 2013 in den zwölfköpfigen Wissenschaftsrat der Alpenrepublik. Er ist zudem Mitglied des Senats der österreichischen Akademie der Wissenschaften.

(NWZ, 19.05.2014, gekürzt)

Gastwissenschaftler Prof. Dr. Daniel J. Tollin forscht am FZN

Assoc. Prof. Dr. Daniel J. Tollin

Assoc. Prof. Dr. Daniel J. Tollin

Zeitraum:
06/2013 - 08/2013 (Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst)
04/2014 - 07/2014 (Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst)

E-Mail:
daniel.tollin[ at ]ucdenver.edu

Heimatinstitution während des Fellowships:

Department of Physiology & Biophysics, School of Medicine, University of Colorado, Boulder,
Aurora, CO 80045, USA

Themen des Fellowships:

The effect of aging on auditory system structure and function

Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr. Georg M. Klump, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Zusammen mit Prof. Klump leitete Daniel Tollin am 23. und 24. Juni 2014 den 1. Workshop der Study Group "The future of Hearing" des Exzellenzclusters "Hearing for all" in Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst zum Thema:

"Stretch it, morph it, bend it, break it: Insights into the mechanisms of sound localization from normal, developmental, comparative, computational and hearing-impaired studies"

Mehr als 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, viele von ihnen Promovierende im Bereich der Hörforschung verfolgten mit großem Interesse die Vorträge der internationalen Experten auf dem Gebiet der Hörforschung wie z.B. Prof. John Middlebrooks, Prof. Catherine Carr  und Prof. Steve Colburn. Auch die Vorträge der führenden Oldenburger Hör-Forscher Prof. Kollmeier, Prof. Klump und Prof. Hohmann, lieferten eine ausgezeichnete Basis für den Erfolg des 1. Study-Group-Workshops. 

Superresolution Workshop - gated STED Mikroskop

The RTG Molecular Basis of Sensory Biology and the Research Center Neurosensory Science invite to the

Workshop
Superresolution - Leica Confocal Systems Solution
January 21st-23rd 2014

 

 

 

Wie schaffen es kilometerweit verdriftete Fischlarven, an ihr Geburtsriff zurückzukehren? Ein internationales Forscherteam hat das Wanderverhalten von Korallenriff-Fischen untersucht. Und entdeckt: Zur Navigation im offenen Ozean nutzen die Tiere einen Sonnenkompass. 


Foto: Gabriele Gerlach

Jedes Jahr im australischen Sommer, von Dezember bis Februar, findet im Great Barrier Reef eine Massenwanderung von Fischlarven statt. Ähnlich wie die Lachse zum Laichen an die Mündung ihres Geburtsflusses wandern, kehren die Korallenriff-Fische an ihr Heimatriff zurück. Ein Wanderungsverhalten, das Prof. Dr. Gabriele Gerlach seit etwa zehn Jahren untersucht. Jetzt konnte die Hochschullehrerin für Biodiversität und Evolutionsbiologie der Tiere zusammen mit dem Biologen und Experten für Neurosensorik, Prof. Dr. Henrik Mouritsen (beide Universität Oldenburg), nachweisen: Die Larven nutzen zur Navigation im offenen Ozean einen Sonnenkompass.

Unter dem Titel "Sun Compass Orientation Helps Coral Reef Fish Larvae Return to their Natal Reef” ("Orientierung mit dem Sonnenkompass hilft Korallenriff-Fischen, an ihr Geburtsriff zurückzukehren") haben Gerlach und Mouritsen gemeinsam mit Michael Kingsford (James Cook University in Townsville, Australien) und Jelle Atema (Bost  on University, USA) jetzt die Ergebnisse ihrer Forschungen in der international renommierten Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science Plos One veröffentlicht.

Genetische Marker im Einsatz

Nur wenige Wochen, nachdem die Larven im Riff geschlüpft sind, werden sie nachts ins freie Wasser gespült. Lange ging die Wissenschaft davon aus, es sei reiner Zufall, wohin die Strömungen und Stürme die nur wenige Millimeter großen Larven verdriften. Um ihrem Wanderungsverhalten auf die Spur zu kommen, untersuchte Gerlach die Larven mittels genetischer Marker. "Wie man DNA-Spuren zu kriminalistischen Zwecken verwendet, so lässt sich die DNA-Analyse nutzen, um die Herkunftsriffe der Larven zu bestimmen", erläutert die Wissenschaftlerin.

