Musikgeschichte auf der Bühne: Konstruktionen der musikalischen Vergangenheit im Musiktheater

  • Emmy Noether-Nachwuchsgruppe, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
    (Projektstart: April 2016)

    Leitung: Dr. Anna Langenbruch

    Mozart und die Beatles, Edith Piaf, Stradivaris Geige, Riemanns Musiklexikon – musikhistorische Personen, Ereignisse, Musikpraktiken oder Artefakte sind seit Jahrhunderten Gegenstand von Musiktheater. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe Musikgeschichte auf der Bühne untersucht Bühnen­ereignisse des 18.-21. Jahrhunderts, die sich explizit auf musikhistorische Themen beziehen und so die Elemente Musik, Theater und Geschichtserzählung verbinden. Historiographisches Musiktheater in diesem Sinne wird auf grundlegende Dimensionen musikgeschichtlicher Wissensproduktion hin befragt. Ziel ist ein neues Verständnis von Musikgeschichtsschreibung, das intermediale Verflechtungen von Kunst, Wissenschaft und Alltag herausarbeitet und Wissen als soziokulturellen Aushandlungsprozess beschreibt, in dem Klang und Wahrnehmung, Spiel und Sprache, Theorie und Praxis interagieren.

Das Projekt verbindet Forschungsansätze der historischen Musikwissenschaft, etwa aus der Musiktheater- oder Biographieforschung, mit solchen der Historiographiegeschichte, der Popular History und der Sound Studies. Auf musiktheatraler Ebene geht es dabei zunächst darum, zu untersuchen, wie Historiographisches Musiktheater erzählt – sei es komposito­risch, interpretatorisch, performativ, bildlich oder sprachlich – und wie es erlebt wird. Der Akzent liegt dabei dem Gegenstand Musikgeschichte entsprechend v.a. auf Klanggestalt und Hörerfahrung. Auf der Ebene der Geschichtsschreibung werden ausgehend von Historiographischem Musiktheater in vergleichender Perspektive Musikgeschichte in Wissenschaft und Alltag sowie Medien der Musik­geschichtsschreibung untersucht.

Damit zielt das Projekt insgesamt auf eine Erweiterung des Wissensbegriffs, der Klang- und Alltagsebenen musikgeschichtlicher Wissensproduk­tion angemessen berücksichtigt. Zugleich soll es die Frage klären, inwieweit die gewonnenen Er­kenntnisse zum Verhältnis zwischen Medium und Gegenstand von Musikgeschichtsschreibung auf andere Kunstwissenschaften übertragbar sind. Das Projekt versteht sich also auch als Beitrag zu einer neuen Wissensgeschichte der Künste.

 

Aktuelles

Kontakt

Dr. Anna Langenbruch

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Musik
26111 Oldenburg

Tel: +49 (0) 441 - 798 2908
E-Mail: anna.langenbruch(at)uni-oldenburg.de
Raum: A5-1-134