Bildung und Nutzung von definierten Reaktionsräumen

Wintersemester 2001 / 2002

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10.12.2001 Prof. Dr. Ben Feringa, RU Groningen, Holland

Catalytic Enantioselective Synthesis based on Monodentate Ligands
07.01.2002 Dr. Christoph. A. Schalley, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Ballsport im Nanometerbereich: Massenspektrometrische Untersuchungen an selbst-organisierenden Wirt-Gast-Komplexen

Supramolekulare, wasserstoffverbrückte Kapseln aus zwei oder mehr identischen, selbst-komplementären konkaven Bausteinen schließen in ihrem Inneren Gastmoleküle ein, wenn ihre Größe und Gestalt dem Hohlraum angepasst ist. Der Nachweis solcher Wirt-Gast-Verbindungen wurde bisher hauptsächlich mit NMR-Spektroskopie geführt, die aber bei unsymmetrischen oder größeren, komplexeren Kapseln schnell zu sehr komplexen, schwer zu interpretierenden Spektren führt und damit an ihre Grenzen stößt.Als zweite unabhängige, aber komplementäre Methode wurde eine massenspektrometrische Methodik entwickelt, mit deren Hilfe nicht nur die Bestimmung der Größe der Aggregate gelingt, sondern die auch den Beweis der Kapselstruktur und des Gasteinschlusses ermöglicht. Dazu werden größengeeignete quartäre Ammoniumionen als Gäste eingeführt und die so positiv geladenen Kapseln mittels Elektrospray Ionization in die Gasphase gebracht. Kontrollexperimente mit deformierten Kapseln oder Gästen geringer Passgenauigkeit, die Bildung von Heterodimeren und -tetrameren aus verschiedenen Monomeren, Stoßexperimente und die Fragmentierung der Kapseln in der Gasphase nach Bestrahlung mit einem IR-Laserstrahl erlauben die eindeutige Strukturbestimmung.Ähnlich gelingt auch die Charakterisierung makrozyklischer supramolekularer Dreiecke und Quadrate, die sich aus cis-koordinierten Palladium- und Platinkomplexen bei Zugabe zweizähniger Liganden mit günstigen geometrischen Eigenschaften bilden.

21.01.2002 Prof. Okuda, Uni Mainz
  Kontrollierte Polymerisation von Olefinen durch Organolanthanide
  Das Potential der Lanthanid-Komplexe als Single-site-Katalysatoren von Olefinen ist wegen der synthetischen und strukurellen Schwierigkeit noch nicht ausgelotet. Anhand des verbrückten Amido-Cyclopentadienyl("Constrained Geometry")-Liganden wird die gezielte Entwicklung einer Koordinationssphäre für polymerisationsaktive Hydrid- und Alkyl-Komplexe gezeigt. Insbesondere lassen sich im Gegensatz zu den Zirconocenen Styrol und polare Monomere polymerisieren.
04.02.2002 Dr. Helge Toufar, TriCat Bitterfeld
  Grosstechnische Zeolithproduktion - Wissenschaft, Technik, Überraschungen
  Im Vortrag wird zunächst einleitend auf das aktuelle technische und kommerzielle Umfeld der Produktion von speziellen Hochleistungsadsorbentien auf Zeolithbasis eingegangen. Dabei kommen neuere Entwicklungen bei technischen Anwendung von Zeolith-Adsorbentien ebenso zur Sprache wie die gegenwärtige Marktsituation für diese Produkte. Detaillierter werden technische Fortschritte bei der Luftzerlegung mit Zeolithen beschrieben und an einem aktuellen Beispiel die Verfahrensentwicklung für die Herstellung eines in diesem Bereich eingesetzten Produktes und Überführung des Verfahrens vom Labor bis in die großtechnische Produktion veranschaulicht. Ausgehend vom Verständnis der chemischen Grundlagen für die Anwendung beinhaltet dies die Optimierung der Produkteigenschaften im Labor, die Optimierung des Herstellungsprozesses hinsichtlich Produktqualität, Rohstoff- und Energiebedarf und, nicht zuletzt, Umweltbelastung. Hier kommen neben Labor- und Pilotversuchen auch in zunehmendem Maße computergestützte Simulationen zum Einsatz.
Breiter Raum wird den Problemen der Maßstabsübertragung auf kommerzielle Größenordnung an Hand ausgewählter Beispiele gewidmet, wobei der Unterhaltungswert der dabei auftretenden Überraschungen besonders betont wird.
28.02.2002 Prof. Dr. J. W. Niemantsverdriet, TU Eindhoven, Holland
 

“Clean” Surface Science Models of “Dirty” Catalysts

  Industrial catalysts used in automotive exhaust catalysis, polymerization of ethylene or hydrotreating of crude oil can successfully be modeled using silicon single crystals as the planar support for the catalytically relevant oxides and sulfides. Wet chemical deposition techniques on the basis of spin coating enable the preparation of these catalysts via industrially relevant chemistry. A second requirement for the acceptation by the real world is that the catalytic behavior of the models is assessed and compared to their industrial counterparts. The great advantage of using the planar model approach to catalyst modeling is that many surface science techniques become available for characterization by spectroscopic and microscopic tools.
   
   
   
   

Die Vorträge finden statt: montags, 17 Uhr c.t., Universität Oldenburg, W3-1-156, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11.