Auf diese Weise konnte sie zeigen: Ein Großteil der Larven wurde mehr als 15 Kilometer weit verdriftet. 60 Prozent siedeln sich aber auch wieder an ihren Heimat-Riffs an. Diese Rückkehr sei vor allem bei sehr isolierten Riffen überlebenswichtig, so die Biologin. Ohne einen Orientierungssinn würden die Larven im Ozean zu Grunde gehen. Wie also finden die marinen Winzlinge zurück zu ihrem Zuhause?

Larven erschnüffeln sich ihr Riff - bis zu einer Entfernung von zwei Kilometern

Zusammen mit Kingsford und Atema fand Gerlach heraus, dass die Larven sich am Geruch orientieren können. Sie können ihr Riff bis zu einer Entfernung von zwei Kilometern erschnüffeln – eine beachtliche Fähigkeit, doch in den Weiten des Ozeans hilft sie nicht weiter. Strömungsmodelle zeigen: Die meisten Larven werden in der ersten Woche um mehr als zehn Kilometer in Richtung Nordwesten verdriftet. Die Frage also bleibt: Wie finden die Larven ihren Weg zum Geburtsriff?

Mouritsen als Experte für Navigation von Vögeln wagte eine Hypothese. Möglicherweise, so Mouritsen, nutzten die Korallenriff-Fische – ähnlich wie Zugvögel – einen Sonnenkompass. Die WissenschaftlerInnen hatten nämlich beobachtet, dass die Larven auf ihrem Weg zurück zum Geburtsriff stets in südsüdöstlicher Richtung schwammen – vorausgesetzt, der Himmel war klar und die Sonne sichtbar. "Diese Richtung wäre optimal, um gegen die vorherrschende Nordnordwest-Strömung anzuschwimmen und zum Heimatriff zu gelangen", so Mouritsen.

Innere Uhr ermöglicht Larven Navigation

Der Sonnenstand verändert sich mit dem täglichen Weg der Sonne über den Himmel. Um die Sonne als Kompass nutzen zu können, müssten also die Fischlarven über eine innere Uhr verfügen. Um dies zu überprüfen, veränderte Mouritsen in einem Laborexperiment für einige Tiere den Wechsel von Licht und Dunkelheit. So stellte er ihren Tag-Nacht-Rhythmus um sechs Stunden vor. Das Ergebnis: Sie schwammen in die entgegengesetzte Richtung – ein deutlicher Beleg für die innere Uhr, die den Larven die Navigation ermöglicht.

So konnten die Wissenschaftler zeigen: Die Korallenriff-Larven verfügen also wirklich über eine zeitkompensierte Sonnenkompass-Orientierung, und sie nutzen diese, um die unvermeidbare Drift nach Nordnordwesten zu kompensieren – und ihr Geburtsriff wiederzufinden. Lässt sich diese Lösung eines bislang rätselhaften Wanderns auch auf andere Tiere übertragen? Gerlach und Mouritsen gehen davon aus, dass die herausgearbeiteten Fähigkeiten nicht nur  bei Korallenfischen vorkommen können, sondern bei vielen marinen Lebewesen.

Gabriele Gerlach, Henrik Mouritsen, Jelle Atema, Michael Kingsford: "Sun Compass Orientation Helps Coral Reef Fish Larvae Return to their Natal Reef"
http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0066039

Lichtenberg-Professur für Neurowissenschaftler Martin Greschner

Mit einer Lichtenberg-Professur der VolkswagenStiftung hat der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Martin Greschner seine wissenschaftliche Arbeit an der Universität Oldenburg aufgenommen. Mit der Initiative „Lichtenberg-Professur“ fördert die VolkswagenStiftung herausragende WissenschaftlerInnen in innovativen Lehr- und Forschungsfeldern. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, ein eigenständiges neues und interdisziplinäres Forschungsfeld an einer Universität ihrer Wahl zu verankern. Greschner setzt sich in seinem neuen Arbeitsbereich „Neurobiologie des Sehens – Visual Neuroscience“ mit der Kodierung visueller Reize auseinander und erforscht, wie diese von der Netzhaut, dem lichtempfindlichen neuronalen Gewebe des Auges, über den Sehnerv an das Gehirn übermittelt werden.



