Präsidium der Universität

Newsletter des Präsidiums Januar 2012

Sozialwissenschaften: Neue DFG-Forschergruppe


Was bedeutet die Europäische Integration für die Gesellschaft? Wie zeigt sie sich im Alltagsleben der Menschen? Diesen Fragen will die internationale Forschergruppe „Europäische Vergesellschaftung“ an der Universität Oldenburg auf den Grund gehen, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst drei Jahre mit drei Mio. Euro fördert.

„Den Oldenburger Sozialwissenschaften ist es innerhalb weniger Monate erneut gelungen, ihr internationales Profil durch das Einwerben erheblicher Fördergelder zu stärken“, betonte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.

„Die Bewilligung dieses umfangreichen Forschungsprojekts bedeutet eine große Anerkennung für die Arbeit aller beteiligten Kollegen“, sagte Prof. Dr. Martin Heidenreich, Initiator des Forschungsverbunds. Dies sei ein gewaltiger Ansporn, dem Thema Europäische Integration noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Die europäische Einigung beschränke sich nicht darauf, dass die Mitgliedsstaaten sich Vorgaben aus Brüssel beugen müssten, sagte Nils Müller, Geschäftsführer des Jean Monnet Centre for Europeanisation and Transnational Regulations Oldenburg (CETRO), an dem die Forschergruppe angesiedelt ist. Sie beeinflusse neben Wirtschaft und Politik auch die tägliche Verwaltungspraxis und das Hochschulsystem sowie die Art und Weise, wie Geschichte interpretiert und soziale Ungleichheiten wahrgenommen würden. Diese gesellschaftliche Dimension sei bislang sowohl in der Forschung als auch in der öffentlichen Debatte vernachlässigt worden. „Wir versprechen uns von dem Projekt neue Erkenntnisse darüber, welche Prozesse dazu beitragen, dass Europa trotz aller politischen und wirtschaftlichen Konflikte in der aktuellen Krise immer weiter zusammenwächst“, so Müller.

An dem Verbundprojekt sind außer Oldenburg die Universitäten Bamberg, Berlin, Bremen, Erlangen, Leipzig, Linz und Siegen beteiligt.