Biodiversität und Meereswissenschaften

Der Schwerpunkt Biodiversitäts- und Meereswissenschaften entstand durch die Integration der organismischen und umweltwissenschaftlichen Expertisen des IBU und des ICBM. Das IBU trägt hierzu vor allem im Bereich der funktionellen, physiologischen, sensorischen und genetischen Anpassungen von (zumeist terrestrischen) Organismen an Umweltbedingungen bei. Das ICBM steht für interdisziplinäre marine Umweltforschung mit Fokus auf Stoffkreisläufen, Energieflüssen und ebenfalls der funktionellen Rolle der Biodiversität in Ökosystemen. Der Bereich Biodiversität umfasst die (genetischen Grundlagen der) Adaptabilität von Organismen, die Analyse von Artwechselwirkungen sowie Mechanismen der Koexistenz, Biodiversitätsveränderung und Ökosystemfunktionen. Mit empirischen und theoretischen Ansätzen werden die evolutionären und ökologischen Prozesse untersucht, die die derzeitigen Muster der terrestrischen und marinen Biodiversität sowie ihre Dynamik in Zeiten rapiden globalen Wandels steuern. Internationales Alleinstellungsmerkmal in diesem Bereich ist die Synthese terrestrischer und mariner Biodiversitätsforschung, die sich exemplarisch im Verbundprojekt BEFmate der Universitäten Oldenburg (ICBM, IBU) und Göttingen widerspiegelt.

Ein dezidiert interdisziplinärer Ansatz kennzeichnet auch den Bereich Meereswissenschaften, der biologische, geochemische, physikalische und modellierende Methoden verbindet. Mit der Systemanalyse des Wattenmeeres, einer Modellregion für andere Küstenregionen, hat sich die Oldenburger Meeresforschung ein Alleinstellungsmerkmal in der Küstenforschung geschaffen, widmet sich als Heimatinstitut des Forschungsschiffes „Sonne“ aber vermehrt Fragen der Ozeanforschung. Zentral stehen hier der Transregio SFB 51 zur funktionellen Rolle der marinen Bakteriengruppe Roseobacter und Projekte zur Aufklärung zu globalen Umweltveränderungen.

Der Schwerpunkt ist auf die Standorte Oldenburg und Wilhelmshaven aufgeteilt; letzterer umfasst 5 Arbeitsgruppen des ICBM. Der Schwerpunkt kann auf Boote, einen Messpfahl und herausragende Infrastruktur im Bereich der chemischen Analytik, der Molekularbiologie und der experimentellen Umweltforschung zurückgreifen. Perspektivisch sollen die etablierte Zusammenarbeit mit außeruniversitären Instituten (zurzeit vier Kooperationsprofessuren) intensiviert sowie sozialwissenschaftliche Fragestellungen enger angebunden werden. Langfristig strebt der Schwerpunkt die Anbahnung eines gemeinsamen regionalen Forschungsraums im Nordwesten unter Einbeziehung der Universitäten Bremen und Groningen an.

 

Sprecherinnen und Sprecher

Prof. Dr. Helmut Hillebrand
helmut.hillebrand(at)uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Gerhard Zotz
gerhard.zotz(at)uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Michael Kleyer
michael.kleyer(at)uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Bernd Blasius
bernd.blasius(at)uni-oldenburg.de