Architekturprozess und Bewertungsmethoden für Testfelder Intelligenter Verkehrssysteme

25. September 2017, 16:00

Veranstalter:  Dirk Beckmann, Universität Oldenburg
Ort:  OFFIS, Escherweg 2, Raum D21

Abstract:
Intelligente Transport- und Mobilitätsdienste versprechen nicht nur wesentliche Gewinne an Sicherheit, Ef-
fizienz und Komfort im Verkehr, sondern adressieren auch wichtige gesellschaftliche Herausforderungen wie
Staus, Luftverschmutzung und Verkehrslärm. Die zunehmende Komplexität dieser Verkehrstelematikanwen-
dungen erfordert besondere Sorgfalt hinsichtlich Erforschung, Entwicklung und Erprobung. Testfelder un-
terstützen dies als wesentliches Werkzeug. Aufgrund der breit gefächerten Anforderungen, changierender
Testsysteme und technologischer sowie fachlicher Weiterentwicklungen ist ein nachhaltiger Entwurf dieser
Testfelder nicht trivial. Dennoch folgten Planung, Aufbau und Erweiterung von Testfeldsysteminfrastruktur
oft keiner strukturierten Methode, die den Entwurf als frühestes Artefakt adäquat absichert.
Die vorliegende Arbeit zeigt für diese Aufgabenstellung einen Entwurfs- und Bewertungsprozess für Test-
felder, der auf Grundlage einer umfassenden Anforderungsdefinition mit einer strukturierten Herangehens-
weise zu einer Testfeldarchitektur führt, die sowohl funktionalen als auch nicht-funktionalen Anforderungen
wie Flexibilität, Austauschbarkeit und Koexistenz entspricht. Damit lässt sich eine robuste und nachhaltige
Architektur erzielen, die vor der Realisierung hinsichtlich Risiken und empfindlicher Aspekte bewertet wer-
den kann.
Der Entwurfsprozess nutzt ein Verfahren, um die funktionalen Anforderungen in geeignet kleine Dienstein-
heiten zu zerlegen. Diese können dann in verschiedenen Prozessen im Testfeld choreographiert werden. Zu-
dem lehnt sich dieser systematische Vorgang an das 4+1-Sichten-Softwarearchitekturmodell an und stellt so
sicher, dass der resultierende Entwurf hinreichend und vollständig beschrieben ist. Der mit dieser Arbeit
entwickelte Ansatz wird nicht nur anhand konkretisierender Einzelbetrachtungen dargestellt, sondern auch in
der Praxis angewandt. Die daraus gewonnenen Resultate werden evaluiert und kritisch bewertet.
Darüber hinaus wird ein Bewertungsverfahren entwickelt, mit dem u. a. nicht-funktionale Anforderungen
sensitiv bewertet werden können. Mit diesem kann ein Testfeldentwurf nicht nur früh hinsichtlich nicht-
funktionaler Qualitätsmerkmale und kritischer Aspekte bewertet, sondern auch mit alternativen Entwürfen
verglichen werden.
Die dargestellte systematische Architekturentwicklung sowie Bewertung fördern die Entwicklung nachhalti-
ger Testfeldarchitekturen. Hierdurch wir ein Beitrag zur effizienteren und wirtschaftlicheren Erprobung von
komplexen Anwendungsfällen in der ITS-Domäne geleistet, der qualitativ bessere Produkte mit niedrigeren
Entwicklungskosten unterstützt.
Betreuer: Prof. Dr. Frank Köster