Semester: Sommersemester 2017

4.03.228 Philosophische Terminologie


Veranstaltungstermin

  • Montag: 12:00 - 14:00, wöchentlich

Beschreibung

Philosophische Terminologie ist eine zweisemestrige Vorlesung Adornos aus dem Sommersemester 1962 und aus dem Wintersemester 1962/63. Philosophische Terminologie ist eine Einführung in die Philosophie der besonderen Art. In diesen transkribierten und nun neu edierten Vorlesungen kann man – lesend – Adorno beim dialektischen Denken zuschauen oder zuhören – und genau dies führt wahrlich in das Philosophieren ein. Adorno entwickelt zentrale philosophische Begriffe, entwickelt deren Übergänge in andere Begriffe, legt frei, was innere Widersprüche sind, und findet heraus, daß die Fiber solchen Denkens den Impuls zur Abschaffung gesellschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Herrschaft enthält. Diese Einführung Adornos in das Philosophieren steht in Opposition zu den allerorten empfohlenen, jegliches Widerständige im Denken glattbürstenden Einführungen in die Philosophie und Überblicken über die Philosophiegeschichte hinweg.
Unter ‘Philosophische Terminologie’ versteht Adorno nicht die Definition, Auflistung und Erläuterung von in der Philosophie (häufig) vorkommenden Termini – in einer Art Begriffslexikon. Für Adorno sind philosophische Termini weniger Zeichen als vielmehr Knotenpunkte. Will man die Termini begreifen, sollte man die in solchen Knotenpunkten sich berührenden und sich wechselseitig durchdringenden Begriffsentwicklungen aufspüren. Auffällig an diesen in den Vorlesungen versammelten Knotenpunkten ist, daß sie überwiegend zu Gegensatzpaaren wie Idealismus und Realismus, Rationalismus und Empirismus, Spiritualismus und Materialismus u.a. sich gruppieren. Deswegen sollten philosophische Termini nicht als vereinzelte fixiert und den ihnen gegenübergestellten starr und äußerlich entgegengesetzt werden. Vielmehr erweisen sich Termini wie Materialismus, Idealismus u.a. als inwendig durch den jeweils entgegengesetzten Terminus bestimmt, mithin erweisen sie sich als dialektisch. Weder sind sie Zeichen, vom besonderen Material und von dem subjektiven Wollen abtrennbar und als wertfreie innerhalb einer Methode fungierend, noch sind sie unhistorische Wesenheiten, ausgelagert in eine transzendente oder transzendentale Welt.
Gegenstand des Seminars sind die gerade erschienenen Vorlesungen zur Philosophische Terminologie. Adorno hielt sie weitgehend frei. Seine Stichworte, mittels derer er die Vorlesungen konzipierte, und die 1962/63 vom Tonband transkribierten Nachschriften liegen jetzt vor. Diese Nachschriften sind offener, in einem durchaus produktiven Sinne vorläufiger und eben auch experimentierend, in jedem Falle einfacher zugänglich als Adornos publizierte, zweifellos dichte und zuweilen ja verdichtete Texte. Obendrein gibt es kein von Adorno publiziertes Buch zur Einführung in die Philosophie. Wiewohl Adorno zu seinen Lebzeiten die Nachschriften nicht zur Publi¬kation freigab, sind diese inzwischen (glücklicherweise) erschienen, die Philosophische Terminologie jüngst in einer vorzüglichen Edition.
Literatur: Theodor W. Adorno: Philosophische Terminologie I und II. Herausgegeben von Henri Lonitz. Frankfurt 2016.
N.B.: Die angegebene Edition ersetzt eine ältere aus dem Jahre 1973 (herausgegeben von Rudolf zur Lippe) und ist dieser in allen Belangen vorzuziehen. Angesichts des Vorliegens der neuen Edition muß von dem Kauf der älteren abgeraten werden.

