Profil der Abteilung

Die Abteilung Informationssysteme (IS) gehört zum Department für Informatik der Fakultät für Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften an der Carl-von- Ossietzky-Universität Oldenburg. IS ist mit der Gründung im  Jahr 1987 aufgrund der Berufung von Prof. H.-Jürgen Appelrath eine der beiden ältesten, die bzgl. Mitarbeiterzahl größte und bzgl. ihrer Profilbildung dynamischste der aktuell insgesamt 20 Abteilungen im Department für Informatik, weil die in ihr erforschten, entwickelten und in Anwendungen evaluierten Technologien über gut 25 Jahre ungewöhnlich stark wechselten.

Die sich natürlich zeitlich überlappenden Phasen der Entwicklung von IS lassen sich wie folgt charakterisieren: Von 1987 bis Anfang der 90er Jahre standen auf Basis der von Lehrstuhlinhaber und Mitarbeitern von der ETH Zürich mitgebrachten Vorarbeiten die Themen Planungssysteme und Multimedia, aber dann auch neu User-Interface- Management-Systeme im Vordergrund. Diese Themen wurden in den 90er Jahren ergänzt und später abgelöst durch aktive und temporale Datenbanksysteme, DataWarehouses incl. Technologien zu Datenanalyse, Datenqualitätsmanagement und Datenschutz, hier zunehmend mit Anwendungen aus Medizin und Gesundheitswesen wie z. B. in bevölkerungsbezogenen Krebsregistern. Ende der 90er Jahre verstärkten sich Arbeiten zu digitalen Bibliotheken, virtuellen Laboren und generell multimedialem E-Learning, während parallele Aktivitäten zu betrieblichen Informationssystemen und Geschäftsprozessmanagement ausliefen.

Die Themenbereiche Geo-Informationssysteme und Mobilität in den frühen 2000er Jahren wurden schrittweise von der neu gegründeten „Nachbarabteilung“ von Susanne Boll, von 2002 bis 2006 Juniorprofessorin und seitdem auf einer ordentlichen Professur Leiterin der Abteilung „Medieninformatik und Multimediasysteme“, übernommen und intensiviert. Von 2008 bis zu ihrer Berufung an die Universität Bamberg im Frühjahr 2014 hat Daniela Nicklas auf einer Juniorprofessur „Datenbank- und Internettechnologien“ die Arbeiten der Abteilung IS verstärkt und ergänzt. In den letzten zehn Jahren zeichnet sich die Abteilung IS durch zwei große FuE-Themen aus: Informationsmanagement in der Energiewirtschaft und Datenstrommanagementsysteme (DSMS).

Während das Thema Informationsmanagement in der Energiewirtschaft mit zunehmender Anwendungsrelevanz und durch die „Energiewende“ deutlich ausgeweitet zunehmend vom Bereich Energie imAn-Institut OFFIS1 übernommen wurde, sind Technologien und Anwendungspotenziale von DSMS aktuell und absehbar im Fokus der Uni-Abteilung IS, hier vor allem der Mitarbeiter auf Landesstellen. Ergänzend gibt es derzeit und in den nächsten Jahren ein großes Drittmittelprojekt im Schnittfeld von Energiemanagement und Logistik.

Typisch für das Profil von IS war über viele Jahre die sehr enge Verzahnung mit OFFIS, vor allem in gesellschaftlich relevanten Gebieten wie Medizin, Gesundheitswesen und Energie. Seit einigen Jahren ist die Rollenverteilung zwischen dem auf rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewachsenen transferorientierten OFFIS und der grundlagenorientierter arbeitenden Uni-Abteilung IS stärker abgegrenzt, obwohl es auch immer wieder in Forschung und Lehre gemeinsame Projekte und Lehrveranstaltungen gibt. Dies zeigte sich bei der Lehre in der gesamten, über 25-jährigen Geschichte der Abteilung IS durch ein besonderes Engagement bei vielen gemeinsam getragenen Projektgruppen mit praxisrelevanten Anwendungen, aber auch bei zahlreichen studentischen Abschlussarbeiten.