Aktuelles

Abendveranstaltung im Botanischen Garten
Dienstag, 3. Juli 18 - 21 Uhr

"Partizipative Strategien der Sammlungsbildung am Beispiel der Ausstellung 'Leben 20.15 - Erinnerungen an Heute'", Brigitte Heck, M.A. - Badisches Landesmuseum Karlsruhe

"Sammlungsbestände der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Erste Ergebnisse des Projektes 'Universitätssammlungen vernetzen'", Carolin Krämer, M.A. - Institut für Materielle Kultur, CvO Universität

Ein Projekt des Instituts für Materielle Kultur, des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften und des Bibliotheks- und Informationssystems der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Kontakt: sammlung-materiellekultur(at)uni-oldenburg.de

Ringvorlesung WISSENSBESTÄNDE ab 10.04.2018

Das Institut für Materielle Kultur lädt ein zur Ringvorlesung "Wissensbestände". Ab dem 10. April Dienstags von 18 bis 20 Uhr in Gebäude A02, Raum 3-321. Weitere Infos finden Sie hier. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

Objekt des Monats: August 2018

Steckbrief

  • Inventarnr: 875
  • Objektbezeichnung: Levi`s 501
  • In der Sammlung seit: 24.09.2002
  • Datierung: 1996

 

„´501´ waren ein ´Muss´“

Das erzählt die Spenderin zu Ihrer häufig getragenen, beigen Levi´s-Jeans aus den 1990er Jahren, auf deren Lederaufnäher in schwarzer Farbe die Zahl 501 gedruckt war. Laut der Spenderin trug damals in der Schule jede_r ihrer Oberstufenkolleg_innen die 501, „auch wenn der Schnitt nicht jedem stand“ – und das bei einem Preis von 159 DM pro Stück. Sie erinnert sich, dass eine Zeit lang auch farbige ´501er´ existierten, zum Beispiel in rot, grün oder schwarz. Auch sie besaß die ´501´ in vielen unterschiedlichen Farben, in helleren und dunkleren Tönen.

Zu ihrer Kollektion kamen weitere hinzu, als sie 1996/97 ein Jahr als Au-pair in den USA verbracht hatte. Dort hatte sie sich „fast jeden Monat eine 501 gekauft, weil die da so billig waren“. Im Schnitt wurden dort rund 30 Dollar für eine Jeans verlangt. Doch die Anschaffungen lohnten sich nur für einen kurzen Zeitraum, denn nur ein Jahr später, berichtet die Spenderin, war die 501 nicht mehr „in“.

Dieses Phänomen, dass „Farbe und Schnitt nicht mehr modern“ war, haftet an vielen Kleidungsstücken, die zu guter Letzt Eingang in die Sammlung Textile Alltagskultur gefunden haben. Mode in ihrem gesellschaftlichen Kontext zu untersuchen, ist einer der Forschungsschwerpunkte des Instituts für Materielle Kultur.

Objekt des Monats: Juli 2018

Die Postkarten sind da!

Das Projekt „(Universitäts-)sammlungen vernetzen“ präsentiert sich nach der öffentlichen Ringvorlesung „WissensBestände“ (Link) nun noch farbenfroher der Allgemeinheit. 

Zum Projekt: Die Laufzeit des Vorhabens erstreckt sich von Oktober 2017 bis September 2018, wobei auf die Kooperation weitere Bestrebungen folgen sollen. Projektpartner sind das Institut für Materielle Kultur (IMK) und das Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU), das Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) stand den beiden Partner_innen beratend zur Seite. Diese und weitere Sammlungen* der Universität Oldenburg haben sich unter der Koordination des Instituts für Materielle Kultur zusammengeschlossen, um den Sammlungen der Universität Oldenburg stärkere Beachtung zu schenken.

Auf jeder Postkarte ist exemplarisch ein Objekt der jeweiligen Sammlung abgebildet.

Das Exponat der Sammlung Textile Alltagskultur ist diese schrille Badehose. Sie wurde im Jahr 1999 im Zuge eines Urlaubs als Secondhand-Ware erstanden. Die Spenderin kaufte dieses Geschenk für einen Freund. Sie erhielt die Rückmeldung, dass die Hose zwar „unpraktisch geschnitten und unbequem“ sei, doch die Hose dient gleichzeitig auch als Erinnerung an eine „schrille Phase des Studiums“.

Lassen Sie Ihre Neugierde von Motiven anderer Sammlungen wecken und kontaktieren Sie uns ab sofort auch unter kustodien@uol.de!