Der Neurowissenschaftler begann seine wissenschaftliche Karriere an der Universität Oldenburg. Er studierte hier Biologie und Chemie und promovierte in der Arbeitsgruppe „Neurobiologie“ über die Zeitstruktur der Ganglienzellenaktivität. Zuletzt war er am renommierten Salk Institute for Biological Studies in La Jolla (Kalifornien, USA) tätig.

Morphologische Studien zeigen, dass beim Menschen etwa 20 verschiedene Arten Ganglienzellen bei der visuellen Erfassung der Umwelt beteiligt sind und Signale an das Gehirn senden. Dabei gibt es kaum Erkenntnisse darüber, wie diese Signale von den verschiedenen Zelltypen gemeinsam die Grundlage für die visuelle Wahrnehmung bilden. Um darüber Aufschluss zu erhalten, verwendet Greschner neuartige Multi-Elektroden-Arrays, die in der Lage sind, die Signale von vielen hunderten Zellen simultan aufzuzeichnen. Seine Forschungen können wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von Netzhautprothesen und künstlichen Sehsystemen liefern.
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Martin Greschner, Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Tel.: 0441/798-3710, E-Mail: martin.greschner(at)uni-oldenburg.de

DFG bewilligt dritte Förderperiode für Sonderforschungsbereich „Das aktive Gehör“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat erneut Mittel für den Sonderforschungsbereich (SFB) „Das aktive Gehör“ bewilligt.

Für die dritte Förderphase bis 2017 stellt sie dem Forschungsprojekt – geleitet durch den Oldenburger Biologen Prof. Dr. Georg Klump – neun Millionen Euro zur Verfügung. An den Forschungen sind neben der Universität Oldenburg auch die Universität Magdeburg und das Leibniz Institut für Neurobiologie in Magdeburg beteiligt. „Die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs `Das aktive Gehör` bestätigt erneut die herausragende Stärke der Oldenburger Hörforschung. Dieser Erfolg trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit der Universität Oldenburg bei und stärkt das Forschungsprofil der im vergangenen Jahr gegründeten Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften“, freut sich Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.

In dem Sonderforschungsbereich untersuchen Biologen, Physiker, Mediziner und Psychologen seit 2005 die Grundlagen der Verarbeitung akustischer Signale im Hörsystem. Dabei geht es um die Prozesse aktiven Zuhörens und des Konzentrierens auf bestimmte Schallquellen. „Menschen mit normalem Gehör fällt es leicht, sich in einer Gruppe mit vielen Sprechern auf eine einzelne Person zu konzentrieren und ihr zuzuhören. Wir können also Schallsignale in akustischen Szenen mit vielen konkurrierenden Quellen analysieren. Dies gelingt durch eine Interaktion der Informationsverarbeitung in der aufsteigenden Hörbahn und der Steuerung der Wahrnehmung durch höhere Gehirnareale. Den aktuellen technischen Systemen gelingt dies derzeit kaum“, erläutert Klump. Durch eine Kombination der Methoden von Neurobiologie, Neuropsychologie, Psychophysik sowie einem medizinisch-physikalischen Modellansatz untersuche der Sonderforschungsbereich, wie die „Interaktion von Hören und Denken“ zu der exzellenten Analyseleistung führe, so der Sprecher des Sonderforschungsbereichs.

Der interdisziplinäre Forschungsansatz ermöglicht ein bislang nicht erreichtes Verständnis der Mechanismen aktiven Zuhörens in komplexen Reizsituationen. „Unsere Grundlagenforschung trägt zu verbesserten Hörhilfen bei, wie sie im Oldenburger Exzellenzcluster ‚Hearing4all’ entwickelt werden. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Lösung drängender Probleme in unserer Gesellschaft“, stellt Klump fest. Hörgeräte könnten nur dann funktionieren, wenn sie selektiv bestimmte Signale verstärkten. Er sei überzeugt, „dass sich durch die Arbeit der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Versorgung älterer Menschen mit Hörproblemen in unserer Gesellschaft eröffnen“.

