An wen wendet sich das Weiterbildungsangebot?

Das Angebot wendet sich an Sie, sofern Sie folgende Voraussetzungen mitbringen:

Sie haben Diplom-Psychologie (klinische Psychologie), Diplom-Pädagogik oder Sonderpädagogik studiert oder verfügen über einen Master-Abschluss in einem der vorgenannten Studiengänge. Sie sind bereits approbierte/r Psychologische/r PsychotherapeutIn oder Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn und möchten den jeweils anderen Abschluss zusätzlich erwerben oder zur Vertiefungsrichtung tiefenpsychologisch fundierter Verfahren wechseln.

Für die Weiterbildung in Psychlogischer Psychotherapie können gemäß Psychotherapeutengesetz nur AbsolventInnen mit einem Diplom oder Master in klinischer Psychologie aufgenommen werden.

Um die Weiterbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können sich auch Interessierte mit einem Hochschulabschluss der Pädagogik sowie in Sozialpädagogik/ -arbeit bewerben, vorausgesetzt wird ein Diplom oder ein Masterabschluss. Für AbsolventInnen anderer pädagogischer Abschlüsse (z.B. AbsolventInnen des Lehramtsbereiches der Sekundarstufe I) können im Einzelfall Sonderzulassungen beim Landesprüfungsamt für Heilberufe in Hannover erwirkt werden.

Achtung: In der Diskussion ist eine Änderung der gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der Internet-Seite der Bundespsychotherapeutenkammer oder hier.

Kann ich mit einem Bachelor-Abschluss die Ausbildung beginnen?

An den Ausbildungsstätten der Unviersität - wie auch bei den meisten anderen Ausbildungsinstituten - können BewerberInnen, die keinen Masterabschluss vorweisen können, die Ausbildung nicht beginnen.

Für BewerberInnen der Psychologischen Psychotherapie ist der Masterabschluss gesetzlich vorgeschrieben. Für AbsolventInnen pädagogischer Studiengänge, die die Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie beginnen wollen, ist zwar die derzeitige gesetzliche Formulierung nicht eindeutig, es gibt jedoch von allen psychotherapeutischen Berufs- und Fachverbänden Vorgaben, dass ein einschlägiger Master-Abschluss verlangt werden soll. Es wird erwartet, dass das Psychotherapeutengesetz zukünftig auch eindeutig in diesem Sinne formuliert wird.

Die Deutsche Fachgesellschaft für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bezieht ebenfalls die o.g. Position, der sich die Ausbildungsstätten der Unviersität Oldenburg als Mitglied anschließen.

Bin ich als StudentIn eingeschrieben?

AusbildungskandidatInnen für Psychotherapie haben nicht den Status als StudentIn. Da die Ausbildung in ihrer Konzeption den Vorgaben des Psychotherapeutengesetzes entspricht und nicht als Masterabschluss vorgesehen ist, handelt es sich nicht um einen Studiengang.

AusbildungskandidatInnen müssen daher auch keine Studiengebühren an die Universität zahlen.

Gibt es eine finanzielle Förderung für die Ausbildung?

Eine Förderung nach BAföG ist nicht möglich, da es sich bei der Ausbildung an der Unviersität Oldenburg um eine berufsbegleitende Ausbildung handelt. Eine weitere institutionelle Förderung gibt es bislang nicht. Bei finanziellen Engpässen muss auf private Kredite durch Banken zurückgegriffen werden.

Ich wohne nicht in der Region Oldenburg, kann ich die Ausbildung dennoch hier absolvieren?

Einige AusbildungskandidatInnen der Universität haben ihren Wohnort außerhalb der Region Oldenburg. Das ist durchaus möglich, erfordert jedoch einen erhöhten Aufwand für Fahrten, da die Teilnahme an den Ausbildungsseminaren verpflichtend ist. Auch ist zu bedenken, dass im späteren Ausbildungsverlauf z.B. für Supervisionen - besonders für Gruppensupervisionen - unter Umständen weite Wege in Kauf genommen werden müssen. Es ist jedoch möglich, sowohl die praktische Tätigkeit als auch die praktische Ausbildung außerhalb der Region Oldenburg zu absolvieren.

Welche psychotherapeutischen Verfahren werden gelehrt?

Sie erhalten für alle wissenschaftlich fundierten und anerkannten Verfahren der Psychotherapie eine Grundausbildung. Die Vertiefungsrichtung, die an unserer Abteilung gelehrt wird, ist das Verfahren der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Die Inhalte der Weiterbildung entsprechen den Anforderungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung des Psychotherapeutengesetzes.

Was ist Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zählt neben Verhaltenstherapie und Psychoanalyse zu den wissenschaftlich und sozialrechtlich anerkannten psychothera­peutischen Behandlungsverfahren - seit dem Jahr 2008 ist auch die Systemische Therapie wissenschaftlich anerkannt. Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie basiert auf der Grundannahme, dass jeder Mensch über ein dynamisches Unbewusstes verfügt und dass ungelöste intrapsychische und interpersonelle Konflikte eine Ursache für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Störungen und Symptomen im Menschen darstellen (Psychodynamik).