 

 

*Weitere Sammlungen: Sammlungen des Botanischen Gartens, Sammlung Didaktik und Geschichte der Physik, SchriftenZeit – Archiv am Institut für Kunst und visuelle Kultur und viele mehr …

Objekt des Monats: Juni 2018

Steckbrief

  • Inventarnr:
  • Objektbezeichnung:
  • In der Sammlung seit:
  • Datierung:

 

in Bearbeitung

Objekt des Monats: Mai 2018

Steckbrief

  • Inventarnr: 463
  • Objektbezeichnung: Repassierfaden
  • In der Sammlung seit: 04.05.2001
  • Datierung: spätes 20. Jahrhundert

 

DEDERON: DER FADEN VOLLENDETER VERLÄSSLICHKEIT

Der Polyamid-Stoff Dederon hat eine lange Tradition. Schon der Name verweist auf Historisches:

1959 auf den Markt gekommen, wurde die neue Kunstfaster nach dem Staat benannt, in der sie entwickelt wurde: der DEutschen DEmokratischen Republik. Die Endung „-on“, bezieht sich auf ein ähnliches Material, das Perlon. Dieses war schon während der 1930er Jahre als Ersatz für das aus den USA stammende Nylon entwickelt worden und wurde später ein „kriegswichtiger“ Rohstoff. Ein Streit um die Markenrechte des Perlons zwischen den Betrieben der DDR und BRD machte einen neuen Namen für Polyamidstoffe dieser Art nötig. Bis heute stehen der Einkaufsbeutel wie auch die Schürze aus Dederon sinnbildlich für den Alltag in der DDR. „Plaste und Elaste“ sind sprichwörtlich geworden.

Die Nutzung von Chemiefasern stellte eine kostengünstige Alternative zu den devisenaufwendigen Importen von Baumwolle dar. In der Planwirtschaft wurden so die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Kleidung befriedigt, ohne den wirtschaftlich schwachen Staat zu belasten. Die individuellen Konsumbedürfnisse trafen auf einen begrenzten Markt, dessen Bestimmungsgründe außerhalb des Zugriffs des Einzelnen lagen.

Heute hingegen ist Dederon fast vergessen. Doch unser Sammlungsstück liefert Anknüpfungspunkte für Materialgeschichte und persönliche Erinnerungen.

Objekt des Monats: April 2018

Steckbrief

  • Inventarnr:1047 a,b
  • Objektbezeichnung:Nadel­streifen-­Jackett mit passender Weste
  • In der Sammlung seit:21.07.2003
  • Datierung:1964

 

NADEL und STREIFEN

Im April wird nicht nur die Luft wärmer, sondern bei vielen Schülerinnen und Schülern rauchen auch die Köpfe. Die Abiturprüfungen stehen an. Können Sie sich noch erinnern, welche Kleidungsstücke Sie an den Prüfungstagen trugen? Erschienen Sie eher in legerer Kleider? Trugen Sie eine gemütliche Jogginghose? Oder kamen Sie in Festtagskleidung?

Eine Abiturprüfung ist ein wichtiger Einschnitt im Leben. Daher verwundert es nicht, dass der Besitzer dieses Anzugs sich noch genau an das Jahr, in dem er ihn trug, erinnern kann: das Jahr 1964. Diesen edlen Anzug zog er zu seiner mündlichen Abiturprüfung im Fach Mathematik an. Seine Mutter hatte ihm dieses Stück für etwa 80 DM bei Mode Bruns, einem Herrenausstatter in Oldenburg, gekauft. Er erinnert sich noch an weißen Kreidestaub auf der Jacke, der während der Tafelanschrift auf sein Jackett rieselte.

Die Abiturprüfung sollte nicht der einzelne Anlass sein, an dem er dieses Kleidungsstück trug. In den darauffolgenden zwei Jahren zog er es rund 10 Mal im Alltag und zu festlichen Anlässen an, bis es zu eng wurde. Rund 40 Jahre später hielt es durch seine Nichte Einzug in die Sammlung.

 

 

Objekt des Monats: März 2018

Steckbrief

  • Inventarnr: 1410
  • Objektbezeichnung: Selbstgenähte Sommerbluse mit Applikationen
  • In der Sammlung seit: 25.07.2006
  • Datierung: 1991

 

ZU-HAUSE-SOUVENIR

Haben Sie Ihren Urlaub schon geplant? Was aber tun, wenn der Urlaub ins Wasser fällt?

Im Sommer 1991 konnte die Spenderin dieser Bluse aus firmeninternen Gründen keinen Urlaub nehmen. Ihrem Mann hingegen wurde der Urlaub gewährt, den er letzten Endes alleine antrat. Zum Trost kaufte sie sich eine teure Nähmaschine, an der sie sich praktisch betätigen konnte und deren Resultate sie erfreuten.

Das erste Stück, das sie mit dieser Nähmaschine vollendete, war diese sommerliche Bluse. Den Stoff dafür hatte sie sich etwa drei Wochen vor dem Urlaub gegönnt, den Schnitt dafür entwarf sie selbst.

Meistens kombinierte sie diese Bluse mit einem türkisfarbenen kurzen Stretchrock oder einer knielangen Radlerhose. Wie hat sie sich selbst darin gefühlt? „Ich fand mich sehr sommerlich und schick gekleidet und fühlte mich sehr wohl.“

Objekt des Monats: Februar 2018

Steckbrief

  • Inventarnr: 893 a-d
  • Objektbezeichnung: Theater Kostüm (Kurt-Weill-Produktion)
  • In der Sammlung seit: 24.09.2002
  • Datierung: 2000

 

(ET)WAS FÜR EIN THEATER

Dieses Theaterkostüm aus den Sommermonaten im Jahr 2000 ist eines der wenigen Kostüme, die die Sammlung „Textile Alltagskultur“ enthält. Es passt damit in die Sammlungskategorie „Fachgeschichten“.

