Start ins Berufsleben

Der erste richtige Arbeitsvertrag ist unterschrieben und der Start ins Berufsleben steht Ihnen bevor. Wie Sie den Einstieg erfolgreich meistern können und sich am neuen Arbeitsplatz zurecht finden, können Sie im Folgenden lesen.

Vorbereitung für den Einstieg

Zwischen dem Vertragsabschluss und dem ersten Arbeitstag können teilweise mehrere Wochen bis Monate liegen. Um dennoch Interesse am Arbeitgeber zu signalisieren und sich mit dem Unternehmen bereits vertraut zu machen, können Sie darum bitten,

  • in den Verteiler der Mitarbeiterzeitschrift aufgenommen oder
  • für das firmeninterne Intranet freigeschaltet zu werden.


Informieren Sie sich über die bei dem künftigen Arbeitgeber bestehende Kleiderordnung und

  • beschaffen Sie sich - wenn notwendig - die entsprechende Kleidung.

Bei einem Wohnortwechsel, begeben Sie

  • frühzeitig auf Wohnungssuche und
  • erledigen Sie administrative Angelegenheiten bestenfalls vor dem Antritt des Jobs. 


So haben Sie für den Berufseinstieg
den Kopf frei!

Der erste Arbeitstag

Dem ersten Arbeitstag begegnet man als Berufsstarter mit Aufregung und Spannung, aber auch gemischten Gefühlen und vielen Fragen im Kopf. Machen Sie sich dennoch bewusst, dass es für Ihren Chef und die KollegInnen ein normaler Arbeitstag ist. Erwarten Sie also nicht, dass sich alles um Sie drehen wird. Interpretieren Sie es ebenso wenig als Zeichen von Ablehnung, wenn beispielsweise Ihr Arbeitsplatz noch nicht für Sie vorbereitet wurde. Erst in der nächsten Zeit zeigt sich, ob Sie in der neuen Umgebung positiv aufgenommen werden.

Seien Sie freundlich, gehen Sie offen auf die zukünftigen KollegInnen zu und überfordern Sie diese nicht mit zu hohen Erwartungen.

Die ersten Wochen und Monate

Orientierung

Zur Orientierung im näheren Arbeitsumfeld ist es wichtig, sich die Gesichter und Namen der Menschen zu merken, mit denen Sie direkt zusammen arbeiten. Das ermöglicht Ihnen einen ersten positiven Zugang und erhöht die Bereitschaft, Ihnen in der Anfangsphase zu helfen.

Fragen Sie nach, wenn Sie mit den vielen Fachbegriffen und Abkürzungen zu Beginn nichts anfangen können. So machen Sie sich schneller damit vertraut. 

Sprechen Sie mit Ihrem/r Vorgesetzten über einen Einarbeitungsplan, der alle wichtigen Schritte wie die Vermittlung von Fachwissen, Besuche in benachbarte Bereiche und Schulungen, die Sie für Ihre Einarbeitung benötigen, enthält und mit einem entsprechenden Zeitplan hinterlegt ist.

Einarbeitung und Integration

Nach der ersten Orientierung beginnt die fachliche Einarbeitung. Die wichtigsten Ansprechpartner sind Ihrem/r Vorgesetzten und direkte KollegInnen. Scheuen Sie sich nicht Fragen zu stellen und machen Sie sich Notizen, um die vielen neuen Informationen verarbeiten und ggf. später noch einmal nachschauen zu können. 

Zeigen Sie Lernbereitschaft und nehmen die Hilfe der Kollegen dankbar an. Für deren Unterstützung können Sie sich später erkenntlich zeigen, indem Sie Ihrerseits Bereitschaft zur Mithilfe signalisieren und versuchen, Ihre KollegInnen mit einfachen Tätigkeiten zu entlasten.

Die Integration in das Team ist ein weiteres zentrales Element für einen erfolgreichen Berufsstart. Das gemeinsame Mittagessen mit den Kollegen, der zwanglose Kontakt in der Kaffeepause oder Freizeitaktivitäten nach Dienstschluss können dabei sehr hilfreich sein.

