Semester: Sommersemester 2017

3.06.315 Kino/Museum - Zur Geschichte der Relokalisierung des Films im White Cube


Veranstaltungstermine

  • Do , 01.06.2017 14:00 - 16:00
  • Mittwoch: 12:00 - 14:00, wöchentlich

Beschreibung

Seit den späten 1990er Jahren gehören Filmprojektion und Installationsfilme zum gewohnten Bild in Ausstellungsräumen von Kunstbiennalen und Großausstellungen. Bereits zuvor hielten Bewegtbildprojekte der Videokunst vereinzelt Einzug in die Räume von Galerien und Museen. Doch erst in der jüngeren Vergangenheit lässt sich beobachten, dass Kino und Film nicht länger als Negativfolien innerhalb kunsttheoretischer Verhandlungen fungieren. Über Begriffe wie „cinematic turn“ (Maeve Connolly) wurde dieser Verbreitung filmischer Praktiken in Ausstellungskontexten Rechnung getragen. Titel wie der des Münchener Festivals „Kino der Kunst“ reklamieren ferner eine eigene Tradition und ein eigenständiges Feld des Films für die Kunst. Dass in dem Austausch dieser beiden kulturellen und institutionellen Kontexte (Kino/Kunst) durchaus auch divergierende Konzeptionen von Bild und Medium aufeinandertreffen, hat der Filmwissenschaftler Raymond Bellour in dem Titel seines Buches „La Querelle des dispositifs“ (2012) Ausdruck verliehen.
Im Seminar werden wir uns der Relokalisierung des Films im Ausstellungsraum über eine interdisziplinäre Perspektive annähern. In einem ersten Schritt werden sowohl kuratorische, kunsttheoretische als auch film- und medienwissenschaftliche Zugriffe auf diese Entwicklung erarbeitet.
Wir werden uns dann innerhalb der Vielzahl an Ausstellungskonzepten, die sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren auf den Film bezogen haben, auf drei Tendenzen konzentrieren. Hierbei stellen wir 1) Ausstellungen vor, die die Arbeit von etablierten Filmemacher_innen (Farocki, Akerman, Fassbinder) im Museum rekontextualisieren; 2) Gruppen- oder Einzelausstellungen, die das Kino als sozialen Ort und Öffentlichkeit thematisieren oder Aspekte des „Kinodispositivs“ befragen. In diesem Zusammenhang werden wir direkte und indirekte Bezüge zur Bewegung des Expanded Cinema der 1960er kennenlernen und untersuchen; 3) Sollen Ausstellungen und Arbeiten von Künstler_innen vorgestellt werden, die narrative Ansätze in Mehrkanal-Projektionen oder installativ-räumliche Erzählungen übersetzen.

Diese und weitere Fragestellungen werden wir ebenfalls im Rahmen einer Exkursion zur documenta 14 weiterverfolgen. Die Exkursion nach Kassel wird vom 17.-19. Juli stattfinden.

Weitere Informationen zur Organisation der Fahrt werden noch vor Beginn des Seminars per E-Mail an Sie weitergeleitet.

(Beginn, 12.04.)

DozentIn

Studienmodule

  • inm720 Medientheorie und -geschichte: visuelle Medien
  • kum720 Kunst und Medien in Theorie und Praxis

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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