Learning and Cognitive Systems

SUCCESS II (= SUpport for Complex safety Critical Embedded SystemS)

 

 

Support for Complex safety Critical Embedded SystemS

In den 80er Jahren wurde damit begonnen, bestimmte Pilotenaufgaben teilweise mit Hilfe von Computern zu automatisieren. Autopiloten sollen die Arbeitslast der Piloten verringern. Zum größten Teil hat man dieses Ziel erreicht, allerdings handelt es sich um sehr komplexe Geräte, deren Verhalten für die Piloten nicht immer nachvollziehbar ist und die damit zu einer ernsthaften Gefahrenquelle werden. Die Piloten lernen die Funktionsweise des Autopiloten zunächst theoretisch in der Bodenschule kennen. Die Bedienung und das Verhalten wird allerdings erst beim praktischen Umgang mit dem Gerät verinnerlicht. Der Flugbetrieb ist sehr akribisch durch Prozeduren geregelt. Der Autopilot wird dabei zur Unterstützung nach Standardverfahren eingesetzt. Bestimmte immer wieder durchgeführte Bedienungsmuster prägen sich bei den Piloten ein und es kommt zur Ausbildung von Routineabläufen. Eine Gefahr tritt auf, wenn das vom Piloten verlangte Bedienungsverhalten in bestimmten Situationen von der Routine abweicht. Dabei kann es zu Bedienungsfehlern kommen, wenn dem Piloten die Ausnahmesituation nicht bewusst wird und er anschließend den Überblick verliert. Solche Situationen müssen bereits beim Design von Autopiloten identifiziert und entsprechend durch Warnungen abgesichert werden. Die Identifikation ist nur mit umfangreichen Wissen über den Flugbetrieb möglich, das den Designern nicht immer zur Verfügung steht. Insofern sind sie auf die Beratung durch Piloten angewiesen. Wenn bereits ein Prototyp des Autopiloten existiert, können Piloten das Gerät testen und kritisieren. In den frühen Designphasen, wenn Änderungen noch leicht und kostengünstig durchzuführen sind, existiert nur eine formale Spezifikation, die für Piloten unleserlich und selbst für die Designer schwer zu überblicken ist. Gerade in dieser Phase ist eine Unterstützung durch automatische Analyseverfahren sinnvoll und notwendig. Ziel des Projektes ist es, ein Verfahren zu entwickeln, das den Designer bei der Analyse der Bedienungssicherheit von Cockpit-Automatisierungs Systemen unterstützt. Zur empirischen Fundierung des Verfahrens werden Unfall- und Vorfallberichte analysiert und eine Feldstudie durchgeführt, um herauszufinden wodurch die Situationen, in denen Bedienungsfehler auftreten, gekennzeichnet sind.

Lüdtke, A., MÖBUS, C., Wissensakquisition für die Risikoanalyse.
OFFIS Jahresbericht 1998

Lüdtke, A., MÖBUS, C., Wissensbasierte Unterstützung der Sicherheitsanalyse.
OFFIS Jahresbericht 1999

Projektleiter:
Prof. Dr. Claus Möbus

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Lüdtke
Anschrift:
Kuratorium OFFIS e.V.
F+E Bereich Verkehr 
Escherweg 2
26121 Oldenburg