Rund 18 Jahre liegen zurück als diese Kombination auf der Bühne in seinen Farben glänzte. Das Kostüm ist ein Produkt aus einem Projektseminar, einer Kooperation zwischen dem Institut für Materielle Kultur und dem Institut für Kunst und visuelle Kultur und dem Institut für Musik. Anlässlich des 100. Geburtstags von Kurt Weill inszenierten die Institute einige seiner Lieder und Texte unter dem Titel „… von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“ neu. Student_innen dieser Fachrichtungen entwarfen dieses Kostüm und fertigten es selbst an. Es setzt sich aus einem Oberteil, einer Hose, einem elastischen Oberteil, aus Handschuhen und erstaunlicherweise aus einem Medizinschlauch aus der Apotheke zusammen. Die Schauspielerin trug dazu noch ein Cape, das aus einem ehemaligen Kleiderunterrock geschneidert wurde.

Etwa fünf Mal kam das Kostüm zum Einsatz, auch im Konzertsaal der Towson University im US-Bundesstaat Maryland. Dies ist eine Partneruniversität und das Stück hatte dort im Zuge der Kurt Weill Centennial Celebration ein Gastspiel.

 „Kostüme nähen „in letzter Sekunde“, da eine Person ein oder zwei Tage vor der Premiere es zum ersten Mal anprobierte. Eine witzige Flugreise, liebe Menschen, ein interessantes Land, schöne Stimmen und schöne Musik“, so die Notizen der Spenderin zum Objekt.

Objekt des Monats: Januar 2018

Steckbrief

  • Inventarnr: 1087
  • Objektbezeichnung: Pumps, pink-weiß
  • In der Sammlung seit: 07.04.2004
  • Datierung: 1985/86

 

„ …daß sie nicht auf dem Müll landen, denn das könnte ich nicht ertragen zu erfahren!“

Wussten Sie, dass es Schuhfachgeschäfte für Über- und Untergrößen gibt?

So ein Geschäft – es trug den Namen „Kosy Schuhe“ - existierte im Frühjahr 1985 in Bremen. Aus ihm stammen diese zwei Paar Pumps in pink-weiß und gelb-weiß in Schuhgröße 32.

Die frühere Besitzerin schrieb folgendes in den Aufnahmebogen der Stücke für die Sammlung: „passend zur damaligen Sommermode, speziell passend für ein Ensemble in Pink und Gelb“ gekauft. Sie verriet, dass sie 179,90 DM pro Paar kosteten und dass diese neu erworbenen Stücke circa drei Jahre besonders in den Sommermonaten getragen wurden.

Einen Haken gab es bei den Schuhen, den die Spenderin folgendermaßen notierte: „Ich konnte in den Schuhen überhaupt nicht laufen; deswegen habe ich sie nur getragen, wenn ich im Voraus wußte, daß ich mich nicht so viel bewegen brauchte.“ Sie spricht von einem Dilemma: „Die Schuhe haben eine ganz schlechte Paßform – beim Laufen verliere ich sie … Ich glaube, daß ich von der Schönheit dieser Schuhe bei dem Kauf geblendet wurde. Auf jeden Fall habe ich im Geschäft nicht gemerkt, wie schlecht man darin laufen konnte. Trotzdem konnte ich mich lange Zeit nicht von ihnen trennen. Immer und wieder habe ich sie aus dem Schrank geholt, ausgepackt, angeguckt, anprobiert … um sie dann wieder wegzupacken. Auch wenn ich heute die Schuhe am liebsten wie einen Schatz hüten möchte, habe ich mich schwersten Herzens entschloßen sie für das Bekleidungsarchiv zu „opfern“ – in der Hoffnung, „daß diese – wie im Titel zitiert - nicht im Müll verschwinden.

Von diesen Pumps haben wir 20 bis 30 Paare in der Sammlung. Über die Funktion hinaus hat die Spenderin somit einen emotionalen Bezug zu ihrer Kleidung.

Objekt des Monats: Dezember 2017

Steckbrief

  • Inventarnr: 1634
  • Objektbezeichnung: Muff
  • In der Sammlung seit: 20.10.2008
  • Datierung: 1990er Jahre

 

FÜR DIE KALTE JAHRESZEIT

Wenn es draußen kalt wird, heißt es wieder ´dick einpacken´- mit Mütze, Schal und Handschuhen. Doch nicht nur Handschuhe, sondern auch so genannte „Muffs“ halfen und helfen den Händen, sie vor der Kälte zu schützen. Die Bezeichnung „Muff“ stammt von dem lateinischen Wort „muffula“, was übersetzt Pelzhandschuh bedeutet. Sie sind eine Form der Handwärmer, die anders als Handschuhe aus einem Stück bestehen und vor dem Körper getragen werden. So ein „Muff“ wurde und wird überwiegend von Damen passend zum restlichen Outfit getragen. Die Institutssammlung enthält einige dieser „Muffs“. Ein dunkelrotes Modell aus den 90er Jahren wurde 2008 an das Institut gespendet. Das zweite Beispiel ist eher eine Mufftasche. Mufftaschen charakterisiert, dass sie die Funktion eines Muffs haben, aber in ihrem Aussehen, wie der Name es schon sagt, eher einer Tasche ähneln. Diese graue Mufftasche ist ein Muff mit Taschengriff und einem im Innenfutter integrierten kleinen Spiegel. Es handelt sich um ein Erbstück der Großmutter und wurde um die Jahrhundertwende und darüber hinaus bis in die 1960er Jahre getragen. Es ist kein selbst gefertigtes Stück, sondern wurde in einem Braunschweiger Geschäft gekauft. 

