Sportwissenschaft

Irritierende Körper

In Zeiten von Smartphones, Internet, Wissensgesellschaft und neuer Berufe im Dienstleistungssektor, die vor allem als Wissens- und Kopfarbeit bezeichnet werden, scheint der Körper immer weniger Bedeutung zu haben. Und doch sorgen Körper gerade jetzt für Irritationen. Der eigene Körper irritiert im Alltag, wenn etwas nicht gelingt, sich unangenehm oder auch überraschend einfach oder vertraut anfühlt. Ebenso werden Körper auch diskursiv zum Thema: Alter, Geschlecht, Form, Zustand, Manipulation und Verwendung werden medial viel thematisiert und unterliegen gezielten Bearbeitungen. Und schließlich kann der Körper auch für soziologische Theorie irritierend sein, wird als Leerstelle bestehender Konzepte identifiziert und in neuen Ansätzen als zentrales Element behandelt.

Kontakt: Timm Wöltjen

Sport der Gegenwarten: Zwischen Routinen und Irritationen

Den Ausgangspunkt des Seminars bildet der Vorschlag des Soziologen Armin Nassehi, die moderne Gesellschaft als Pluralität von Gegenwarten zu begreifen. Unter diesem Blickwinkel ist es eine zentrale Herausforderung für die Akteure, unterschiedliche Perspektiven und Gegenwarten miteinander zu vereinbaren. Dabei komme es unvermeidlich zu Reibungen, Missverständnissen, Irritationen und Beunruhigungen. An Nassehi anknüpfend befassen wir uns im Seminar vor allem mit Beunruhigungen im Feld des Sports. Unser Interesse gilt z.B. den Irritationen kultureller Muster von Geschlecht und vergeschlechtlichter Körper, den Beunruhigungen, die zurzeit von und in den Medien im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Brasilien verhandelt werden oder den Fragen danach, was unser Sport- und Körperverständnis irritiert oder wie und unter welchen Voraussetzungen es zu einer Verschiebung von ‚Beunruhigungsschwellen‘ kommt: Wann wird ehemals Beunruhigendes zur Normalität, wann wird es zu einer Provokation? Die TeilnehmerInnen des Seminars bearbeiten diese und ähnliche Fragen mittels verschiedener qualitativer Methoden (Interviews, (Selbst-)Beobachtungen, Diskursanalysen) in Projekten. Die Ergebnisse werden in der Woche des Forschenden Lernens in Form von Videotagebüchern, wissenschaftlichen Postern oder Performances in einer Ausstellung präsentiert.

Kontakt: Kristina Brümmer, Prof. Dr. Thomas Alkemeyer

Challenging Dogmas in Exercise Science

In verschiedenen Lehrbüchern werden starre Vorschriften gemacht, wie sportmedizinische Untersuchungen, z.B. der Ausdauerleistungsfähigkeit, abzulaufen haben. In der Woche des Forschenden Lernens demonstrieren wir exemplarisch zwei Dogmen aus dem Bereich Ausdauerleistungsfähigkeit und Krafttraining.

Kontakt: Dr. Mirko Brandes

Beunruhigungen im sensomotorischen System – Choking under pressure

Der gefühlte Druck kann bei SportlerInnen riesig in entscheidenden Situationen sein. Dieser Druck zeigt sich in verschiedenen Bereichen der Informationsverarbeitung und der Koordination. Ziel dieser Veranstaltung ist es, einen ersten Einblick zu bekommen, wie dieser mittels moderner Labortechnik untersucht wird.

Kontakt: Prof. Dr. Jörg Schorer

Ausgeschlossen – Mikro-Ethnografische Untersuchungen zu den Außenseitern der Gegenwart

Ausgeschlossenheit beunruhigt. Wir behandeln differente Formen und Orte der Ausgeschlossenheit in Versuchsstudien fokussierter Ethnografie, analysieren und entwickeln Inszenierungsstrategien des Themas in Performance und reflektieren ein Tanztheaterprojekt zum Thema "Ausgeschlossenheit" mit Schülern und Schülerinnen. Matthias Grön, leitender Dramaturg des am Oldenburger Staatstheater aktuell aufgeführten Stücks 'Blankenburg', wird Gast unserer Veranstaltung sein.

Kontakt: Katharina Groß, Prof. Dr. Matthias Schierz