DozentIn

Studienmodule

  • pb080 Philosophie und Gesellschaft A
  • pb081 Philosophie und Gesellschaft B
  • phi220 Praktische Philosophie - Ethik, Recht, Gesellschaft
  • phi230 Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften
  • phi320 Praktische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Gesellschaft
  • phi321 Praktische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Gesellschaft
  • phi330 Theoretische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Grundlagen der Wissenschaften
  • phi331 Theoretische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Grundlagen der Wissenschaften
  • phi520 Philosophie der Gesellschaft
  • phi530 Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Philosophische Terminologie ist eine zweisemestrige Vorlesung Adornos aus dem Sommersemester 1962 und aus dem Wintersemester 1962/63. Philosophische Terminologie ist eine Einführung in die Philosophie der besonderen Art. In diesen transkribierten und nun neu edierten Vorlesungen kann man – lesend – Adorno beim dialektischen Denken zuschauen oder zuhören – und genau dies führt wahrlich in das Philosophieren ein. Adorno entwickelt zentrale philosophische Begriffe, entwickelt deren Übergänge in andere Begriffe, legt frei, was innere Widersprüche sind, und findet heraus, daß die Fiber solchen Denkens den Impuls zur Abschaffung gesellschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Herrschaft enthält. Diese Einführung Adornos in das Philosophieren steht in Opposition zu den allerorten empfohlenen, jegliches Widerständige im Denken glattbürstenden Einführungen in die Philosophie und Überblicken über die Philosophie¬geschichte hinweg. Unter ‘Philosophische Terminologie’ versteht Adorno nicht die Definition, Auflistung und Erläuterung von in der Philosophie (häufig) vorkommenden Termini – in einer Art Begriffslexikon. Für Adorno sind philosophische Termini weniger Zeichen als vielmehr Knotenpunkte. Will man die Termini begreifen, sollte man die in solchen Knotenpunkten sich berührenden und sich wechselseitig durchdringenden Begriffsentwicklungen aufspüren. Auffällig an diesen in den Vorlesungen versammelten Knotenpunkten ist, daß sie überwiegend zu Gegensatzpaaren wie Idealismus und Realismus, Rationalismus und Empirismus, Spiritualismus und Materialismus u.a. sich gruppieren. Deswegen sollten philosophische Termini nicht als vereinzelte fixiert und den ihnen gegenübergestellten starr und äußerlich entgegengesetzt werden. Vielmehr erweisen sich Termini wie Materialismus, Idealismus u.a. als inwendig durch den jeweils entgegengesetzten Terminus bestimmt, mithin erweisen sie sich als dialektisch. Weder sind sie Zeichen, vom besonderen Material und von dem subjektiven Wollen abtrennbar und als wertfreie innerhalb einer Methode fungierend, noch sind sie unhistorische Wesenheiten, ausgelagert in eine transzendente oder transzendentale Welt. Gegenstand des Seminars sind die gerade erschienenen Vorlesungen zur Philosophische Terminologie. Adorno hielt sie weitgehend frei. Seine Stichworte, mittels derer er die Vorlesungen konzipierte, und die 1962/63 vom Tonband transkribierten Nachschriften liegen jetzt vor. Diese Nachschriften sind offener, in einem durchaus produktiven Sinne vorläufiger und eben auch experimentierend, in jedem Falle einfacher zugänglich als Adornos publizierte, zweifellos dichte und zuweilen ja verdichtete Texte. Obendrein gibt es kein von Adorno publiziertes Buch zur Einführung in die Philosophie. Wiewohl Adorno zu seinen Lebzeiten die Nachschriften nicht zur Publikation freigab, sind diese inzwischen (glücklicherweise) erschienen, die Philosophische Terminologie jüngst in einer vorzüglichen Edition.

Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Die Anschaffung des folgenden Buches ist erforderlich: Theodor W. Adorno: Philosophische Terminologie I und II. Herausgegeben von Henri Lonitz. Frankfurt 2016. N.B.: Die angegebene Edition ersetzt eine ältere aus dem Jahre 1973 (herausgegeben von Rudolf zur Lippe) und ist dieser in allen Belangen vorzuziehen. Angesichts des Vorliegens der neuen Edition muß von dem Kauf der älteren abgeraten werden.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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