Sternwarte

CILBO - Canary Island Long-Baseline Observatory

In Kooperation mit der ESA, ESTEC in Noordwijk, den Niederlanden.

CILBO wurde entwickelt um Meteore zu beobachten. Es besteht aus zwei vollautomatisierten Stationen mit jeweils einer bildverstärkenden Videokamera. Der Aufbau befindet sich auf den Kanarischen Inseln, eine Kamera auf Teneriffa, die andere auf La Palma. Beide sind auf den gleichen Punkt gerichtet, sodass sie das gleiche Volumen in der Atmosphäre beobachten. Dies ermöglicht die Bestimmung der Trajektorie und Geschwindigkeit des Meteoroiden.
Das CILBO System hat bisher über 20 000 Meteore detektiert. Diese große Anzahl an Daten ermöglicht es Zusammenhänge und saisonale Veränderungen nachzuvollziehen.

Beispielsweise konnte das Phänomen der Apex Kontribution mit den CILBO Daten gezeigt werden: Im Mittel sieht ein Beobachter, unter guten Umständen mit dem bloßen Auge, 6 - 8 Meteore pro Stunde. Die Anzahl an beobachtbaren Meteoren nimmt im Verlauf der Nacht zu. Am frühen Abend befindet sich der Beobachter auf der Rückseite der Erde bzgl. ihrer Bahnbewegung (A). Die Meteoroide müssen die Erde „einholen“, deshalb sind sie (relativ zur Erde) langsamer und erzeugen schwächere Meteore. In den frühen Morgenstunden befindet sich der Beobachter auf der Vorderseite (B). Die Meteoroide bewegen sich entgegen der Bewegungsrichtung der Erde und treten schneller in die Erdatmosphäre ein, sodass sie hellere Meteore erzeugen. Dieses Phänomen nennt man Apex Kontribution und es konnte gut aufgelöst mit CILBO betrachtet werden.