Dezernat 1 Personal/Organisation

Vorsorge für Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit

Um auch im Pflegefall oder sogar Krisenfall handlungsfähig zu bleiben, sollten Sie frühzeitig mit ihrem pflegebedürftigen Angehörigen folgende Themen ansprechen.

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, im Falle von Krankheit und Betreuungsbedürftigkeit nicht mehr in vollem Umfang entscheidungs- und handlungsfähig zu sein. Es gibt drei Arten von Vollmachten und Verfügungen, um in gesunden Tagen dafür Vorsorge zu treffen:

Mit der Vorsorgevollmacht kann man einer anderen Person die Wahrnehmung einzelner oder aller Angelegenheiten für den Fall übertragen, dass man die Fähigkeit selbst zu entscheiden einbüßt. Die Bevollmächtigten können dann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Das Gericht wird nur eingeschaltet, wenn es zur Kontrolle der Bevollmächtigten erforderlich ist.

Mit der Betreuungsverfügung kann jeder schon im Voraus festlegen, wen das Gericht als Betreuerin oder Betreuer bestellen soll, wenn es ohne rechtliche Betreuung nicht mehr weitergeht. Genauso kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für die Betreuerin, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

In der Patientenverfügung kann man vorab über das Ob und Wie medizinischer Maßnahmen entscheiden. Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, kann durch Patientenverfügung festlegen, ob bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind.

Für Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung stellt das Bundesjustizministerium Formulare zur Verfügung und gibt nähere Hinweise in der Broschüre „Betreuungsrecht“. Die Broschüre erläutert auch, unter welchen Voraussetzungen eine rechtliche Betreuung durch das Vormundschaftsgericht angeordnet wird, wie sie sich auswirkt, welche Aufgaben eine Betreuerin oder ein Betreuer hat und wie ihre oder seine Tätigkeit in persönlichen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten aussieht. (siehe unter Informationen/Links).

Auch die Stadt Oldenburg stellt entsprechende Informationen und Formulare zur Verfügung (siehe unter Informationen/Links).