Gemeinsames deutsch-israelisches Projekt zur Hirnforschung

Die Neurobiologin Prof. Dr. Illana Gozes von der Tel Aviv University (Israel) hat auf Vorschlag von Prof. Dr. Christiane Richter-Landsberg, Department für Neurowissenschaften an der Universität Oldenburg, den mit 60.000 Euro dotieren Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Mit dem Preis zeichnet die Stiftung Gozes´ wissenschaftliches Gesamtwerk und ihre hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre aus.
Gozes promovierte am Weizmann Institute in Rehovot, Israel, und forschte anschließend mehrere Jahre in den USA am Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, und am Salk Institute, San Diego. Seit 1993 ist sie Professorin für Klinische Biochemie an der Tel Aviv University, wo sie zurzeit das Adams Super Center for Brain Studies leitet. „Prof. Dr. Illana Gozes ist eine überaus renommierte Neurowissenschaftlerin. Sie hat sich durch zahlreiche Publikationen ausgewiesen und eine Klasse von neuen Proteinen entdeckt, die entscheidend für die Hirnentwicklung und Alterungsprozesse sind“, so Richter-Landsberg.
Gozes hat die Firma Allon Therapeutic Inc. mitbegründet und an der Entwicklung eines Medikaments für die Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems – speziell der Alzheimer Erkrankung – mitgewirkt. Sie ist Gründungsmitglied des „Israel Brain Council“ und Herausgeberin des „Journal of Molecular Neuroscience”. In den kommenden zwei Jahren wird die Humboldt-Preisträgerin und Gastwissenschaftlerin des Hanse-Wissenschaftskollegs, Delmenhorst, auch in der Arbeitsgruppe der Oldenburger Neurobiologin forschen. „Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts ist es, die molekularen Grundlagen weiter zu charakterisieren, die der schützenden Wirkung der neuroprotektiven Proteine zugrunde liegen – mit einem speziellen Fokus auf die Myelin bildenden Gliazellen des Gehirns und ihr molekulares Stützsystem, das Cytoskelett.“

Neurobiologe Reto Weiler in Österreichischen Wissenschaftsrat berufen

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Prof. Dr. Reto Weiler, Prodekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften an der Universität Oldenburg und Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst, ist vom Bundespräsidenten der Republik Österreich in den Österreichischen Wissenschaftsrat berufen worden. Das Kabinett hat seiner Ernennung Ende Dezember zugestimmt. Die Amtszeit des Oldenburger Neurobiologen beträgt drei Jahre.

Der Österreichische Wissenschaftsrat ist das zentrale Beratungsgremium des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung, der gesetzgebenden Körperschaften und der Universitäten in allen Fragen der Universitäten und ihrer Weiterentwicklung. Er nimmt eine ähnliche Funktion wahr wie der Wissenschaftsrat in Deutschland. Der Rat setzt sich aus zwölf inländischen und ausländischen Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft zusammen - besonders aus der Wissenschaft und Kunst, aber auch aus der Wirtschaft und Industrie.

Die Berufung sei sicher auch eine große Anerkennung seiner bisherigen Leistungen in Wissenschaft und Wissenschaftspolitik, betonte Weiler. Das Hochschulsystem in Österreich befinde sich zurzeit im Umbruch. Der strategischen Arbeit in dem Gremium sehe er mit Spannung und Freude entgegen.

Kontakt: Prof. Dr. Reto Weiler, Tel.: 0441/798-2581, E-Mail: reto.weiler@uni-oldenburg.de

Wenn das Gehirn Fehler macht: Neurobiologen identifizieren Schlüsselmoleküle für die Entwicklung des auditorischen Systems

