Medienmusikpraxis

Leitung
Dr. Christoph Micklisch (Akademischer Rat)

Team
Rolf Seidelmann (LfbA)
Axel Kassner (LfbA)

Lehrbeauftragte SoSe 2006
Peter Biendara
Hubertus Maaß
Alexander Kölling

Studentische Hilfskräfte
Piotr Niedezwiecki
Steffen Kortlang

Räume
Hauptraum A11 1-109
anliegende Studioräume (4x)
Studio E

Die vormals "Apparative Musikpraxis" gehörte 1974 bei der Gründung der Universität Oldenburg mit zu den bundesweit umstrittensten Ausbildungsgebieten innerhalb der Musiklehrerausbildung. Mit vier Synthesizern vom Typ "EMS Synthi A" (heute Kultinstrumente mit hohem Prestigewert) und einem Set professioneller Revox-Bandmaschinen eröffnete das Fach Musik ein "Tonstudio", das  mittlerweile zu einem Verbund mehrerer Räumlichkeiten und Studios herangewachsen ist.

Gründungskonzept 

Das Gründungskonzept des Faches Musik/Auditive Kommunikation am damaligen Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität Oldenburg ist dargestellt von Ulrich Günther in Musik und Bildung 7-8/1975, S. 337-344, und unter Anleitung des Musik und Bildung-Herausgebers und amtierenden Musikpädagogik-Ordinarius von Oldenburg, Egon Kraus, auf den Seiten 344 bis 369 "widerlegt" worden von Friedrich Klausmeier, Helga de la Motte-Haber, Peter Brömse, Gisela Distler-Brendel, Siegfried Vogelsänger und Heinz Antholz. Dieser Vorgang ist in der deutschen Geschichte der Musikpädagogik genauso einmalig wie die Tatsache, dass sich das Oldenburger Konzept - dennoch - glänzend bewährt hat und inzwischen "Allgemeingut" fortgeschrittener musikpädagogischer Diskussionen geworden ist.

Apparative Musikpraxis

Der Begriff "Apparative Musikpraxis" - (näheres hierzu im Artikel "Apparative Musikpraxis" von Wolfgang Martin Stroh im Neuen Lexikon der Musikpädagogik. Sachteil, hg. von Siegmund Helms u.a., Bosse/Kassel 1994) - stand konzeptionell im Rahmen wichtiger Strukturmerkmale des "Oldenburger Modells": 

  • konsequenter (Schul-)Praxisbezug der Musiklehrerausbildung,
  • gleichberechtigte Berücksichtigung aller Arten von Musik (also auch Pop, Jazz, Avantgarde),
  • gleichberechtigte Berücksichtigung aller Umgangsweisen mit Musik (instrumentale, vokale, apparative sowie kritisch-reflektierende neben der produktiven und rezeptiven Umgangsweise),
  • projektartige ("handlungsorientierte") und interdisziplinäre Lernprozesse.

Medienmusikpraxis

Mit Übernahme der Leitung durch Christoph Micklisch 1998 wurde der Bereich in "Medienmusikpraxis" umbenannt und kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei stand die zunehmende Digitalisierung bislang analoger Produktionstechniken im Mittelpunkt sowie eine Erweiterung der Ausbildungsinhalte in die Bereiche Videoproduktion, Internettechnologien, Animation und Autorenprogramme / Controllertechnik. Damit verbunden entstanden auch neue Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit (u.a. Kunst und Informatik) und inhaltliche Anknüpfungen an neue Studiengänge (Magister Medienkunst, später MA Integrated Media).

Die jahrzehntelang verfolgte Konsolidierung und Fortentwicklung apparativer Ausbildung und Forschung in Oldenburg sowie die Möglichkeiten polyvalenter Gestaltung von Seminaren prädestinieren die Medienmusikpraxis als festen Bestandteil der aktuellen BA/MA Musik-(LehrerInnen-)Ausbildung. Die aktuelle (2007) Niedersächsische Verordnung über die Masterabschlüsse und diverse Richtlinien für allgemein bildende Schulen belegen den Erfolg des Oldenburger Konzeptes, zumal sich heute die Verwendung digital-apparativer Medien in vielen gesellschaftlichen und pädagogischen Umfeldern massiv real wie virtuell verstandortet. Die Medienmusikpraxis ist wie nachfolgend ins Profil unserer BA/MA-Ausbildung integriert.

