Didaktik der Biologie

Forschungsbasiertes Lernen im Fokus (FLiF)

„Gesellschaftsrelevante Themen der Biologie kommunizieren“ - Ein Modul der AG Biologiedidaktik im Rahmen des Konzeptes Forschungsbasiertes Lernen im Fokus FLiF+ der Universität Oldenburg

 

Das hochschuldidaktische Konzept Forschungsbasiertes Lernen im Fokus FLiF+ beschreibt eine Lehr- und Lernkultur, in der das Lernen von Studieninhalten und -kompetenzen als ein selbst gestalteter, aktiver Prozess verstanden wird, der von Dozenten unterstützend begleitet wird. Die Dozenten arbeiten dabei selbst in der Forschung, eröffnen daraus resultierenden wissenschaftliche Projekte und setzen eigene individuelle Akzente. Die enge Verzahnung von Forschung und Lehre, bietet Studierenden die Möglichkeit an wissenschaftlichen Untersuchungen zu einem Forschungsgegenstandes eigenverantwortlich mitzuwirken und ihr Wissen dadurch zu erweitern. Die Gestaltung der Lehrveranstaltungen orientiert sich somit  an  den Kriterien eines „individuellen, ergebnisoffenen Forschungsprozesses“, wie u.a. die Entwicklung einer Fragestellung, die begründete Auswahl einer Forschungsmethode sowie die Auswertung, Interpretation und Präsentation der Untersuchungsergebnisse ([1], S.2).

Die Biologiedidaktik der Universität Oldenburg führt hierzu im Winter- und Sommersemester eine aus zwei Seminaren bestehende Lehrveranstaltung durch, die sich jeweils aktuellen medizin- und umweltethischen Fragestellungen widmet. In den Seminaren werden zunächst zentrale bioethische Wissensinhalte erarbeitet und schließlich kleine Forschungsprojekte zur Kommunikation bioethischer Konflikte in der Gesellschaft von Studierenden selbstständig entwickelt, durchgeführt und präsentiert. Dabei können die Studierenden selbst wählen, ob sie sich mit einem umweltethischen Thema z.B. Erneuerbare Energien, Klimawandel, Mikro- bzw. Makromüll, oder mit einem medizinethischen Thema, wie Genomeditierung, Klonierungstechnologien oder Embryonenforschung, beschäftigen. Die Umsetzung der Forschungsprojekte wird durch eine  Fragestellung flankiert, die die Studierenden selbst wählen (z.B. Welche Meinungen haben Studierende der Universität Oldenburg zur Genomeditierung? oder Welches Wissen und welche Einstellungen haben die Bürgerinnen und Bürger aus Oldenburg zum Thema Mikromüll in norddeutschen Gewässern?). Daran anknüpfend werden die Studierenden angeleitet geeignete Forschungsmethoden zur Untersuchung sowie Beantwortung dieser Fragestellung festzulegen und anzuwenden. Nach Auswertung der erzeugten Daten, werden die Ergebnisse aufbereitet und zunächst im Seminar den Kommilitonen präsentiert und diskutiert. Das Modul schließt mit einem Forscherkongress ab, auf dem neben den Studierenden auch die interessierte Öffentlichkeit teilnehmen kann. Auf dem Kongress werden die Ergebnisse der Forschungsprojekte in Form eines Vortrages oder Posters präsentiert und zur Diskussion gestellt sowie neue Forschungsfragen aus den Ergebnissen generiert.

Die Konzeption des Moduls mit dem Titel „Gesellschaftsrelevante Themen der Biologie kommunizieren“ ist somit ein Beitrag zur Idee des  forschungsbasierten Lehrens und Lernens an der Universität Oldenburg, denn „forschungsbasierte Lehre praktiziert Wissenschaft, fördert entsprechende handlungspraktische Erfahrungen und damit auch die Entwicklung von Kompetenzen zum wissenschaftlichen Handeln. Sie entspricht dem Ziel der Kompetenzentwicklung.“ ([2], S. 14)

Ansprechpartnerinnen:

M. Sc. Isabelle Lange (isabelle.lange(at)uni-oldenburg.de)

M. Sc. Julia Warnstedt (julia.aline.warnstedt(at)uni-oldenburg.de)

 

Literatur

[1] Forschungsbasiertes Lehren und Lernen an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Selbstverständnis und Grundsätze. Leitungsteam des Projekts „Forschungsbasiertes Lernen im Fokus (FLiF)“. November 2015

 

[2] Ludwig, J. (2011): Forschungsbasierte Lehre als Lehre im Format der Forschung. In: Brandenburgische Beiträge zur Hochschuldidaktik, 3 (zuletzt abgerufen am 4. Febr. 2016 unter: www.faszination-lehre.de/files/bbhd03.pdf).