Medieninformatik und Multimedia-Systeme

Forschung

Die Abteilung Medieninformatik und Multimedia-Systeme forscht und arbeitet in den Bereichen Multimedia Information Retrieval, mobile Multimedia-Systeme und interaktive Systeme.

Semantic Multimedia Information Retrieval

Die Menge an Daten, mit denen der Nutzer alltäglich umgeht, liegt heute längst im Gigabytebereich und steigt weiter. Speziell mediale Daten wie Photos, Filme, Audiodateien, aber auch webbasierte Datenbestände, wie sie nicht zuletzt durch Web2.0-Anwendungen aufgebaut werden, tragen zu dieser Datenmenge bei. Heute fehlen jedoch Methoden und Werkzeuge um diese Informationen effektiv und intuitiv nutzbar zu machen, und aus Mediensammlungen multimediale Wissensbasen zu machen. Bisherige, bibliothekarisch orientierte Erschließungsverfahren auf Basis von manueller Verschlagwortung sind bei diesen Datenmengen nicht mehr anwendbar. Ziel muss es vielmehr sein, eine bestmögliche automatische semantische Erschließung großer, unstrukturierter Daten zu ermöglichen. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass Daten zukünftig mehr und mehr ungeordnet abgelegt und stattdessen intelligent durchsucht, gefunden und dargestellt werden. Hierfür müssen hochwertige Metadaten zur Verfügung stehen, die nicht eine einfache Verschlagwortung leisten, sondern Inhalte über semantisch reiche Konzepte beschreiben. Der von MI verfolgte Ansatz hat daher zum Ziel, durch eine gleichzeitige, multimodale Untersuchung der Inhalte, des Kontextes und der Einbeziehung externer Quellen eine verbesserte Anreicherung mit semantisch hochwertigen Metadaten zu erreichen. Die so erschlossenen Datenbestände können beispielsweise für eine multimediale Publikationskette genutzt werden, aber auch zu einer semantischen Mediensuche beitragen.

Mobile Multimedia Systems

Durch neue mobile Endgeräte, ambiente Umgebungen und durch immer leistungsfähigere, flächendeckend verfügbare drahtlose Kommunikationsinfrastrukturen bieten sich unzählige neue Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise beginnen ortsbasierte mobile Dienste gerade erst, diese Potentiale zu nutzen und zu erschließen. Insbesondere durch die Verknüpfung verschiedener innovativer Technologien lassen sich völlig neue Anwendungskonzepte entwickeln. Die Integration von Sensornetzwerken in Verbindung mit der Vernetzung heterogener Datenquellen ermöglicht beispielsweise kontextsensitive Anwendungen, die sich dynamisch an den Bedarf des Nutzers, an die jeweilige Situation und Umgebung anpassen und die ihre Dienste endgeräteübergreifend anbieten. Die Arbeiten dieses Themengebietes haben zum Ziel, neuartige Anwendungskonzepte zu entwickeln und zu erproben, die sich aus diesen vielfältigen technischen Möglichkeiten ergeben. Dabei müssen Architektur- und Softwarekonzepte entwickelt werden, die nicht nur die Vielfalt der Anwendungsbereiche unterstützen, sondern auch der Heterogenität von Endgeräten, Infrastrukturen, Bedienkonzepten und Umgebungen gerecht werden.

Interactive Systems

Neuartige Anwendungen, wie sie durch mobile, ambiente oder ubiquitäre Rechner entstehen, verlangen intelligente Bedienkonzepte. Die Nutzungsschnittstelle wandelt sich von einem Bedienterminal für Softwaresysteme hin zu einem Verknüpfungspunkt zwischen der virtuellen und der realen Welt. Hier spielen Fragen der situationsbezogenen Informationsaufbereitung und –visualisierung eine große Rolle. Heute vorherrschende grafisch-interaktive Bedienkonzepte für Rechner und Software orientieren sich ganz überwiegend an den Bedürfnissen eines durchschnittlichen Nutzers bei der Bedienung eines Personal Computers und werden diesen Anforderungen nicht mehr gerecht. Hinzu kommt, dass sie von Menschen mit besonderen Anforderungen, wie beispielsweise Blinden und Sehbehinderten, nicht bedient werden können. Die Abteilung erforscht daher die Nutzung anderer Interaktionsmodalitäten wie beispielsweise Akustik, Haptik und tangible User-Interfaces. Durch sie entstehen neue, verbesserte Interaktionsmöglichkeiten.