Semester: Sommersemester 2017

3.06.421 Rahmen und Rahmungen - Objekte, Konzepte, Diskurse


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 10:00 - 12:00, wöchentlich

Beschreibung

Der Rahmen ist ein Objekt, durch das man ‚ins Bild‘ sieht. Er schmückt das Bild und verleiht ihm Bedeutung. Je aufwändiger der Rahmen, desto wertvoller das, was gerahmt wird. Vor allem der Goldrahmen ist eng mit der Institution des Museums verbunden und traditionell ein Zeichen dafür, dass das Gerahmte der sog. Hochkunst zuzurechnen sei. Zudem wirken Rahmen bisweilen selbst als Kunstwerke, entworfen von Künstlern und hergestellt von professionellen Rahmenmachern. Der Rahmen begrenzt das Bild, nach innen wie nach außen. Er markiert die Grenze zwischen Bild und Umgebung, zwischen ‚Kunst‘ und ‚Nicht-Kunst‘. Er gehört weder zu dem einen noch zu dem anderen Bereich und gleichzeitig doch zu beiden. Als ein drittes Element ist er vor allem seit der Moderne zum Gegenstand auch kritischer künstlerischer Auseinandersetzung geworden. Fotografie und Film sind Medien, die ihre Bilder zuallererst durch das Setzen eines Rahmens, d.h. die Wahl eines Ausschnitts, herstellen. Und schließlich bezeichnet der Rahmen etwas, das immer auch ‚da‘ ist, ohne jedoch unbedingt sichtbar zu sein. Die Herausforderung besteht dann darin, auch solche unsichtbaren Rahmen, die den Blick lenken und Bedeutung schaffen, in den Blick zu bekommen.
Das Seminar befasst sich sowohl mit der Geschichte des Rahmens als Objekt und Praxis wie auch mit theoretischen Konzepten. Es wird in historischer Perspektive danach gefragt, wie Rahmen und Rahmungen immer auch mit Veränderungen des Kunstbegriffs und mit dem Aufkommen neuer Medien zusammenhängen. Rahmenrichtlinien werden ebenso interessieren wie das, was aus dem Rahmen fällt.

DozentIn

TutorInnen

Studienmodule

  • kum830 Kunst- und Mediengeschichte: Paradigmen und Interdependenzen

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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