Relevanz

Wie eine explorative Studie des IBKM über hochqualifizierte Einwanderer ergab, wies die Gruppe der 260 befragten ProbandInnen in Niedersachsen eine sehr hohe Arbeitslosigkeit (67%) auf; 11% waren lediglich in Honorar-, Teilzeit- oder 325 –Euro-Jobs tätig. Die Mehrzahl dieser Gruppe ist in hohem Maße von Armuts- und Unterversorgungsrisiken betroffen. Die weitaus größte Zahl von ihnen war in ihren Herkunftsländern berufstätig (86 %), viele von ihnen in Arbeitsbereichen, für die sie sich durch ein Studium qualifiziert hatten (72 %) – vor diesem Hintergrund wird das Ausmaß an beruflicher und sozialer Deklassierung deutlich (vgl. Hadeed 2004). Wesentlicher Grund für diese Misere ist die Tatsache, dass die Anerkennung der Abschlüsse in der Bundesrepublik häufig versagt wird und es an geeigneten Weiterbildungsangeboten mangelt. Diese Ergebnisse der Oldenburger Untersuchung werden durch die Studie „Brain Waste“ von Englmann/ Müller, die in dieser Woche (08.05.2008) in Berlin vorgestellt wird, eindrucksvoll bestätigt.

Universitäre Studienangebote, die die Potenziale von Migrantinnen und Migranten so aufnehmen und weiterentwickeln, dass sie den Strukturen und Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes entsprechen, können die Vermittlungschancen nachhaltig erhöhen.