Seminar "Frauen in Führungspositionen in der Region - Praxiseinblicke und Organisation einer Ausstellung" (WS 2010/ 2011)

Trotz der Brisanz, der Aktualität und der Komplexität des Themas, wurden bislang genderspezifische Fragestellungen in den Lehrkonzepten der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oldenburg allenfalls touchiert. Zur Verbesserung der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung wurde deshalb von den dezentralen Gleichstellungsbeauftragten am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ein innovatives Lehrkonzept entwickelt, im Rahmen dessen sich Studierende in enger Kooperation mit renommierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kritisch genderspezifischen Fragestellungen der Managementforschung widmen.

Wie sich der folgenden Grafik entnehmen lässt, bestand das Lehrkonzept aus einem theoretischen Teil, im Rahmen dessen die Studierenden innerhalb von Vorlesungen mit dem Thema vertraut gemacht wurden, sowie aus einem empirischen Teil, im Rahmen dessen die Studierenden selber in die Rolle eines "Forschers" schlüpften und 12 ausgewählte weibliche Führungspersönlichkeiten interviewten:

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Bereits innerhalb der Vorlesungsreihe wurde auf einen regen Austausch mit "Praktikern" Wert gelegt, sodass eine Vielzahl an Führungspersönlichkeiten zu Gast in den Vorlesungen war - beispielsweise Frau Dr. Dückert (ehemalige parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS90/Die Grünen), Frau Havekost (Geschäftsführerin bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer), Frau Dr. Heitmann (ehemalige Direktorin der Personalentwicklung der Bünting Gruppe; Gründerin und Leiterin von SUCCESS), Herr Dr. Tech (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Oldenburg) und Herr Wozniak (Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit in Oldenburg). Die zentralen Fragestellungen waren, womit der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen erklärt werden kann, inwieweit und für wen eine verbindliche Frauenquote von Vor-/Nachteil ist, welche sonstigen Instrumente zur Steigerung des Anteils weiblicher Führungskräfte zur Verfügung stehen und welche Grenzen diese Instrumente haben.

Im Rahmen des empirischen Teils lernten die Studierenden insgesamt 12 weibliche Führungspersönlichkeiten kennen und führten mit diesen qualitative Interviews. Beleuchtet wurden die Gründe für den jeweiligen beruflichen Werdegang. Ferner wurden an die weiblichen Führungspersonen genderspezifische Fragestellungen der Managementforschung gerichtet. Auf Basis der Interviews erstellen die Studierenden zurzeit künstlerische Portraits, die im Mai im Gebäude A14 ausgestellt werden. Die feierliche Ausstellungseröffnung wird am 06. Mai 2011 ab 16.30 Uhr mit einem entsprechenden Rahmenprogramm stattfinden.