Etwa zwei bis drei Prozent aller Kinder und zehn bis zwanzig Prozent der älteren Erwachsenen leiden unter Hörproblemen, die auf neurologische Verarbeitungsstörungen zurückzuführen sind. Obwohl ihr Innenohr voll funktionsfähig ist, interpretiert ihr Gehirn die akustischen Signale fehlerhaft. Eine solche Hörstörung wird nach neueren Erkenntnissen häufig in Zusammenhang mit Dyslexie (Lesen und Verstehen von Wörtern und Texten) und Autismus gebracht.
Die Arbeitsgruppe Neurogenetik an der Universität Oldenburg unter Leitung von Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang hat nun zusammen mit WissenschaftlerInnen der Universität Tel Aviv (Israel) neue Schlüsselmoleküle für die fehlerfreie Interpretation von akustischen Signalen identifiziert. Ihre Forschungsergebnisse haben die ExpertInnen kürzlich in der international renommierten Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science PLOS ONE 2012 vorgestellt.
Auditorische Verarbeitungsstörungen treten bei Jungen doppelt so häufig auf wie bei Mädchen. "Das verweist auf einen genetischen Hintergrund", betont Nothwang. Um die genetischen Ursachen der Entwicklungsstörungen der Hörbahn zu identifizieren, versucht er mit seiner Arbeitsgruppe die Faktoren aufzuspüren, die maßgeblich an der Ausbildung der Hörbahn beteiligt sind.
"Erst seit wenigen Jahren kennt man die so genannten microRNAs - also kleine Nukleinsäuren - die bei der Genregulation eine wichtige Rolle spielen. Zu ihrer Produktion in der Zelle ist das Enzym Dicer erforderlich", erklärt der Neurobiologe. Dieses Enzym haben die WissenschaftlerInnen aus Oldenburg und Tel Aviv mit einem speziellen Verfahren bei Mäusen lokal ausgeschaltet und damit unterbunden, dass zelluläre microRNAs in der Hörbahn hergestellt werden.
Das Ausschalten von Dicer im embryonalen Stadium hatte drastische Folge: Ein Teil der Hörbahn entwickelte sich überhaupt nicht, ein weiterer Bereich war erheblich beeinträchtigt. "Diese Befunde ließen erstmals den Schluss zu, dass die Klasse von kleinen regulatorischen Nukleinsäuren als Schlüsselmoleküle für die korrekte Ausbildung der Hörbahn sorgen", so Nothwang. Durch weitere genetische Analysen sei es außerdem gelungen, das kritische Zeitfenster für das Wirken von Dicer und damit von microRNAs auf die frühe embyronale Entwicklung einzugrenzen.
Künftig wollen die WissenschaftlerInnen noch einen Schritt weitergehen und die entscheidenden microRNAs und ihre genauen Funktionen identifizieren. "Genetische Störungen wie beispielsweise Mutationen in den microRNAs führen sehr wahrscheinlich zu Fehlentwicklungen in der Hörbahn. Damit könnten sie zu auditorischen Verarbeitungsstörungen beitragen", so der Neurobiologe. Auch für diese Untersuchungen werde die erfolgreiche Kooperation mit der israelischen Arbeitsgruppe fortgesetzt. Zudem erfährt das Projekt Unterstützung durch das Exzellenzcluster "Hearing4all". Die Federführung des Konsortiums rund um das Thema Hören liegt bei der Universität Oldenburg.

Elena Rosengauer, Heiner Hartwich, Anna Maria Hartmann, Anya Rudnicki, Somisetty Venkata Satheesh, Karen B. Avraham, Hans Gerd Nothwang: "Egr2::cre mediated conditional ablation of dicer disrupts histogenesis of Mammalian central auditory nuclei." PLoS ONE 2012

www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0049503
Kontakt:
Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Tel.: 0441/798-3932, E-Mail: hans.g.nothwang@uni-oldenburg.de

Deutscher Zukunftspreis 2012 für Hörforscher-Team

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Erhielten den Deutschen Zukunftspreis 2012 (v.l.): Dr. Torsten Niederdränk, Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Prof. Dr. Volker Hohmann.


Großartiger Erfolg für die Hörforschung: Der Deutsche Zukunftspreis geht an das Hörforscher-Team um den Oldenburger Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte den mit 250.000 Euro dotierte Preis.

In einer vom ZDF übertragenen großen Gala erhielt Kollmeier den Preis gemeinsam mit Prof. Dr. Volker Hohmann (ebenfalls Universität Oldenburg, Exzellenzcluster "Hearing4all") und Dr. Torsten Niederdränk (Siemens AG).

Der Bundespräsident verleiht den Deutschen Zukunftspreis jährlich für herausragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen. Er ist mit 250.000 Euro dotiert. Kollmeier und seinem Team gelang es, die entscheidenden Vorteile des beidohrigen Hörens auf die Hörsystemtechnologie zu übertragen - und damit die Technologie von Hörsystemen entscheidend zu verbessern. Die Entwicklung führte zu einem Umdenken in der Welt der Hörsysteme.