Im psychotherapeutischen Prozess richtet sich der Fokus auf aktuell wirksame neurotische Konflikte, die in einer längerfristigen haltgewährenden therapeutischen Beziehung bearbeitet werden. Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie arbeitet konfliktzentriert, ressourcenorientiert und fokussiert. Sie zeichnet sich durch ihre aufdeckende und verändernde Arbeit an den zentralen unbewussten und vorbewussten Konflikten und Beziehungsmustern aus. Vorhandene Abwehrstrukturen und -mechanismen werden unter Würdigung ihrer lebenswichtigen Funktion bewusst gemacht und bearbeitet.

Wann beginnt die nächste Ausbildung?

Alle zwei Jahre zum Wintersemester beginnt eine neue Gruppe angehender Psychologischer PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen die Ausbildung. Die nächste Gruppe wird voraussichtlich im Herbst 2017 starten.

Wie viel Zeit ist für die Ausbildung einzuplanen?

Die Ausbildung ist als Teilzeitangebot konzipiert, sie erstreckt sich dadurch auf einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren.

Die Ausbildungsseminare finden in der Regel ein bis zweimal monatlich als Blockveran­staltungen am Wochenende statt. Während der niedersächsischen Schulferien pausieren auch die Weiterbildungsgruppen. Pro Semester können Sie mit etwa acht Ausbildungsseminaren rechnen.

Zusätzlich ist Zeit für

  • die Einzelselbsterfahrung (120 Stunden),

  • die praktische Ausbildung mit 600 bis 700 Behandlungsstunden,

  • Supervision (insgesamt mindestens 150 Stunden),

  • und Praktika (insgesamt 1800 Stunden) einzuplanen.

Die Zeitplanung für die letztgenannten Ausbildungsbestandteile übernehmen Sie selbst in Absprache mit der/dem jeweiligen SelbsterfahrungsleiterIn oder SupervisorIn. Je nach persönlicher Planung haben Sie die Möglichkeit, den Prüfungstermin über das 10. Semester hinaus zu verschieben.

Psychotherapeutische NachqualifikantInnen können einzelne geöffnete Seminare buchen, die sie in Abstimmung mit der KV dort anerkennen lassen können.

Wie hoch sind die Kosten für die Ausbildung?

Für die Ausbildungsteilnahme sind gegenüber der Ausbildungsstätte folgende Beträge zu entrichten:

  • Einführungsseminar 150,- €

  • 10 Semesterbeiträge à 1.500,-€ = 15.000,- €

Im Semesterbeitrag enthalten sind die Veranstaltungen der theoretischen Ausbildung inkl. der kasuistisch-technischen Seminare, der Gruppenselbsterfahrung sowie die Verwaltungs- und Sachkosten.

Zusätzlich sind Honorare mit den LehrtherapeutInnen der Ausbildung direkt abzurechnen für:

  • Selbsterfahrung/einzeln
  • Supervision/einzeln
  • Supervision/Gruppe
  • Tiefenpsychologisch fundierte Praxisreflexion

Insgesamt werden Honorare in Höhe von ca. 19.000,- € fällig.*

Ausgaben für Weiterbildungen können i. d. R. steuerlich geltend gemacht werden.

Wo findet die Ausbildung statt?

Die Ausbildungsstätte hat eigene Räumlichkeiten auf dem Universitätscampus am Uhlhornsweg mit Behandlungsräumen, drei Seminar- bzw. Gruppenräumen, sowie zwei Aufenthaltsräumen mit Teeküche.

Für Veranstaltungen in der Gruppe, wie Seminare, Vorlesungen, tiefenpsychologische Gruppenarbeit, werden auch Seminarräume der Universität genutzt.

Obligatorische Praktika werden bei Kooperationspartnern der Ausbildungsstätten durchgeführt.

Die praktische Ausbildung findet in der Verantwortung der Institutsambulanz statt. Ggf. können für die Behandlungstätigkeit externe Behandlungsräume genutzt werden, soweit sie den Anforderungen entsprechen.

Welche Prüfungen müssen geleistet werden?

Nach dem 4. Semester findet für KandidatInnen der (Erst-)Ausbildung eine Zwischen­prüfung statt, der den Erfahrungs- und Kenntnisstand des/der TeilnehmerIn prüft. Nach Bestehen dieser Prüfung werden AusbildungskandidatInnen zur praktischen Ausbildung zugelassen, in der Sie unter Supervision PatientInnen behandeln.

Die Weiterbildung endet für die Psychologischen PsychotherapeutInnen und für die Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen nach erfolgreich abgelegter schriftlicher und mündlicher Prüfung mit der Approbation. Sie stellt die Voraussetzung für eine mögliche Teilnahme an der kassenärztlichen Versorgung dar.