Graduiertenschule 3GO

Details zum Termin:

„Literatur und Zeugenschaft. Der Autor als Zeitzeuge?“

12. September 2018, 12:00 , 18:00

Referentin: Bianca Pick

Wer sich bezüglich einer Teilnahme unsicher sein sollte, kann die Referentin gern im Voraus kontaktieren.

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Themen Zeugnis, Zeugenschaft und Zeugnisliteratur ist die (Überlebens)Zeugenschaft von besonderer Bedeutung. Mit dem Ende der Augenzeugengeneration und dem Generationenwechsel befindet sich der Umgang mit der „Holocaustliteratur“ im Kontext ästhetischer, philosophischer und erinnerungskultureller Diskurse, die wir vor dem Hintergrund der Zeugnisfunktion und der literarischen Fiktion diskutieren werden. Ziel des Workshops ist es, das Konzept von Zeugenschaft aus literaturwissenschaftlicher Perspektive am Beispiel der Literatur von Überlebenden der Shoah zu erörtern. 
Der Workshop umfasst zwei Themenbereiche: In dem ersten Teil gilt es, auf der Basis vorbereitender Lektüre grundlegende Aspekte zum Thema Zeugenschaft und Literatur aufzugreifen. Der zweite Teil wird sich auf die Zeugenschaft des Holocaust konzentrieren. Zentrale Aspekte werden das Verhältnis von Literatur und Zeugnis sowie die Autorschaft und die Figur des Zeugen betreffen. Dabei stehen unter anderem folgende Fragen im Vordergrund: Wie lassen sich literarische Zeugnisse bestimmen? Inwiefern handelt es sich bei Zeugnissen um eine eigenständige literarische Gattung? Welche Authentizitätsstrategien lassen sich etwa in Autobiographien, Memoiren, Tagebüchern oder Briefen ermitteln? Was ließe sich über die gattungsunabhängigen Strategien herausfinden, mit denen der Autor etwas ‚beglaubigen‘ oder die Quelle etwas ‚bezeugen‘ will?
Sowohl im ersten als auch im zweiten Teil können die Arbeiten der TeilnehmerInnen diskutiert werden, dies richtet sich nach den Themenbereichen der jeweiligen Arbeit bzw. des konkreten Materials, welches die TeilnehmerInnen vorstellen.

BIANCA PATRICIA PICK M.A., Stipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in der Postdoc-Phase. Von 2013 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen“ mit dem Dissertationsprojekt „Distanznahme als Strategie in der Literatur von Überlebenden der Shoah“ im Fach Germanistik, eingereicht im November 2017. 2013 Abschluss des Magisterstudiums der Germanistischen Literaturwissenschaft, Philosophie und Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Kontakt: bianca.pick1(at)uni-oldenburg.de

 

TeilnehmerInnenbeschränkung: 16

Anmeldung bitte über Stud.IP vornehmen.