Die Spenderin dieses Muffs meinte, sie gebe ihn weg, weil er „nicht mehr modern“ sei. Auch wenn man in die Straßen sieht, kaum einer scheint heutzutage mehr „Muffs“ als Accessoires zu tragen. Vielleicht gibt es irgendwann ein Revival?

Objekt des Monats: November 2017

Steckbrief

  • Inventarnr: 1061
  • Objektbezeichnung: Klepper-Mantel
  • In der Sammlung seit: 05.09.2003
  • Datierung: 1950er Jahre

 

Dieser Klepper-Mantel besteht aus einem Baumwollgewebe, auf das in einem Streichverfahren eine Gummierung aufgetragen wurde. Das Verfahren wurde in den 1920er entwickelt und schuf ein leichtes, gut verstaubares, regendichtes Textil, das dennoch eine gute Luftzirkulation unter dem Mantel erlaubte.

 

Dieser Mantel im Speziellen war ein Dachbodenfund und stammt aus den 1950er Jahren. Die Kleppermäntel wurden bis 1969 beständig weiterentwickelt und verbessert. Die Spenderin gab an, der Mantel sei vor allem sehr praktisch und haltbar gewesen. Zudem stand die Marke „Klepper“ für Qualität.

 

Große Bekanntheit erlangte der Mantel leider während der NS-Diktatur, in der verschiedene Behördenvertreter den Mantel trugen und dieser im Volksmund so zum „Gestapo-Mantel“ wurde. Auch in der Fetisch-Szene, besonders Großbritanniens, wurden diese gummierten Mäntel aufgegriffen und so zu einem Teil dieser Kultur. In den 1980er Jahren war der „Klepper“ sehr beliebt, und noch 1997 produzierte das Unternehmen eine limitierte Edition für den Verkauf. Heute wird er nicht mehr hergestellt.

 

Klepper-Mäntel haben somit viele Entwicklungen und Kapitel der Moderne begleitet. Dieser Kleppermantel im Speziellen steht für die Welt und die Bedingungen im Deutschland der 50er Jahre. Sein Kauf und seine Nutzung sind untrennbar mit dieser Zeit verbunden. Das Gummi, das ihn haltbar machte, ist spröde geworden und beginnt an manchen Stellen zu zerfallen. Eine Schutzhülle, die erst kürzlich für ihn angefertigt wurde, wird ihn für die Zukunft erhalten.

Objekt des Monats: Oktober 2017

Steckbrief

  • Inventarnr: 824
  • Objektbezeichnung: Rückenmassagesitz, Autositzunterlage
  • In der Sammlung seit: 24.02.2004
  • Datierung: 1990er Jahre

Dieses Objekt stammt aus dem Nachlass von Frau Prof. Ingrid Köller, Gründungsdirektorin des Instituts für materielle Kultur.

Köller hat die Theoriebildung zum textilbezogenen Unterricht stark gefördert.

Dieser war ursprünglich häufig ein Instrument der Fixierung von Rollenbildern. Auch sollte er auf den häuslichen Alltag vorbereiten.

So blieb das Lernen an Textilem lange Zeit ein sprachloser Akt.

Um ihm Sprache zu geben muss er einen Bezug zur Lebenspraxis der Menschen herstellen.

Es müssen Theoriebezüge hergestellt werden, die die Produktion und Konsumption des Textilen kontextualisieren. Die kulturgeschichtlichen Bedeutung, aber auch ihrer ästhetischen Dimension müssen be- und verhandelbar werden.

Die Autositzunterlage löst so Fragen aus, die der textilbezogene Unterricht alten Typs nicht stellen konnte oder wollte.

Mit dem Hinweis „Handarbeit?“ versehen, verschwimmen bei diesem Objekt die Grenzen verschiedener Herstellungstechniken. Woran erkennt man an dieser Autositzunterlage, ob sie als Handarbeit oder als normiertes Produkt entstand? Welchen Unterschied bringt dies für die Bedeutung des Objektes?

Ist es überhaupt „Textil“? Ist seine geknüpfte Struktur, oder die Fläche des Materials aus Holzperlen hierzu ausreichendes Merkmal? Oder ist sein enger Bezug zum Körper eines Autofahrenden und dessen Wegen ein bedeutenderer Bezug, als seine Beschaffenheit?

Als neue Hilfskräfte der Sammlung des Instituts für materielle Kultur freuen wir, Nina Ahokas und Felix Otte, uns darauf, diese Fragen zu behandeln und an neuen Fragen mitzuwirken.

Objekt des Monats: September 2017

STECKBRIEF

  • Inventarnr.: 1548
  • Objektbezeichnung: Pelzjacke
  • In der Sammlung seit: 07.02.2008
  • Datierung: unbekannt

Bewegtes Objekt

Beim letzten Objekt des Monats war die Abbildung entscheidend. Aber warum das Objekt nicht auch einmal ´zum Leben erwecken´?