"Vorn zu sein und mitzugestalten, wenn es darum geht, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern: Professor Kollmeier hat mit seinem Team einzigartige und herausragende Leistungen vollbracht. Die Universität Oldenburg, an der Kollmeier und Hohmann seit Jahren lehren und forschen, freut sich über diesen großen Erfolg", sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.

"Der Deutsche Zukunftspreis ist eine großartige Anerkennung unserer Arbeit. Es ist unser zentrales Anliegen, Produkte und Innovationen zu entwickeln, die dem schwerhörenden Menschen nutzen", erklärte Kollmeier in seinen Dankesworten. Der Wissenschaftler ist Sprecher des Exzellenzclusters "Hearing4all", leitet das Kompetenzzentrum HörTech, die Fraunhofer-Projektgruppe für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und ist einer der führenden Köpfe des Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks "Auditory Valley".

"Bei der Übertragung des beidohrigen Hörens auf die Hörsystemtechnologie haben Wissenschaft und Industrie Hand in Hand zusammengearbeitet", erläutert Dr. Torsten Niederdränk von der Siemens AG, die basierend auf grundlegenden Patenten bereits im Jahr 2004 die ersten Geräte mit dieser Technologie auf den Markt gebracht haben. Dass die Erfindung der "Binauralen Hörsysteme" heute in fast allen modernen Geräten berücksichtigt wird, sei vor allem auf die gute Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie im Auditory Valley zurückzuführen.

"Es motiviert uns, dass unsere Erfindung heute zahlreichen Menschen hilft", beschreibt Prof. Dr. Volker Hohmann von der Universität Oldenburg den Anreiz für die gemeinsame Innovation. Schwerhörigkeit ist weit verbreitet, in der Europäischen Union haben rund 56 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren eine behandlungsbedürftige Hörminderung. Damit ist jeder sechste Erwachsene betroffen, die Hälfte davon im berufstätigen Alter.

DFG bewilligt Graduiertenkolleg: Molekulare Grundlagen des Sehens, Riechens und Hörens Interdisziplinäre Forschung und gezielte Nachwuchsförderung

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Organismen nehmen mit hoher Präzision und Empfindlichkeit Signale aus ihrer Umwelt wahr. Komplexe Zellverbände verarbeiten sie weiter. Welche zellulären und molekularen Vorgänge laufen dabei ab? Lassen sich aus sensorischen Prozessen wie dem Sehen, Riechen, Hören, der Magnetorezeption von Vögeln oder der Chemorezeption von Bakterien gemeinsame molekulare Prinzipien ableiten? Diesen fundamentalen Fragen widmet sich künftig das Graduiertenkolleg "Molecular basis of sensory biology" der Universität Oldenburg, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt bewilligte. Das Graduiertenkolleg startet mit zwölf Promovierenden. Der Förderzeitraum beträgt viereinhalb Jahre.
"Die Bewilligung ist ein weiterer großer Erfolg für die Universität Oldenburg. Das Graduiertenkolleg im Bereich der molekularen Sinnesphysiologie vereint zwei Dinge, für die die Universität Oldenburg steht: interdisziplinäre Forschungsarbeit und gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses", erklärte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.
Die molekularen Operationsweisen und gemeinsamen Prinzipien sensorischer Systeme zu verstehen, ist Ziel aller Projekte des Graduiertenkollegs. Um in Sinneszellen physikalische und chemische Reize zu vermitteln, sind Rezeptormoleküle und rezeptorvermittelte Signalwege unerlässlich. Für ein präzises Zusammenwirken sorgen molekulare Schaltermechanismen. "Wenn wir die Zusammenhänge auf molekularer Ebene verstehen wollen, brauchen wir interdisziplinäre Forschungsansätze", betont Prof. Dr. Karl-Wilhelm Koch, Leiter der Arbeitsgruppe Biochemie und Sprecher des neuen Graduiertenkollegs. So führt das Graduiertenkolleg sowohl Promovierende als auch 13 Oldenburger ProfessorInnen aus den Fächern Biologie, Chemie und Physik zusammen. "Wir werden in nahezu allen Promotionsprojekten zellbiologische und molekularbiologische Methoden nutzen - häufig in Kombination mit biophysikalischen Techniken", so Koch. Ergänzt wird das Methodenspektrum durch die Bioinformatik und durch Design und Synthese spezieller Fluoreszenzfarbstoffe. Die StipendiatInnen können so Hintergrundwissen und praktische Erfahrungen mit unterschiedlichen Technologien erwerben.
"Wir erwarten, dass physikalische Modellsysteme dazu beitragen werden, die sensorischen Phänomene in Organismen besser zu verstehen", betont Koch. Zudem könnten biologische Systeme die Entwicklung neuer technischer Systeme - etwa in der Biomedizin - inspirieren.
Graduiertenkollegs der DFG sind Einrichtungen an Hochschulen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Ziel der DFG ist es, Promovierende zu qualifizieren, ihre wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen sowie auf den komplexen Arbeitsmarkt "Wissenschaft" vorzubereiten. "Molecular basis of sensory biology" ist das sechste Graduiertenkolleg an der Universität Oldenburg, das die DFG bewilligt hat.