Details entnehmen Sie den jeweiligen Studienordnungen.

Bachelor

Basismodul 2 - mus021 (BM 2)
Im Bachelor Musik durchlaufen alle StudentInnen das Basismodul mus021 (BM2) "Einführung in die Musikproduktion am Computer". Das dabei durch zu attestierende erfolgreiche Teilnahme erworbene Grundlagenwissen bzgl. digitaler (aber auch analoger) Musikproduktion und zur apparativen Umsetzung zum Beispiel von Inhalten der allgemeinen Musiklehre ist Voraussetzung für die exemplarische Vertiefung im Aufbaumodul mus221 (AM2).

Aufbaumodul 2 - mus221 (AM 2)
Dort werden neben Veranstaltungen zur Audioproduktion auch (musiktheoretisch-) produktionsbezogene Inhalte in den Bereichen, Video, Animation, Installation, Software / Internettechniken angeboten. Der qualifizierte FP-Abschluss wird hier durch ein eigenes Produktionsprojekt mit nachfolgender Präsentation / Handout / Prüfung erbracht. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass dort komplementär auch jeweils Veranstaltungen zur individuellen Betreuung n.V. angeboten werden müssen, um hier höchstmöglichen Erfolg und gute Qualität gewährleisten zu können.

Aufbaumodul 4 -mus271 ( AM4) (gelegentlich)
Neue Musiktechnologien sind mittlerweile ein fester Bestandteil von Schulcurricula und der musikpädagogischen Diskussion / Realität. Aus diesem Grund werden Inhalte der entsprechenden  praktischen Arbeit und Forschung  in Oldenburg gelegentlich auch in musikpädagogischen Seminaren oder Praktika (Micklisch) vermittelt.

Master

(in die jeweiligen Module integriert)

Master of Education Sonderpädagogik
mus840 (MM SoPäd 2) - Musiktheorie/Musikwissenschaft
Hier werden Produktionskurse angeboten, die auch im Rahmen sonderpädagogischer Arbeit verwertbar sind (zum Beispiel Playbackerstellung, Arbeit mit  Naturklängen / Samples, alternative elektronische Instrumente / Controller etc.)

Master of Arts Angewandte Musikwissenschaft
mus920 (MM 1) - Musikpraxis und -theorie
Inhalte der Medienmusikpraxis mit hohem  wissenschaftlichen und / oder professionellem (berufs-)praktischen Niveau. Inhatlich werden die in in Basismodul 2 und Aufbaumodul 2 erworbenen Kenntnisse vorausgesetzt.

mus970 (MM 3d) - Musik und Medien
Hier steht insbesondere der Praxisbezug in Veranstaltungen wie "Radiopraxis" im Vordergund

Master of Arts Integrated Media
inm710 (MM 1) - Künstlerisch-technische Medienkompetenz
Übungen mit hohem wissenschatlichen / professionellen Niveau. Hier werden u.a. Veranstaltungen von Lehrbeauftragten angeboten, die beruflich in den jeweiligen Bereichen tätig sind.

inm760 (MM 6) - Medienexperimente und -vermittlung

Forschung/Projekte/Publikationen

Neben der Lehre wird unser Hard- und Softwarebestand kontinuierlich varriiert, aktualisiert und im praktischen Einsatz erprobt. Dabei gewonnene Erkenntnisse finden Berücksichtigung bei diversen Publikationen und Projekten. Aktuell 2008 u.a.:

  • Erprobung von Ubuntu Linux Beriebssystemen im Kontext Multimedia,
  • multimediale Interpretation / Soundscaping / Videopool von Skulpturen (Projekt mit dem kroatischen Künstler Ljubo de Karina, Seminar 2009), Produktion einer Tourismus DVD

Eine interaktive Website zur Ausstattung und Organisation der Studios befindet sich zur Zeit (11/2009) noch in Vorbereitung.