Eine Studentin des Fachs Materielle Kultur: Textil bringt in ihrer Animation, die sie im Zuge eines universitären Seminars erstellt hat, das Objekt in Bewegung.

Sehen Sie selbst!

Zum Video

Objekt des Monats: August 2017

Übers Bild gesprochen

Dieses Objekt des Monats lebt von Bildern. Bildern von der Mode, von Haushaltsgegenständen oder von Freizeitartikeln, die im Jahr 1967 im Warenhauskatalog „Wenz“ angepriesen wurden.

Neben vielen anderen tausenden Zeitschriften, Fachliteratur und Katalogen liegt dieses Exemplar in der Sammlung Schriften unseres Instituts. Aber welcher Nutzen kann aus einem solchen Katalog gezogen werden, dessen Entstehung nun 50 Jahre zurückliegt?

Nach dem Durchblättern liegt die Antwort auf der Hand. Es schießen einem Fragen in den Kopf wie:

Welche Kleidungsstücke waren und wären heute noch modern, welche Haushaltsgegenstände gibt es heute nicht mehr zu erwerben, wie hat sich der Preis verändert oder wie wurde für die Produkte geworben?

So ein Modekatalog ist ein gutes Zeugnis für die damaligen Modetrends, die Vorstellungen und Repräsentationen von Geschlecht, Schönheit, den Wert von Makeup, die Art von Frisuren, das Aussehen von Accessoires wie Schmuck oder Handtaschen – von Haushaltsgegenständen bis Designerstücken.

Es stellt sich permanent die Frage: Wo liegen die Parallelen und Unterschiede zu heute? Wie stark haben sich die Konsumartikel in den letzten 50 Jahren gewandelt?

Der Katalog ist damit eine wichtige Quelle zur Erforschung gesellschaftlicher Wertvorstellungen und Ideale im Wandel der Zeit.

Ausstellung "In der Mode kommt ja nix weg!"

21.07.-26.08.2017 Mo-Fr 09:30-18:00h und Sa 10:00-16:00h  im Schlauen Haus Oldenburg, Eintritt frei!

Welche Kleidungsstücke der 1960er Jahre wurden in Oldenburg aufbewahrt? Welche persönlichen Bedeutungen haben Sie für Ihre Besitzer_innen? Und welche Zeit- und Modegeschichten stecken hinter Mänteln und Kleidern? In seiner Sammlung „Textile Alltagskultur“ geht das Institut für Materielle Kultur den Dingen auf den Grund. In der Ausstellung aus  Anlass des Fußgängerzonenjubiläums bieten Lehrende und Studierende des Instituts am Beispiel der 1960er Jahre erste Einblicke in Sammlungsstrategien und Bestände.

Objekt des Monats: Juli 2017

Das bereits achte Objekt dieses Jahres ziert das Plakat der Ausstellung „In der Mode kommt ja nix weg!“ – 1967 in Kleidern und Geschichten, welche den gesamten August im Schlauen Haus in Oldenburg zu sehen ist. Die Sammlung „Textile Alltagskultur“ des Instituts für Materielle Kultur enthält einige Stücke aus den 1960er Jahren, die sich aufgrund ihrer Objektgeschichte, mitunter dem regionalen Bezug, und/oder dem Material gerade für eine Präsentation anbieten. Die Ausstellungsstücke geben Aufschluss über das, was alles in der Institutssammlung gesammelt wird, warum ausgerechnet diese Dinge Eingang gefunden haben (vgl. Sammlungskonzept) und was aus Kleidungsstücken über persönliche Zuschreibungen und die Kostümgeschichte der 1960er Jahre ablesbar ist.

Das farbenprächtige Wollkleid stammt von Frau Margarete Kunze-Groß. Sie war eng befreundet mit der Institutsgründerin Frau Prof. Ingrid Köller. Gemeinsam publizierten sie 1980 das Werk „Form-Muster-Rapport“, worin das Stoffmuster dieses Kleids abgebildet ist. Nach eigenen Angaben fertigte Frau Kunze-Groß dieses Kleid 1966 in ihrem Atelier und trug es etwa 3 Jahre. In das Grundgewebe, das aus schwarz-brauner Wolle besteht wurde dickes Garn, die so genannte Dochtwolle, in orange, pink und rot mit der Hand eingearbeitet.

Weitere Kleidungsstücke, Schriften, Stoffe, Textilobjekte und ihre Geschichten können Sie noch bis 26.08. im Schlauen Haus (Eingang Tourist Information) nahe des Schlossplatzes in Oldenburg begutachten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Besonders auch am 15.08.:

Vortrag und Führung zur Ausstellung „In der Mode kommt ja nix weg! 1967 in Kleidern und Geschichten“

Lehrende des Instituts für Materielle Kultur, Universität Oldenburg

Das Institut für Materielle Kultur lädt zu einer Führung durch die Ausstellung mit anschließendem Vortrag zur Arbeit der Sammlung „Textile Alltagskultur“ ein. Die Besucher/innen werden herzlich darum gebeten, eigene textile Erinnerungsstücke und Fotos aus den 1960er Jahren mitzubringen. Hierrüber möchten die Kuratorinnen im Anschluss gemeinsam bei kleinen Snacks der Sixties mit dem Publikum ins Gespräch kommen.

