Notfallversorgung in Nordwest-Niedersachsen aus Sicht der Krankenhausleitungen

Mit der Fragestellung, welche Themen für die zukünftige medizinische Versorgung in der Region Nordwest-Niedersachsen von besonderem Interesse sind, beschäftigte sich in den vergangenen zwei Jahren das Department für Versorgungsforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Im Rahmen des Projekts „Netzwerk Versorgungsforschung Metropolregion Bremen-Oldenburg“ wurden die Krankenhausleitungen von 28 Krankenhäusern zu allgemeinen und fachlichen Themen befragt. Es wurden Einrichtungen aus ländlichen und städtischen Regionen ausgewählt, ebenso aus unterschiedlichen Versorgungsstufen. Die Daten wurden von April 2014 bis Januar 2015 im Rahmen von semi-strukturierten leitfadengestützten Interviews erhoben und aufgezeichnet. Nach einfacher Transkription wurden die Texte paraphrasiert, codiert und ausgewertet. Es zeigt sich, dass vor allem die Notfallversorgung im Krankenhaus derzeit im Fokus der Gesprächspartner steht. Besonders in ländlichen Regionen ist die Notaufnahme eines Krankenhauses der primäre Anlaufpunkt bei akut auftretenden gesundheitlichen Problemen [1]. Dabei sehen sich die Notaufnahmen der Kranken­häuser einer wachsenden Zahl von Patienten gegenüber, die zum Teil im Rahmen der ambulanten KV-Versorgung behandelt werden könnten [2]. Das von der DKG und der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in Auftrag gegebene Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus zeigt auf, dass für rund ein Sechstel aller ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus eine vertragsärztliche Versorgung ausreichend gewesen wäre [3]. Die zunehmende Belastung der Notaufnahmen durch ambulante Notfälle wurde auch von den Interviewpartnern thematisiert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.