Graduiertenschule 3GO

Details zum Termin:

Wissen im Wandel: Wann ist eine Theorie überholt? Zum Verhältnis von Gesellschafts- und Sozialtheorie

15. Februar 2018, 10:00 , 17:00

Referent: Dr. Christian Fritz Hoffmann

Der Workshop beschäftigt sich mit einer Frage, die jedes Forschungsprojekt früher oder später heimsucht: Woher weiß man eigentlich, ob eine Theorie überholt ist? »Dem Neuen« kann man kaum entfliehen. Im Innovationsregime der Wissenschaften vergeht kaum ein Tag, ohne dass irgendwas Neues, Originelles, Geniales oder Jungfräuliches angepriesen, vermutet oder herbeigesehnt wird. Gerade diese Erwartungshaltung, etwas Besonderes abliefern zu müssen, belastet oftmals den Alltag von Promovierenden. Andererseits betrifft jene Frage aber auch den Inhalt der eigenen Arbeit: Wie stellt man Desiderate dar? Wie 'verkauft' man die eigene Position im Forschungsfeld?

Im Workshop soll es darum gehen, anhand von Erfahrungen der Teilnehmenden, Kriterien herauszuarbeiten, wie man mit dem Wandel eines (theoretischen) Wissens umgehen kann. Das betrifft neben formalen Gesichtspunkten und einer kleinen Phänomenologie des Theoretisierens, sowohl die Haltung gegenüber der (eigenen und fremden) wissenschaftlichen Arbeit als auch die Entwicklung eines Spürsinns für unterschiedliche Verhältnisse von Theorie und Praxis. Oftmals wird dieses Verhältnis auf einen Falsifikationismius eingeengt und somit die Eingangsfrage nur scheinbar eindeutig beantwortet: Überholt sei eine Theorie, wenn sie eben wiederlegt wurde. Wir werden sehen, das es weitaus mehr zu entdecken gibt im unentdeckten Land zwischen Theorie und Empirie!

Der Workshop wird in drei Teile unterteilt. Erstens geht es um die Projekte der Teilnehmenden. Sie werden gebeten vorab in Kurzform darzustellen, wie sie auf den Wandel eines theoretischen Wissens aufmerksam wurden in ihrem aktuellen Projekt - dies kann z.B. eine Erfahrung betreffen, in der jemandem die eigene Theorie ahanden kam; man sich mit der eigenen Theorie hinterwäldlerisch fühlte; die eigene Theorie seltsam beziehungslos zum eigenen Gegestand wahrgenommen wurde; eine Theorie modifiziert werden müsste, es aber sich nicht zugetraut wurde usw. Im zweiten Teil wird es um die wissenschaftliche Haltung gegenüber der theoretischen Arbeit gehen und im dritten Teil um einen kleinen Werkzeugkasten für den Hausgebrauch: Wie man mit theoretischen Herauforderungen umgehen kann, ohne selbst ein Theoriepabst sein zu müssen.

Zielgruppe: Gerichtet an Graduierte, Promovierende Postdocs.

Teilnehmerbeschränkung: 16

Anmeldungen bitte über Stud.IP vornehmen.