Objekt des Monats: Juni 2017

STECKBRIEF:

  • Inventarnr.: 1069
  • Objektbezeichnung: Regencape mit Disney-Motiv
  • In der Sammlung seit: 25.11.2003
  • Datierung: 2000

Mickey Mouse im Sommer

Objekte durchlaufen in einer Sammlung Karrieren. Während wir uns zu bestimmten Themen und Zeitpunkten besonders mit manchen Objektgruppen beschäftigen, treten diese später zugunsten anderer in den Hintergrund. Das kann an ästhetischen Präferenzen einzelner Forscher_innen ebenso wie an aktuellen Forschungstrends liegen. Warum nun hat es ausgerechnet dieses Regencape zum „Objekt des Monats: Juni“ geschafft?

  • Regencapes sind beim wechselhaften Wetter der letzten Wochen unser ständiger Begleiter als Radfahrer_innen. Das Objekt knüpft damit an aktuelle Alltagserfahrungen an.
  • Aus konservatorischer Sicht sind Kunststoffe und ihre Zersetzung äußerst spannend.
  • Das erfrischende, sommerliche Gelb des Regencapes passt gut in diese Jahreszeit und spricht uns daher spontan an. Die Mickey-Mouse weckt spontane Kindheitserinnerungen. Viele von uns freuen sich schon auf den Sommerurlaub – und damit hat auch die Geschichte dieses Capes zu tun.

Aus dem Urlaub werden gerne Souvenirs mitgebracht. Durch sie können Freunde und Verwandte über WhatsApp-Nachrichten und Postkarten hinaus am eigenen Urlaub teilhaben. Für die Besitzer_innen sind sie Erinnerungsstücke und Gesprächsanlass.

Dieser Regenpocho wurde zum Erinnerungsstück, obwohl die Trägerin und Objektspenderin ihn im Sommer 2000 lediglich 1-2 Tage trug. Sie war Au-Pair-Mädchen in einer Gastfamilie in den USA. Mit der Gastfamilie ging es eine Woche ins Disneyland. An dem Urlaubstag, an dem der Poncho von der Gastmutter erworben wurde, regnete es. Wie praktisch, dass es dort eine wasserabweisende, zu 100 % aus PVC, also dem Kunststoff Polyvinylchlorid, bestehendes Cape zu kaufen gab.

So praktisch dieses Material in dem Moment gewesen sein mag,  es ist äußert schwierig, Kunststoff über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte aufzubewahren. Kunststoff ist kein Material der Ewigkeit. Er wird porös und brüchig. Durch die fotografische Dokumentation wird der Zustand des Objekts im Juni 2017 festgehalten. In ein paar Jahren wird er ganz anders aussehen.

Objekt des Monats: Mai 2017

SteckbrieF

  • Inventarnr.: 315
  • Objektbezeichnung: Hanf-Baumwollhose
  • In der Sammlung seit: 15.11.2000
  • Datierung: ca. 1980er/90er Jahre

Studieren geht über probieren

Kleider machen nicht nur Leute, sondern Leute machen auch Kleider. Sie produzieren sie nicht nur, sondern gebrauchen sie auch. Sie hinterlassen dabei oft irreversible Spuren auf den Kleidungsstücken. Meist sind die Flecken und Löcher nicht gewollt und deshalb für die Tragenden ärgerlich. Forscher_innen wiederum können daraus oft Rückschlüsse auf die Stoffeigenschaften und die Biographie des Objekts und seine_r Träger_innen ziehen. 

Auch Prof. Ingrid Köller, die sich für ökologische Fragestellungen interessierte und den Grundstein für die Sammlung legte, war der Überzeugung, dass der Gebrauch von Textilien Einiges über deren Beschaffenheit verraten kann.

Sie wagte ein Trageexperiment. Dafür zerschnitt sie zwei Hosen, eine aus Baumwolle und eine aus Hanf, jeweils in zwei gleiche Teile. Ein Hosenbein aus Baumwollstoff wurde an das andere aus Hanfstoff genäht. Somit erhielt sie zwei identische Hosen, die sich in ihrer stofflichen Qualität nicht unterschieden. Eine Hose nahm sie am Wochenende mit in ihre Heimatstadt Detmold, um sie bei der Haus- und  Gartenarbeit zu nutzen. Sie wurde dementsprechend regelmäßig – laut Datenbank der Textilobjektesammlung insgesamt 19mal - gewaschen; ganz im Gegenteil zur zweiten Hose, die nie benutzt wurde.   

Nach einer längeren Tragephase und einer detaillierten Dokumentation des Gebrauchs – unter anderem Auswirkungen des Lichts, Belastbarkeit des Stoffes, Verschmutzungsgrad - war ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Hosen erkennbar. Ingrid Köller fand heraus, dass die Hanffaser sehr viel beständiger und farbechter ist als der Baumwollstoff.

Probieren geht [nicht nur] über studieren, studieren geht [auch] über probieren.

Objekt des Monats: April 2017

Steckbrief

  • Inventarnr.: 496
  • Objektbezeichnung: Nyltestoberhemd
  • In der Sammlung seit: 21.05.2001
  • Datierung: 1960er Jahre

Warum bügeln? Es gibt doch Nyltest!