Probezeit

Suchen Sie in Ihrer Probezeit regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Ein Feedback zur eigenen Leistung und zum Verhalten sowie zu möglichen Kritikpunkten ist wichtig, um beispielsweise die Möglichkeit zu erhalten, an sich arbeiten zu können.

Denn: Auch wenn die bis zu 6-monatige Probezeit üblicherweise im Arbeitsvertrag vereinbart wird, gilt grundsätzlich das Kündigungsschutzgesetz erst, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und der Betrieb mehr als 10 ArbeitnehmerInnen beschäftigt (Auszubildende werden nicht mitgezählt). Das bedeutet: Beträgt Ihre Probezeit nur 3 Monate, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis trotzdem nach 5 oder 6 Monaten ohne Nennung von Gründen einseitig kündigen, ohne dass Sie die Möglichkeit haben, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten.

Der Einstand

Nach einer gewissen Zeit (ca. 4-8 Wochen) ist es üblich, dass neue MitarbeiterInnen einen so genannten Einstand geben. Informieren Sie sich bei KollegInnen, welche Form des Einstands in Ihrem Bereich üblich ist und laden Sie Ihren Chef und KollegInnen zum Beispiel auf Kuchen oder Sekt ein. Dieses Einstiegsritual zeigt, dass Sie nun Teil der Gemeinschaft sind.

Der Wegbegleiter "Logbuch"

In der ersten Zeit in einem neuen Job kann es sein, dass einem während der Einarbeitung Arbeitsabläufe oder andere Gegebenheiten auffallen, die auf den ersten Blick kompliziert oder wenig effektiv erscheinen. Halten Sie sich dennoch in der Anfangsphase mit derartiger Kritik und Verbesserungsvorschlägen zurück. Nutzen Sie besser ein Logbuch, in welches Sie diese Eindrücke notieren.

Erst nach einiger Zeit haben Sie die nötige Sachkenntnis und das Verständnis der Zusammenhänge erworben, um bei erneutem Durchlesen der anfänglichen Eindrücke reflektieren und einschätzen zu können, ob die damalige Beurteilung angemessen war. Nun ist es möglich, gegebenenfalls Anregungen für potentielle Veränderungen zu geben und konkrete Ansätze aufzuzeigen. Dabei ist wichtig, die Vorschläge positiv zu formulieren und darauf zu achten, dass diese nicht als persönliche Kritik aufgefasst werden.

Das Logbuch bietet weiterhin die Möglichkeit, Stimmungstiefs zu überwinden oder die eigene Entwicklung seit dem Jobstart zu erfassen, indem Sie festhalten, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Sie erworben haben.

Auch Informationen wie Namen und Funktionen von MitarbeiterInnen sowie wichtige Abteilungen, Aufgaben, Strukturen und Prozesse können Sie sich hier notieren. Das bildet eine gute Ausgangsbasis für eine aktive Netzwerkarbeit.


Ob Sie als Bereicherung für das Team und als jemand empfunden werden, mit dem man gern zusammenarbeitet, hängt letztlich - neben der fachlichen Kompetenz - vor allem von Ihrer Lern- und Leistungsbereitschaft, Engagement, Zuverlässigkeit und Ihrer Persönlichkeit ab.

Sie selbst können einen Beitrag zu einem guten, kollegialen Arbeitsklima leisten, in dem auch Sie sich wohlfühlen und Spaß an der Arbeit haben.

 

Gehalt

Zum Berufseinstieg stellt die Beantwortung der Gehaltsfrage eine der größeren Herausforderungen dar.

Nutzen Sie zur Recherche nach einer geeigneten Gehaltsangabe im Bewerbungsverfahren die folgende Link-Übersicht.

Tipps & Tricks

Eine kleine Süßigkeitenauslage am neuen Arbeitsplatz bricht das Eis und man knüpft sofort erste Kontakte mit KollegInnen.


Nutzen Sie den Neuling-Bonus und fragen Sie bei fachlichen Unklarheiten nach.

Literaturhinweise

Püttjer, C./Schnierda, U. (2011):
"Erfolgreich in der Probezeit"


Lürssen, J./Opresnik, M. (2010):
"Die heimlichen Spielregeln der Karriere"


Brenner, D. (2007):
"Schön, dass Sie da sind! Karrierestart nach dem Studium"

(bei uns ausleihbar)