Semester: Sommersemester 2017

1.07.071 Praxistheorien


Veranstaltungstermin

  • Montag: 14:00 - 16:00, wöchentlich

Beschreibung

Das Seminar bietet einen Einblick in soziologische Theorien, die seit dem sogenannten ‚practice turn’ als Soziologien der Praxis gelesen werden. Mit dem Terminus der Praxis, der ein konkretes Tun beziehungsweise den praktischen Vollzug von 'doings and sayings' hervorhebt, findet vor allem eine besondere Fokussierung auf die Materialität des Sozialen statt. Menschliche Körper und Leiber, die sie auszeichnende präreflexive Habitualität und ihr implizites Wissen als tätige Könnerschaft, genauso wie physische Gegenstände in ihren Gebrauchsqualitäten und Widerständigkeiten werden als konstitutiv für die praktische Vollzugswirklichkeit des Sozialen angesehen. Ziel des Seminars ist es, die soziologische Praxistheorie in diesen Kernargumenten, aber auch in ihren Variationen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen dabei für die Praxistheorie selbst bereits klassisch gewordene Schriften, wie etwa Pierre Bourdieus Habitus-Konzept sowie Anthony Giddens' Überlegungen zu Struktur und Strukturierung. Gleichzeitig werden wir uns aber beispielsweise auch dem weniger kanonisierten amerikanischen Pragmatismus John Deweys zuwenden und ebenso Ausschnitte aus Judith Butlers Ausführungen zur Performativität, den Überlegungen Bruno Latours zu Verflechtungen von Mensch und Ding als Akteur-Netzwerke oder aber auch der Ethnomethodologie Harold Garfinkels lesen. Inhaltlich abgerundet wird das Seminar zudem durch die Beschäftigung mit zeitgenössischen qualitativen Studien, die bestrebt sind, die Praxistheorie ebenfalls als empirische Praxisforschung zur Anwendung zu bringen.

DozentIn

Studienmodule

  • sow250 Vertiefungsfach
  • sow253 Vertiefungsfach

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
4