Didaktik der Informatik

LemaS - Leistung macht Schule


Ein deutschlandweiter Verbund von Hochschulen hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag für das Forschungsprojekt „Leistung macht Schule“ (LemaS) erhalten. Die Didaktik der Informatik der Universität Oldenburg übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des Teilprojekts „Diagnosebasierte individuelle Förderung (potentiell) leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Regelunterricht im Fach Informatik durch didaktische Rekonstruktion" im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Förderung leistungsstarker und potentiell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“.

Die Laufzeit des Forschungsprojekts beträgt fünf Jahre, bundesweit sind 300 Schulen beteiligt. Start ist im Januar 2018.

Ziel

Das Hauptziel dieses Teilprojekts besteht darin, den Lehrkräften zunächst Unterrichtsmaterial an die Hand zu geben, um zeitgemäßen Informatikunterricht in einer von Digitalisierung geprägten Welt durchzuführen. Es sollen verschiedene adaptive Konzepte für eine diagnosebasierte individuelle Förderung von leistungsstarken und potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern im Fach Informatik entwickelt werden, die den Anforderungen des Faches Informatik sowie den spezifischen Potenzialen und Bedürfnissen dieser Schülerinnen und Schüler entsprechen. Die Konzepte sollen so aufbereitet werden, dass sie von Lehrkräften in der täglichen Unterrichtspraxis effektiv genutzt und zugleich flexibel an die jeweiligen konkreten Bedingungen vor Ort angepasst werden können.

Inhalt

Gemäß einer ganzheitlich-komplexen Sicht auf Lehr-Lernprozesse sollen die zu entwickelnden Konzepte folgende Bausteine umfassen:

  • ein Instrumentarium für eine Lernverlaufsdiagnostik, das die jeweiligen fachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler erfasst. Dabei werden neben fachbezogenen Interessen (im Sinne von Potenzialen), Fähigkeiten und Fertigkeiten auch lernförderliche bzw. -hemmende intra- und interpersonale Einflussfaktoren (z.B. individuell geprägte kognitive und motivationale Spezifika, Einflüsse von Eltern, von außerschulischen Förderprojekten, …) berücksichtigt.

  • erprobte Lernarrangements (Prototypen, zugeschnitten auf unterschiedliche Bedarfe und Potenziale), die insbesondere interessengeleitetes, selbstregulierendes bzw. selbstbestimmtes und forschendes Lernen ermöglichen sowie Genderspezifika wie auch die Nutzung digitaler Medien einbeziehen.

Ablauf

Die Entwicklung der adaptiven Konzepte erfolgt in enger Kooperation mit den am Projekt beteiligten Schulen. Am Anfang stehen Lehrerinterviews, in denen Informationen zu bereits vorhandenen Erfahrungen und Expertisen von Lehrkräften sowie Bedarfe und Wünsche zur prozessbegleitenden Förderung von leistungsstarken und potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern gewonnen werden. Aufbauend darauf werden von den Wissenschaftler/innen „Bausteine“ der adaptiven Konzepte entwickelt und in Kooperation mit den teilnehmenden Lehrkräften erprobt. Die Ergebnisse der Erprobung werden dokumentiert und gemeinsam mit den Lehrkräften und dem Forscher/innen-Team ausgewertet und auf diese Weise im Verlauf des zweiten bis vierten Projektjahres stetig erweitert und optimiert. Abschließend ist geplant, die erfolgreich erprobten Konzepte in Form von didaktisch-methodischen Handreichungen zu publizieren und einer breiten Lehrerschaft anzubieten.

Was sollten interessierte Schulen mitbringen?

Sie sollten die Bereitschaft zur gemeinsamen Entwicklung adaptiver Konzepte mit dem Team der Wissenschaftler/innen sowie zur Durchführung von Befragungen zur Erprobung bzw. Evaluation der Konzeptentwicklung mitbringen. An jeder Schule sollen ein bis zwei Lehrkräfte eingebunden werden, die federführend die Kommunikation mit den Wissenschaftlern/innen pflegen und Abläufe des Projekts mit ihren Kollegen/innen an der Schule besprechen.