Semester: Wintersemester 2016/2017

4.02.020 Erinnern und vergessen als Lebensform. Kulturgeschichte des Mittelalters am Beispiel des Memorialwesens


Veranstaltungstermin

  • Montag: 14:00 - 16:00, wöchentlich

Beschreibung

Sich erinnern zu können, ist eine spezifisch menschliche Fähigkeit. Sie ermöglicht die Orientierung in Vergangenheit und Gegenwart, wie auch die Ausrichtung auf die Zukunft. Von jeher haben Menschen sich der Erinnerung bedient, um Vergänglichkeit zu überwinden. Auf der anderen Seite stellte das bewusste Vergessen, die damnatio memoriae, eine Tilgung der betroffenen Person aus dem kollektiven Gedächtnis dar. Die ‚Gemeinschaft der Lebenden und Verstorbenen‘ so ein bekanntes Dictum der Memoria-Forschung, ist eine das Mittelalter überdauernde Form aktiven Gedenkens geworden. Das mittelalterliche Memorialwesen ist daher ein vorzügliches Untersuchungsfeld für bestimmte Ausprägungen menschlichen Denkens und Handelns. Darüber hinaus liefert die Beschäftigung mit den materiellen Substraten einen Beitrag zur Kulturgeschichte des Mittelalters. Texte wie beispielsweise Viten und Testamente oder Bildwerke wie der Teppich von Bayeux und der Cappenberger Barbarossakopf vermögen Einblicke in die Gesellschaft und Auskünfte über die Kultur einer Zeit zu geben, in der zwar die Grundlagen für Strukturen und Phänomene der Neuzeit gelegt wurden, die heute dennoch aber vielfach fremd erscheint.

DozentIn

Studienmodule

  • AM 2 Geschichte des Mittelalters
  • ges121 Geschichte des Mittelalters
  • ges122 Geschichte des Mittelalters
  • ges123 Geschichte des Mittelalters
  • ges124 Europäische Geschichte des Mittelalters
  • GM 2 Das Mittelalter als Wiege der Moderne 1

Studienbereiche

  • Geschichte
  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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