Keine Angst vor Beratung - Interview mit Christa Funke und Uwe Bunjes

Christa Funke und Uwe Bunjes arbeiten im Berater_innen-Team der Zentralen Studienberatung (ZSB) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Die ZSB steht Studierenden bei allen Fragen rund ums Studium zur Verfügung, bietet Studieninteressierten Entscheidungshilfen bei der Studien- und Berufswahl  und unterstützt sie bei der Planung und Gestaltung des Studiums. Außerdem führt die ZSB Informations- und Orientierungsveranstaltungen zu studienrelevanten Themen durch.



Frage: Wer darf zu Ihnen in die Beratung kommen? Oder andersherum gefragt: Wie viel müssen Ratsuchende schon an Wissen mitbringen über ihr zukünftiges Studium, damit Sie zu Ihnen in die Beratung kommen können?


Christa Funke: Zunächst einmal: In die Studienberatung können Studieninteressierte genauso kommen wie Studierende, auch für die sind wir da und beraten zu allen Anliegen rund ums Studium. Wenn man in die Studienberatung kommt, muss man natürlich noch nicht alles wissen. Sie müssen auf gar keinen Fall ein ausgeklügeltes Konzept zu Ihren beruflichen Plänen mitbringen. Auch wenn Sie nur eine ganz ungefähre Vorstellung davon haben, wo es für Sie hingehen sollen, dürfen Sie gerne vorbeikommen. Manchmal geht es in der Beratung genau darum - herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Kompetenzen liegen und welches Studium dazu passen würde.


Uwe Bunjes: Hilfreich ist es natürlich schon, wenn man sich vorher ein paar Gedanken dazu macht und sich ein paar Fragen notiert hat. Stellen Sie auf jeden Fall alle Fragen, die Sie haben - auch wenn Sie denken, das sollten Sie vielleicht schon wissen. Es hat sich in den letzten zehn Jahren einfach wahnsinnig viel verändert in der Studienlandschaft. Da kann man wirklich nicht alles wissen. Nehmen wir z.B. den Numerus Clausus. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der NC würde von der Hochschule festgelegt und könnte verbessert werden, zum Beispiel durch Wartezeit zwischen Abitur und Studienbeginn. Dabei entsteht dieser Wert erst durch das jeweilige Bewerbungsverfahren. Das Warten hat keinen Einfluss darauf.
Kurz gesagt: Wir sind für alle Fragen offen.

Frage: Kann ich denn auch schon zu Ihnen in die Beratung kommen, wenn ich noch zur Schule gehe?

 

 

Christa Funke: Ja, auf jeden Fall. Auch Schülerinnen und Schüler kommen zu uns, um sich zu informieren. Die Studienentscheidung ist ja ein wichtiger Schritt im Leben. Im besten Fall ist die Entscheidung der Endpunkt eines etwas längeren Prozesses, in dem Informationen gesammelt werden, Bewertungen vorgenommen und gegeneinander abgewogen werden. Da ist es gut, wenn man sich genügend Zeit dafür nimmt.

Uwe Bunjes: Dazu muss man auch nicht unbedingt vor Ort sein. Sie können sich auch per Telefon bei uns melden oder per Mail. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Informationsabende wie den UniTalk. Sie bekommen einen inhaltlichen Input und können Fragen stellen. Oft laden wir Experten ein, die zu einem bestimmten Thema etwas erzählen, zum Beispiel zur Studienfinanzierung oder zum Studieren ohne Abitur. Dann gibt es noch den Hochschulinformationstag, abgekürzt wird er "HIT" genannt. Das lohnt sich, denn nichts ist so eindrücklich wie der Eindruck vor Ort, sage ich immer. Das Schnupperstudium ist auch eine prima Sache, das gibt es auch an den meisten Hochschulen. Schnuppern bedeutet in diesem Fall, dass Sie sich in bestimmte Lehrveranstaltungen einfach reinsetzen und zuhören können. Das ist vollkommen kostenfrei, und Sie müssen noch nicht studieren, um das zu machen. So bekommen Sie nämlich schon vorher einen ganz anderen Eindruck davon, was da so passiert. Und Sie können unkompliziert mit Studierenden ins Gespräch kommen. Auch das können Sie  schon zu Schulzeiten machen, die Herbstferien bieten sich beispielsweise gut dafür an. Ein Teil der Veranstaltungen liegt aber auch nachmittags, sollte also auch mit der Schule vereinbar sein, selbst wenn keine Ferien sind.

 

Frage: Dürfen Ratsuchende auch ihre Eltern in die Beratung mitbringen?

 

 

Christa Funke: Ja, auch das ist kein Problem. Wenn Sie möchten, dürfen gerne weitere Personen mit dabei sein - Eltern, Freundinnen und Freunde, Vertraute. Voraussetzung aber ist, dass Sie selbst es wollen. Dann kann das eine wertvolle Unterstützung sein, denn vier Ohren hören einfach mehr als zwei. Wenn wir allerdings merken, dass da jemand mitgekommen ist, mit dem sich die ratsuchende Person unwohl fühlt und der Beratungsprozess dadurch blockiert wird, unterstützen wir Sie dabei, dass der Fokus auf Ihren eigenen Fragen bleibt. Es passiert auch uns nicht zum ersten Mal, dass Eltern mit Sohn oder Tochter in die Beratung kommen und zu Beginn des Gesprächs sagen: "Wir wollen studieren." Dann erkundigen wir uns erst einmal freundlich, ob tatsächlich beide studieren wollen - was meistens nicht der Fall ist - obwohl das auch schon vorgekommen ist. (lacht) Wir achten im Gespräch besonders darauf, ob die Ratsuchenden sich von der begleitenden Person unterstützt fühlen und gehen mit einer problematischen Situation professionell um. Schließlich geht es darum, die Ratsuchenden mit ihren Anliegen bestmöglich zu beraten.

Frage: Muss ich mich bei der Studienberatung anmelden?

 

 

 

Uwe Bunjes: Es gibt bei uns zwei Möglichkeiten: zum einen die sogenannte Offene Sprechstunde, zu der können Sie ohne Anmeldung kommen. Manchmal müssen Sie hier ein bisschen Wartezeit mitbringen. Und dann können Sie sich natürlich auch einen Termin holen, das ist dann eine Beratung mit Voranmeldung. Es sind aber beides individuelle Beratungen, das heißt, auch ohne Termin bekommen Sie genau dieselbe Unterstützung. Für Berufstätige bieten wir auch zeitlich flexibel passende Termine an, z.B. sehr früh am Tag oder am späten Nachmittag.

Frage: Gibt es noch etwas, das Sie Studieninteressierten gerne mit auf den Weg geben möchten?

 

 

Christa Funke: Bei Fragen: immer fragen! Auch wenn man denkt, dass man das eigentlich wissen sollte - man weiß es eben nicht, aber dann schon. Und: Fehler gehören dazu. Wie heißt es doch so schön: Umwege erhöhen die Ortskenntnisse.

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