Einzigartiges Lichtmikroskop im Forschungszentrum Neurosensorik

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Auf dem Foto (v.l.): Die Neurowissenschaftler Prof. Dr. Reto Weiler und Prof. Dr. Henrik Mouritsen mit dem neuen Hochleistungsmikroskop.


26. Juli 2012 Das europaweit erste kommerziell erhältliche Lichtmikroskop mit einem Auflösungsvermögen von unter 50 Nanometern - zum Vergleich: ein menschliches Haar ist etwa 70.000 Nanometer dick - ist heute an der Universität Oldenburg in Betrieb genommen worden. Unter dem Dach des Forschungszentrums Neurosensorik steht es künftig den WissenschaftlerInnen um die Neurobiologen Prof. Dr. Reto Weiler und Prof. Dr. Henrik Mouritsen zur Verfügung. Möglich wurde die Anschaffung des 880.000 Euro teuren Geräts durch Mittel, die je zur Hälfte vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaften (DFG) stammen. Bei dem Gerät handelt es sich um ein gated STED-Mikroskop (Stimulated Emission Depletion) der Firma Leica Microsystems.

"Das Geld für Spitzentechnologie ist in Oldenburg gut investiert. Ein solches Lichtmikroskop ist bislang weltweit nur an ganz wenigen Orten verfügbar. Die Wissenschaftler und Studierenden der Universität Oldenburg sind europaweit die ersten, die ein solches High-Tech-Gerät verwenden können", so Niedersachsens Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

"Das Mikroskop ermöglicht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums Neurosensorik Forschung auf methodisch höchstem Niveau", erklärt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon. Es stärke den Wissenschaftsstandort Oldenburg und die internationale Konkurrenzfähigkeit der Oldenburger Neurosensorik nachhaltig.

Mit der extrem hohen Auflösung des Mikroskops können allerfeinste zelluläre Details aufgedeckt werden. Möglich wird dies durch die gated STED Technologie, die auf den Göttinger Physiker Prof. Dr. Stefan Hell zurückgeht. Sie überwindet die Auflösungsgrenze, die die Wellenlänge des Lichts optischen Instrumenten gemeinhin setzt, indem sie das Prinzip der Fluoreszenz nutzt. Das Präparat wird über einen Detektor abgerastert und im Computer zu einem Bild zusammengefügt. Die Lichtmikroskopie der neuesten Generation verbessert damit signifikant die Präzision und Kontraste, die bislang möglich waren.

Die WissenschaftlerInnen der Arbeitsgruppe Neurobiologie um Weiler wollen mit dem neuen Mikroskop ihre Retina-Forschung vorantreiben. Dabei geht es zunächst um die Lokalisation von elektrischen Synapsen in der Netzhaut, die eine wesentliche Rolle bei der Anpassung des Sehens an unterschiedliche Helligkeiten spielen. Außerdem werden sie Transport- und Bindungsprozesse von zellspezifischen Proteinen im neuronalen Netzwerk der Retina analysieren.

Anders als mit einem Elektronenmikroskop ließen sich mit dem neuen Gerät Prozesse in lebenden Zellen beobachten, erläutert Mouritsen, der mit seiner Arbeitsgruppe die Navigation von Zugvögeln untersucht. Sie wollen mit dem Supermikroskop klären, wie der Magnetkompass der Vögel funktioniert, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Chryptochrom befindet, einem Lichtrezeptor in den Nervenzellen der Augen.