„So sehen wir den Kaugummi kauenden Ami und den Italiener im rot-weißen Streifenhemd, der den Frauen den Kopf verdreht, während der hässliche Deutsche allenfalls mit Isetta und Nyltest-Hemd punktet“ - so frotzelt Hans von Seggern im Tagesspiegel. Das mit den Klischees zu den Herren der 1950er Jahre lassen wir hier mal dahingestellt und wenden uns dem Material zu.

In Nyltest steckt nicht nur begrifflich das noch heute bekannte Nylon drin. Die Faser, die einige mit Damenstrümpfen assoziieren, war in den 1950er und 1960er Jahren Bestandteil von Hemden, Blusen, Kittelschürzen und weiterer Alltagskleidung.

Warum war die Nyltest-Ware ab Mitte der 1950er Jahre so beliebt?

In den 1950er und 1960er Jahren besaß nicht jeder Haushalt eine Waschmaschine. Der Schmutz musste noch per Hand von der Wäsche entfernt werden. Das war eine ziemlich anstrengende Angelegenheit. Außerdem mussten die Kleiderstücke auch noch gebügelt werden, was im Haushalt viel Zeit und Nerven kostete.

Dann kam das Nyltest-Hemd, das laut Etikett folgendes versprach:

„Getestet und kontrolliert, garantiert bügelfrei, 60° Wäsche, Nyltest, Nylon 66, Optima“

„Nyltest“ versprach Komfort: Ein Hemd, das nach dem Waschen auf den Bügel gehängt werden konnte und am nächsten Tag knitterfrei angezogen werden konnte.

Für diese Erleichterung nahmen viele Träger_innen in Kauf, dass sie das Hemd oder die Bluse höchstens einen Tag tragen konnten. Der Schweißgeruch fing sich in diesen Kleidungsstücken sehr schnell.

Aber was sind schon persönliches Odeur und Tragekomfort gegen eine derartige Arbeitserleichterung?

Objekt des Monats: März 2017

Aus Alt mach Neu

Wann haben Sie das letzte Mal etwas selbst genäht statt im Internet zu bestellen?

Martha Eller, 1928 in Guntersblum am Rhein geboren, fertigte um 1948 im Alter von etwa 17 Jahren dieses Kleid. Sie war in dieser Zeit, kurz nach dem Krieg, nicht alleine damit. Es fehlte an allen Ecken, überall musste improvisiert werden. Nur wenn die Frauen es nicht selbst gelernt hatten, übernahmen Schneiderinnen die Arbeit. Martha Eller zum Beispiel lernte das Nähen von katholischen Schwestern, die im Nebengebäude der Kirche Nähunterricht gaben.

Für das Oberteil des Kleides benutzte sie eine ehemalige Anzugjacke, möglicherweise von ihrem Vater. Für das Rockteil kaufte sie einen karierten, flanellartigen Stoff. Diesen verwendete sie auch für Ärmeleinsätze am Oberteil. Die Ärmel sind generell recht eng geraten, denn der Stoff war knapp.

Das Kleid war insofern etwas Besonderes, als es nur zu besonderen Anlässen getragen wurde. Im Alltag wurde weniger „gute“ Kleidung getragen. Martha Eller trug es, anders als beispielsweise ihren alten Rock aus rotem Fahnenstoff, ausschließlich sonntags zum Spazieren gehen und zu Veranstaltungen wie „der Kerb“, der hessische Ausdruck für Jahrmarkt, oder auf dem Guntersblumer Markt und beim Singen in der Kirche (Gesangsverein).  

Nach einem ereignisreichen Tag wurden abends die Falten wieder von oben bis unten gereiht und gebügelt, damit am nächsten Sonntag wieder alles in Ordnung war. Das dauerte seine Zeit, denn der Stoff ist nicht für Falten geeignet.

Martha Eller war sehr stolz darauf, als sie von ihrer Verwandtschaft und ihren Freunden für ihr Werk gelobt wurde. Besonders die Begeisterung ihrer Schwester Louise für ihr Kleid freute sie sehr, da Louise die Gattin eines Herrenschneiders war und sich somit mit Qualität auskannte.  

Hätten Sie noch alte Kleidung im Schrank, die Sie zu einem Kleid umfunktionieren könnten? An die Nähmaschine, fertig, los!

Objekt des Monats: Februar 2017

Steckbrief

  • Inventarnr.: 1512 a+b
  • Objektbezeichnung: Satin-Schlafanzug (gemustert)
  • In der Sammlung seit: 07.08.2008
  • Datierung: ca. 1990

Das Leben des gemusterten Satin-Schlafanzugs

Es war einmal ein Schlafanzug, der schimmerte sehr schön, denn er bestand aus Satin. Das Muster des Schlafanzuges war grau, braun, weiß und schwarz und er hing in einem Second-Hand-Laden in Bochum. Wie er dort hingekommen war, das wusste er nicht mehr, aber er hatte verstanden, dass es eine Möglichkeit gab aus dem Laden herauszukommen: Gut aussehen, gut passen und sich vor allem gut anfühlen.  

