Semester: Wintersemester 2016/2017

4.03.155 Jaspers und Kant


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 12:00 - 14:00, wöchentlich

Beschreibung

Mit der Psychologie der Weltanschauungen hat Karl Jaspers 1919 sein philosophisches Erstlingswerk vorgelegt, in dem zentrale Grundbegriffe seiner Existenzphilosophie erstmals vorgestellt werden. Das Werk bewegt sich im Grenzbereich von Psychologie und Philosophie („Der Psychologe sieht in dem historischen Material eine Fundgrube für illustrierende Fälle, ihm ist die Vergangenheit, was dem Psychopathologen die Klinik ist.“) und baut die in der Allgemeinen Psychopathologie (1913) vorgenommene Dreiteilung des Verstehens zu einer Weltanschauungsanalyse gegenständlicher, selbstreflektierender und enthusiastischer Einstellungen aus, die mit sinnlich-räumlichen, seelisch-kulturellen und metaphysischen Weltbildern korrespondiert.
Das Werk endet mit einem Beitrag zu der Ideenlehre von Kant, jenem Denker, dem Jaspers in „Die großen Philosophen“ (1957) die mit Abstand größte Beachtung (S. 397-616) geschenkt hat. Im Seminar soll eine vergleichende Lektüre dieses Textes mit dem Anhang von 1919 vorgenommen und der besondere Stellenwert von Kant für Jaspers herausgearbeitet werden.
Das Seminar kann sowohl als Einführung in ein existenzphilosophisches Denken wie auch als Übergang von Jaspers’ früher psychopathologischen zu einer philosophischen Denkweise dienen. Dadurch, dass Jaspers sich auf einen Klassiker wie Kant bezieht, kann das Seminar auch als Einführung in die Philosophiegeschichte genutzt werden.

Literatur:
Karl Jaspers: Allgemeine Psychopathologie. Ein Leitfaden für Studierende, Ärzte und Psychologen, Berlin 1913 (9. Aufl. 1973); Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen, Berlin 1919 (Neuausgabe München 1985); Karl Jaspers: Die großen Philosophen, München 1957 (Neuausgabe 6. Auflage, 1991) Der Arzt im technischen Zeitalter. Technik und Medizin – Arzt und Patient – Kritik der Psychotherapie, München 1986; Hans Saner: Karl Jaspers. rowohlts monographien, Hamburg 1970; Werner Schüßler: Jaspers zur Einführung, Hamburg 1995.

DozentIn

Studienmodule

  • pb001 Natur, Technik und Gesellschaft
  • pb002 Ästhetische Bildung
  • pb003 Hermeneutik und Handlungsorientierung
  • phi110 Grundlagen der Theoretischen Philosophie und ihre Vermittlung
  • phi120 Grundlagen der Praktischen Philosophie und ihre Vermittlung

Studienbereiche

  • Philosophie / Werte und Normen
  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Mit der Psychologie der Weltanschauungen hat Karl Jaspers 1919 sein philosophisches Erstlingswerk vorgelegt, in dem zentrale Grundbegriffe seiner Existenzphilosophie erstmals vorgestellt werden. Das Werk bewegt sich im Grenzbereich von Psychologie und Philosophie („Der Psychologe sieht in dem historischen Material eine Fundgrube für illustrierende Fälle, ihm ist die Vergangenheit, was dem Psychopathologen die Klinik ist.“) und baut die in der Allgemeinen Psychopathologie (1913) vorgenommene Dreiteilung des Verstehens zu einer Weltanschauungsanalyse gegenständlicher, selbstreflektierender und enthusiastischer Einstellungen aus, die mit sinnlich-räumlichen, seelisch-kulturellen und metaphysischen Weltbildern korrespondiert. Das Werk endet mit einem Beitrag zu der Ideenlehre von Kant, jenem Denker, dem Jaspers in „Die großen Philosophen“ (1957) die mit Abstand größte Beachtung (S. 397-616) geschenkt hat. Im Seminar soll eine vergleichende Lektüre dieses Textes mit dem Anhang von 1919 vorgenommen und der besondere Stellenwert von Kant für Jaspers herausgearbeitet werden. Das Seminar kann sowohl als Einführung in ein existenzphilosophisches Denken wie auch als Übergang von Jaspers’ früher psychopathologischen zu einer philosophischen Denkweise dienen. Dadurch, dass Jaspers sich auf einen Klassiker wie Kant bezieht, kann das Seminar auch als Einführung in die Philosophiegeschichte genutzt werden.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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