Interdisziplinäres Forschungszentrum Sicherheitskritische Systeme

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Ziele

Unzählige hochqualitative technische Systeme, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren, können heutzutage nur mit Hilfe von Computersystemen gesteuert und auch entwickelt werden. Beispiele für solche Systeme sind die elektronischen Steuerungssysteme in Automobilen, die die Sicherheit für die Insassen sowie andere Verkehrsteilnehmer erhöhen, sowie die elektronischen Kontrollsysteme in Flugzeugen, die es Piloten erlauben durch einen dicht gefüllten Luftraum sicher zu navigieren.

Da solche sogenannte eingebettete Systeme große Einflussmöglichkeiten auf das sie umgebende und von ihnen gesteuerte System - z.B. das Flugzeug - haben, und ein eventuelles Fehlverhalten dramatische Konsequenzen nach sich ziehen kann, sind die an sie gestellten Anforderungen in Bezug auf Fehlerfreiheit sehr hoch. Dies bedingt eine hohe Notwendigkeit für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der sicherheitskritischen eingebetteten Systeme. Die sich hieraus ergebenen wissenschaftlichen und ökonomischen Perspektiven sind gewaltig und müssen als wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland gesehen werden: Forschung im Bereich der sicherheitskritischen eingebetteten Systeme ist Spitzenforschung mit unmittelbarer Bedeutung für die industrielle Anwendung.

Um diesen wissenschaftlichen Herausforderungen zu begegnen und die aufgezeigten Perspektiven zu verwirklichen wurde das Forschungszentrum Sicherheitskritische Systeme an der Universität Oldenburg eingerichtet. In diesem Zentrum sind Wissenschaftler der Universität und des An-Instituts OFFIS aus verschiedenen Fachgebieten - Informatik, Physik, Psychologie und Rechtswissenschaften - vertreten und untersuchen gemeinsam fachspezifische und vor allem auch interdisziplinäre Fragestellungen auf dem Gebiet der sicherheitskritischen eingebetteten Systeme. Forschungsschwerpunkte des Zentrums sind dabei zunächst das sogenannte Human-Centered-Engineering, die formale Verifikation und die Untersuchung und Validierung von nicht-funktionalen Eigenschaften. Diese Schwerpunktbildung spiegelt sich dabei zum einen in der Definition von interdisziplinären Forschungsvorhaben wieder, in denen beispielsweise die Schnittstellen zwischen eingebetteten Systemen und ihren Bediener/-innen, die Auswirkungen der Arbeitsumgebung auf das Verhalten von Bediener/-innen und die Fehlerfreiheit von Kollisionsvermeidungssystemen untersucht werden. Zum anderen fügen sich die aktuellen Forschungsarbeiten der am Zentrum beteiligten Wissenschaftler ebenfalls in diese Schwerpunkte ein: Grundlagenforschung im Bereich der formalen Verifikation und Analyse komplexer eingebetteter Systeme wird von Professoren des Zentrums in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten in Freiburg und Saarbrücken sowie des Max-Planck Instituts für Informatik in Saarbrücken im Sonderforschungsbereich/Transregio 14 AVACS durchgeführt. Angewandte Forschung wird beispielsweise im Projekt IMoST (Integrated Modelling for Safe Transportation) durch Forscher des OFFIS Institus für Informatik, des DLR Braunschweig sowie des Forschungszentrums betrieben, in dem eine integrierte Modellbildung von Systemen (z.B. Assistenzsystemen im Auto), Menschen (z.B. Autofahrer) und der Umgebung (z.B. einem Auto auf einer Autobahn) sowie Analysemethoden für solche Modelle entwickelt werden. Im ebenfalls in das Zentrum eingebundenen Graduiertenkolleg TrustSoft werden Methoden zur Entwicklung vertrauenswürdiger Softwaresyssteme untersucht.