Dann kam Charlotte mit ihrem ersten Freund vorbei. Ihr gefiel der Schlafanzug und sie gefiel dem Schlafanzug. Er hörte die magischen Worte „Ich möchte gerne einen Opa-Schlafanzug haben.“ Wusste Charlotte denn, wo er herkam? Zu ihr wollte er, sie schien ihn so gut zu kennen. Also gab er sich Mühe, indem er glänzte und seine Farben zum Leuchten brachte. Charlotte lächelte ihren Freund an und der kaufte den gemusterten Satin-Schlafanzug.

Es begann ein aufregendes Leben für den Schlafanzug. Fast jeden Tag trug Charlotte ihn. Sie wusch ihn, sie legte ihn in den Schrank, sie holte ihn raus, sie zog ihn an und ging schlafen. Er merkte, dass der Stoff rund um die Knopflöcher bereits zerfaserte. So oft machte Charlotte, die Knöpfe auf und zu. Aber das störte ihn nicht, denn es zeigte nur, dass sie ihn wirklich gerne mochte. Niemals wurde der Opa erwähnt und der Schlafanzug fand nicht heraus, woher er kam. Dafür freute er sich umso mehr, dass er Charlotte Freude bereitete. Sie trug ihn gern, was kümmerte ihn da die Vergangenheit. Doch dann geschah es. Charlotte fing an andere Schlafanzüge zu tragen. Die hatten keine langen Beine, die waren nicht aus Satin und nicht gemustert. Immer öfter lag er im Schrank. Immer seltener wurde er in die Hand genommen. Im Schrank schlief er ein und erinnerte sich an die letzten fünf Jahre.

Dann holte Charlotte ihn wieder raus. Er dachte bei sich, dass sie wohl zur Vernunft gekommen sei, schließlich wäre er der beste Schlafanzug, den man sich wünschen könne. Sie nahm ihn, lächelte und packte ihn in ihre Tasche. Das nächste, was er sah, waren kahle Räume. Charlotte redete mit jemandem, erzählte von ihrer Zeit mit dem Schlafanzug und dann – ging sie. Würde Charlotte zurückkommen? Am Anfang konnte der Schlafanzug es nicht fassen. Charlotte hatte ihn verlassen. Der Schlafanzug wurde genommen und betrachtet. Er schaute sich seinen neuen Besitzer an, aber der schien ihn gar nicht anziehen zu wollen. Er wurde genau untersucht, vermessen, fotografiert und mit einer Nummer versehen. Nun hängt er zwischen anderen Schlafanzügen und wird ab und zu hervorgeholt und erneut betrachtet. Dann erzählt der Schlafanzug seine Geschichte, von seiner Geburt, vom Opa und Charlotte und wie es ihm bisher erging. Ab und zu, wenn es ganz ruhig ist, träumt er und wünscht sich, dass es Charlotte gut geht.

Umbau der Sammlungsräume

Im Institut wird umgebaut und auch die Sammlungsräume sind betroffen. Anfang August wird „Kleid und Geschichte“ zur Hälfte ausgeräumt und zwischengelagert. Nach den Arbeiten heißt es dann „zurück Marsch Marsch“ und alle Objekte kommen wieder an ihren eigentlichen Ort.

Wenn die eine Baustelle abgeschlossen ist, folgt direkt die nächste: die Schriftensammlung. In beiden Räumen wird an der Decke gearbeitet. Zum Vorlesungsbeginn ist dann alles wieder hübsch und neu und die Beleuchtung wird sich deutlich verbessert haben.

Während die Handwerker in den Räumen sind, sind diese nicht zugänglich. Sollten Sie uns erreichen wollen, so melden Sie sich bitte zunächst telefonisch oder per Mail.

Ins Netz gegangen!

Endlich ist es soweit. Hier präsentiert sich die Sammlung des Instituts das erste Mal im Netz.

Wir freuen uns, weil die Objekte nach langer Zeit wieder stärker genutzt werden. Nicht nur online, sondern auch in der echten Welt. Denn um die geht es uns hauptsächlich: Wie fühlt sich ein Stoff an? Wie reicht ein Kleid nach 30 Jahren im Schrank? Wer hat diese Spitzendecke hergestellt und warum?

Aber neben der Erforschung der Objekte in Seminaren oder Abschlussarbeiten, steht auch viel Arbeit im Hintergrund an: Eine Re-Inventarisierung der Sammlung, angefangen mit der Abteilung "Kleid und Geschichte", eine neue Ordnung, die auch konservatorische Aspekte berücksichtigt und vieles mehr.

Auf dieser Seite können Sie immer erfahren, was gerade mit den über 7.000 Objekten geschieht.

Neue E-Mail Adresse!

Wir haben eine neue E-Mail-Adresse! Ab sofort können Sie die Kustodie direkt unter Sammlung-materiellekultur@uni-oldenburg erreichen.

 

Öffnungszeiten und Kontakt:

Sammlung Kleider und Geschichten:
Raum A02 3-328
Di.+ Mi. 10:00 - 12:00 Uhr

Textilobjektesammlung:
Raum A02 3-327
Mi. 11:00 - 11:30 Uhr

Stoffe:
Raum A02 3-322
Mi. 11:00 - 11:30 Uhr

Schriftensammlung:
Raum A02 3-320
Mi. 14:00 - 16:00 Uhr

Bei Fragen hilft die Kustodie des Instituts gerne weiter:

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Materielle Kultur
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

0441-798-2167
Sammlung-materiellekultur(at)uni-oldenburg.de