Partizipation und Bildung

Im Schwerpunkt wird dem Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Ungleichheit aus sozial- und bildungswissenschaftlicher Perspektive nachgegangen.

In sozialwissenschaftlicher Perspektive steht die Analyse von Bildungsungleichheiten im Mittelpunkt. Damit werden Fragen nach der intergenerationalen Mobilität von Bildung und sozialem Status, nach den Dynamiken von Bildungsungleichheiten im Lebenslauf und nach den konkreten Diffusionskanälen von Ungleichheit bearbeitet. Zudem geht es um die Kumu­lierung und Verfestigung sozialer Benachteiligungen, da nicht passende Profile von Bildung oftmals mit Benachteiligungen und Ausgrenzung in anderen Feldern einhergehen. Dies wirft die Frage auf, wie die Kumulierung von Benachteiligungen durch eine Weiter­entwicklung von Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitiken angegangen werden kann und welche Bedeutung hierbei internationalen Organisationen wie der EU oder der OECD zukommt.  

In einer bildungswissenschaftlichen Perspektive geht es um die Analyse der Durchlässigkeit und Teilhabe im Bildungssystem. Dabei stehen zum einen die institutionellen und struktur­ellen Barrieren des Bildungssystems selbst, die zur Selektivität, zu Bildungsabbrüchen und zur mangelnden Partizipation unterrepräsentierter, bildungsbenachteiligter und beeinträchtigter Gruppen führen, im Fokus. Zum anderen wird den Strukturen, Prozessen und Wirkungen bildungspolitischer und pädagogischer Interventionen zur Teilhabe und Inklusion und zur Qualitätsverbesserung im Bildungssystem nachgegangen. Im sekundären Sektor wird gefragt, wie erfolgreiche Bildungsbiographien, -prozesse und -übergänge von Kindern und Jugendlichen sowie personale und soziale Kompetenzen gefördert werden können. Im tertiären Sektor stehen die Wirkung bundesweiter Programme zur Förderung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung sowie die Verringerung von Abbruchquoten in Hochschulen im Mittelpunkt.        

Die in mehreren großen Forschungsprojekten verfolgten zwei Perspektiven wurden inzwischen in einem Antrag auf Einrichtung eines Promotionsprogramms zusammengeführt. Zukünftig soll der Akzent über die vorhandenen Kooperationen hinaus stärker auf weitere gemeinsame nationale und internationale Verbundprojekte gelegt werden.

 

Sprecherinnen und Sprecher

Prof. Dr. Anke Hanft
anke.hanft(at)uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Martin Heidenreich
martin.heidenreich(at)uni-oldenburg.de