Learning and Cognitive Systems

WI\KEA

Das Akronym lautete bis zu einer mündlichen Ermahnung des schwedischen Möbelhauses "WIKEA". Das Möbelhaus möchte sein Akronym nicht als Bestandteil eines anderen Akronyms sehen. Daher verzierten wir unser Akronym mit einem Blackslash '\' zu "WI\KEA".

Wissensbasiertes, Interaktives Krankenzimmer - Einrichtungs - Ausbildungssystem

Konfigurationsprobleme betreffen die Planung und Realisation von Lösungen unter bestimmten Randbedingungen und Restriktionen. Solche Probleme sind bei der Prozeßplanung und -steuerung, z.B. im industriellen Bereich, häufig anzutreffen. Aber auch Fragen der Vertragsgestaltung, z.B. im Geschäfts-, Versicherungs- oder Bankbereich, kann man unter bestimmten Aspekten zu den Konfigurationsproblemen zählen.

WIKEA ist ein prototypischer Ansatz zur Lösung solcher Probleme in einer anschaulichen Domäne. Anwendungsbereich ist die Konfiguration eines Zimmers für die Alten- bzw. Krankenpflege. Hierfür gilt eine Reihe von Rahmenbedingungen bzw. Regeln, die von der Caritas formuliert und uns vom Competence Center Informatik (CCI), Meppen, zur Verfügung gestellt wurden. Ein Teil des Projekts inclusive einer Präsentation des Systems auf einer Altenpflegemesse im April 1993 wurde in Zusammenarbeit mit dem CCI durchgeführt.

WIKEA ist sowohl als Problemlöseumgebung als auch als Schulungskomponente realisiert. Mit WIKEA kann der Problemlöser Zimmereinrichtungen konfigurieren und sich vom System Unterstützung geben lassen. So können vollständige, aber auch unvollständige Konfigurationen auf Einhaltung der Rahmenbedingungen geprüft werden. Das System zeigt bei Bedarf die erfüllten und verletzten Rahmenbedingungen an. Darüber hinaus können Konfigurationshilfen in Form von Ergänzungs- und Korrekturvorschlägen angefordert werden. WIKEA realisiert somit einen Ansatz, der das für die Konfiguration von Pflegezimmern erforderliche Wissen nicht auf konventionelle Weise (Präsentation der Regeln, Illustration mit Beispielen) vermittelt, sondern durch exploratives Problemlösen und aktives Hypothesentesten.

Der Ansatz ist auf andere Gegenstandsbereiche (z.B. Konfiguration von Produktionsanlagen, Ausstattung von Ladenlokalen, Vertragsgestaltung) erweiterbar.

Literatur:

MÖBUS, C., Towards an Epistemology on Intelligent Problem Solving Environments: The Hypothesis Testing Approach, p. 138 - 145, DOI: 10.13140/2.1.2102.8167, in J. GREER (ed), Artificial Intelligence in Education, Proceedings of AI-ED 95, 7th World Conference on Artificial Intelligence in Education, Washington, DC, August 16-19, Association for the Advancement of Computing in Education (AACE), Charlottesville, VA, 1995, ISBN 1-880094-16-9, PDF1, PDF2

 

Contact:

Prof. Dr. Claus Möbus

Department of Computing Science 
Learning and Computing Systems 
University

D-26129 Oldenburg