Vorträge im Bremen-Oldenburgischen Kolloquium im Wintersemester 2007/08

Ort:
Universität Oldenburg, Wechloy, Raum: W2 1-143
Universität Bremen, Chemiedidaktik, Leobener Str., Gebäude NW2, Raum A 1080
Universität Bremen, Physikdidaktik, Otto-Hahn-Allee (ehem. Kufsteiner Str.), Gebäude NW1, Raum N 3380 (DidaktikLabor)

Zeit:
Di, 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr

Veranstalter:
Chemie:
Prof. Dr. Ingo Eilks (HB), Prof. Dr. Ilka Parchmann (OL)
Physik:
Prof. Dr. Horst Schecker (HB), Dr. Dietmar Höttecke (HB), Prof. Dr. Michael Komorek (OL), Dr. Falk Rieß (OL), Dr. Peter Heering (OL), Dr. Jürgen Petri (OL)

Datum

Thema

Ort

Vortragender

11.12.2007
Nature of Science - Was sind angemessene Ansichten über Naturwissenschaften und wie lassen sich diese vermitteln und erheben?
OL
Prof. Dr. Burkhard Priemer,
Uni Bochum
11.01.2007
Thinking Journey mode of teaching and learning science – rationale, illustrating examples, results
HB, NW1 N3380
Prof. Dr. Igal Galili,
Science Teaching Center, The Hebrew University of Jerusalem, Israel

15.01.2008

"Chemie-Foto-Story" - ein neues Methodenwerkzeug für Schulpraxis und Forschung

HB,
NW2
A1080
 

Dr. Markus Prechtl,
Anne-Frank-Realschule Oberhausen

29.01.2008
Intuition und Reflexion - Der Ansatz der Alltagsphantasien
OL
Prof. Dr. Ulrich Gebhard,
Uni Hamburg

05.02.2008

Aufgaben mit gestuften Lernhilfen (Physikdidaktik)

HB,
NW1
N3380
Prof. Dr. Rita Wodzinski und Gudrun Franke-Braun,
Uni Kassel

Kurzbeschreibungen der Vorträge:

Burkhard Priemer: Nature of Science - Was sind angemessene Ansichten über Naturwissenschaften und wie lassen sich diese vermitteln und erheben?

Im deutschen Sprachraum stehen Ansichten über die Entstehung, die Bedeutung, die Gültigkeit und das Erlernen von Naturwissenschaften zunehmend im Zentrum des fachdidaktischen Interesses. Gegenstand der Fragestellungen über „Nature of Science“ (NOS) sind z. B. die Entwicklung von Bildungsstandards, Konzepten der Lehrerausbildung, Instruktionen für die Schule und die Konstruktion und Verwendung von geeigneten Erhebungsverfahren. Ursache für das verstärkte Interesse an NOS dürften einerseits die Ergebnisse von Vergleichsstudien – die deutschen Schülern inadäquate Ansichten bescheinigen – und andererseits ein zunehmendes Rezipieren der didaktischen Forschung des Auslands sein. Der Vortrag möchte einen Einblick in die physikdidaktische und psychologische Forschung zu diesem Themenkomplex geben und versuchen, Desiderate zukünftiger Forschung und Entwicklung aufzuzeigen. 

Igal Galili: Thinking Journey mode of teaching and learning science – rationale, illustrating examples, results

Thinking Journey is a mode of teaching-learning science which draws on several educational approaches: (1) constructivist sensitivity to students' conceptions, (2) mediated learning using visual images, (3) learning from variation, and (4) scientific clarification. I my talk I will describe this mixture of approaches as applied in short-term interactions to middle school students. The examples of structured units of instruction will deal with learning the concepts of day-night cycle, faces of planets, time zone and planets' revolution, gravitation and weight. It appeared that this mode of interaction is highly appealing and engage equally well the students from advanced and low educational levels. I will address the features of TJ based instruction, which caused its successful employment, and distinguish it from other methods, including constructivist conceptual change.

Markus Prechtl: "Chemie-Foto-Story" - ein neues Methodenwerkzeug für Schulpraxis und Forschung

­In der Praxis des naturwissenschaftlichen Unterrichts wird immer wieder deutlich, dass viele Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten damit haben, Versuchsvorschriften in ihren Aus-sagen und in ihrer Struktur zu verstehen und im Anschluss an ein Experiment ein adäquates Protokoll anzufertigen. Im Rahmen des Vortrags werden Methodenwerkzeuge vorgestellt, die hier Hilfestellungen bieten können. Im Mittelpunkt steht das Konzept Chemie-Foto-Story (ei-ne spezielle Form der Bildergeschichte), das für die Hand der Unterrichtspraktikerinnen und -praktiker konzipiert und in der Schulpraxis (im Chemieunterricht an Realschulen) entwickelt und getestet wurde. Das Methodenwerkzeug bringt die Praxen Zeichnen und Schreiben zusammen. Als eine alter-native Form des Versuchsprotokolls kann es Schülerinnen und Schülern helfen, ihre individu-ellen Erfahrungen und Sichtweisen zu artikulieren. Beim Gestalten einer Chemie-Foto-Story erhalten sie die Möglichkeit, in einer Folge gezeichneter Bilder, ihre Sicht vom Ablauf eines Experiments und der dabei auftretenden Phänomene und Verhaltensskripts der beteiligten Personen wiederzugeben. Das Methodenwerkzeug liefert Forschenden wie Lehrenden auf diesem Weg Hinweise, in welcher Art und Weise Kinder und Jugendliche beobachtete Phä-nomene, sinnliche und affektive Wahrnehmungen, die Tätigkeit des Experimentierens und Schüler-Schüler-Interaktionen (z.B. die Gestaltung des Geschlechterverhältnisses) in der Situ-ation des Schülerexperiments ausdrücken. Der Vortrag bietet ferner einen Ausblick auf ein laufendes Forschungsprojekt, in dem Bilder-geschichten aus unterschiedlichen Ländern (Brasilien, USA, Iran, China, Slowenien und Deutschland) miteinander verglichen werden.